Runder Tisch engagiert sich für Flüchtlingshilfe

Ende 2014 lebten über 200 Flüchtlinge in Unterkünften im Euskirchener Stadtgebiet – Für 2015 mit einer Zuweisung von weiteren 300 Flüchtlingen gerechnet – Gros der Flüchtlinge kommt derzeit vom Balkan und aus afrikanischen Ländern

Arbeiten eng zusammen: Fabian Apel (v.l.), Katholisches Bildungswerk, Jule Rüber, Pfarrgemeinderat St. Martin, Alfred Jaax, Stadt Euskirchen, Pfarrer Max Offermann, Katholische Kirche, Ingrid Schiffer, Caritas, Norbert Weber, Jugendmigrationsdienst, Bodo Froebus, DRK, Kathrin Friedrich, Kath. Jugendagentur, Winfried Rick, Stadt Euskirchen, Pfarrer Edgar Hoffmann und Jens Schramm, Evangelische Kirche, Hermann-Josef Schneider, Caritas, Horst Belter, Evangelische Kirche und Franz Josef Funken, Caritas. Bild Carsten Düppengießer
Arbeiten in Sachen Flüchtlingshilfe eng zusammen: Fabian Apel (v.l.), Katholisches Bildungswerk, Jule Rüber, Pfarrgemeinderat St. Martin, Alfred Jaax, Stadt Euskirchen, Pfarrer Max Offermann, Katholische Kirche, Ingrid Schiffer, Caritas, Norbert Weber, Jugendmigrationsdienst, Bodo Froebus, DRK, Kathrin Friedrich, Kath. Jugendagentur, Winfried Rick, Stadt Euskirchen, Pfarrer Edgar Hoffmann und Jens Schramm, Evangelische Kirche, Hermann-Josef Schneider, Caritas, Horst Belter, Evangelische Kirche und Franz Josef Funken, Caritas. Bild Carsten Düppengießer

Euskirchen – In Euskirchen ist, wie derzeit überall im Land, ein verstärkter Zustrom von Flüchtlingen zu verzeichnen. Diese Entwicklung kann eine Kommune vor Probleme stellen, birgt aber auch große Chancen. So sehen es jedenfalls die Initiatoren des Runden Tisches „Neue Nachbarn in Euskirchen“, der sich unlängst erstmalig traf. Bei diesem ersten Treffen ging es schwerpunktmäßig darum, sich untereinander auszutauschen, Ideen zu sammeln und die zukünftige Zusammenarbeit abzustimmen.

Geboren wurde die Idee eines Runden Tisches bei einem ökumenischen Vortreffen von Vertretern der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinden der Kreisstadt und des Caritasverbandes. „Uns war schnell klar, dass wir die künftige Arbeit auf eine möglichst breite Basis stellen wollen“, so Mitinitiator Franz Josef Funken, Vorstand der Caritas Euskirchen. Zum ersten Treffen kamen dann 19 Vertreter verschiedener Organisationen im „Café WorkShop“ der Caritas zusammen: Pfarrer Max Offermann und Pfarrer Anton Lodziana für die katholische Kirche, Pfarrer Edgar Hoffmann, Jens Schramm und Horst Belter von der evangelischen Kirche, Fabian Apel kam für das Katholische Bildungswerk, Norbert Weber vertrat den Jugendmigrationsdienst, Kathrin Weber war für die Katholische Jugendagentur vor Ort, Jule Rüber kam als Vertreterin des Pfarrgemeinderats St. Martin, Bodo Froebus wurde vom DRK entsandt, für die Caritas nahmen – neben Funken – Paul Blum, Claudia Schiffer, Hermann-Josef Schneider und Carsten Düppengießer teil, von der Kreisstadt Euskirchen waren Alfred Jaax und Winfried Rick vertreten.

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Jaax, Leiter des Fachbereichs Schulen, Generationen und Soziales bei der Kreisstadt, berichtet über die aktuelle Situation in Euskirchen. Ende 2014 lebten über 200 Flüchtlinge in Unterkünften im Stadtgebiet. Diese verteilen sich auf drei Standorte in Euskirchen, Flamersheim und Palmersheim. Zusätzlich hat die Stadtverwaltung Wohnungen angemietet. „Anfang des Jahres war dieser Umfang nicht vorhersehbar“, so Jaax. Nach vorsichtigen Prognosen sei für 2015 mit einer Zuweisung von weiteren 300 Flüchtlingen nach Euskirchen zu rechnen. Das Gros der Flüchtlinge komme in Euskirchen aktuell vom Balkan und aus afrikanischen Ländern. „Aus den Bürgerkriegsgebieten in Syrien und dem Irak haben wir zur Zeit relative wenige Flüchtlinge in Euskirchen“, erläuterte Jaax. Vordringlich kümmere sich die Verwaltung um Unterbringung und Einrichtung für die Flüchtlinge. Da der Stadtverwaltung augenblicklich nur Ressourcen für die Erfüllung der vordringlichen Pflichtaufgaben zur Verfügung ständen, sei man für jede Art der Unterstützung dankbar. Aus seiner Sicht brauchen die Menschen vor allem Beschäftigung. Hier seien Freizeit- und Sportangebote hilfreich. Außerdem würden Sprachkurse benötigt.

Sowohl die Evangelische als auch die Katholische Kirche signalisierten hier Unterstützung. Pfarrer Offermann machte Unterkünfte, einen zentralen Ort der Begegnung und Beratung und die Kirchengemeinden als Orte, um die Menschen aus ihrer Isolation zu holen, als Schwerpunkte
möglicher Hilfen aus. „Unsere Pfarrgemeinderäte können hier als Multiplikatoren in die Gemeinden hinein wirken“, betonte der Katholische Seelsorger.

Für die Caritas stellte Blum die Pläne des Wohlfahrtsverbandes vor: „Wir werden im ersten Quartal 2015 einen neuen Raum für offene Angebote in der Flüchtlingshilfe zur Verfügung stellen und ab Februar zusätzlich zu unserer Migrationserstberaterin Ingrid Schiffer eine zweite Kollegin mit dem Arbeitsfeld Flüchtlingshilfe betrauen.“ Im Bereich der Beschäftigungsangebote für Flüchtlinge sei die Einbeziehung der Fahrradwerkstatt der Caritas geplant. Ein Flüchtlingscafé organisiert die Caritas gemeinsam mit der Kirchengemeinde und Ehrenamtlichen schon seit einigen Monaten erfolgreich in Flamersheim. „Einmal im Monat treffen sich hier 40 bis 50 Flüchtlinge, um sich kennen zu lernen und auszutauschen. Der Beratungsbedarf ist allerdings auch sehr hoch, wir haben da immer alle Hände voll zu tun“, berichtete Schneider von der Gemeindecaritas. Pfarrer Offermann stellte Räume für ein vergleichbares Angebot in der Kernstadt in Aussicht.

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Weber vom Jugendmigrationsdienst organisiert gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk Sprachkurse. „Dafür möchten wir Ehrenamtliche ausbilden.“ Diese und andere Ehrenamtliche können auf Unterstützung durch das Katholische Bildungswerk und die Katholische Jugendagentur zählen, die beide auch finanzielle Unterstützung auf diesem Gebiet signalisierten.

Pfarrer Hoffmann betonte, dass Ehrenamt auch immer Hauptamt bedinge und machte als mögliche Einsatzfelder ehrenamtlicher Hilfe die Wohnorte, den Beratungsort und die Kirchengemeinden aus.
„Ich denke, das erste Treffen hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft ganz vieler Organisationen ist, in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden. Viele sind es auch bereits. Für uns wird es nun darauf ankommen sinnvolle Kooperationen ins Leben zu rufen und Ideen gemeinsam umzusetzen“, so Funken abschließend. (eB)

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