Industrie 4.0: Die Zukunft hat bereits begonnen

Im Fraunhofer INT diskutierten auf Einladung des Fraunhofer INT, der Kreissparkasse Euskirchen und der Technik Agentur Euskirchen gut 50 Unternehmer und Wissenschaftler über das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“

Die Akteure der Veranstaltung (v.l.): Michael Franssen (Geschäftsführer Technik Agentur Euskirchen TAE GmbH), Landrat Günter Rosenke, Prof. Dr. Kerstin Steeger, (Professorin Europäische Fachhochschule), Udo Becker (Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Euskirchen), Dr. Martin Brüchert (Leiter Geschäftsfeld Corporate Technology Foresight, Fraunhofer INT), Dr.-Ing. Arnt Vienenkötter (Leiter Kompetenz-Center für Antriebssysteme der Miele Gruppe Euskirchen) und Dr.-Ing. Thomas Gartzen (Geschäftsführer DFA Demonstrationsfabrik Aachen GmbH). Bild: Dagmar Grömping
Die Akteure der Veranstaltung (v.l.): Michael Franssen (Geschäftsführer Technik Agentur Euskirchen TAE GmbH), Landrat Günter Rosenke, Prof. Dr. Kerstin Steeger, (Professorin Europäische Fachhochschule), Udo Becker (Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Euskirchen), Dr. Martin Brüchert (Leiter Geschäftsfeld Corporate Technology Foresight, Fraunhofer INT), Dr.-Ing. Arnt Vienenkötter (Leiter Kompetenz-Center für Antriebssysteme der Miele Gruppe Euskirchen) und Dr.-Ing. Thomas Gartzen (Geschäftsführer DFA Demonstrationsfabrik Aachen GmbH). Bild: Dagmar Grömping

Euskirchen – Nach einem ersten Workshop zum Thema „Sensorik in der Industrie 4.0“ im S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen hatten Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Kreis jetzt erneut Gelegenheit, sich in das komplexe und wichtige Thema „Industrie 4.0 einzuarbeiten. Diesmal hatte das Fraunhofer INT gemeinsam mit der Kreissparkasse Euskirchen und der Technik Agentur Euskirchen TAE ins Fraunhofer INT eingeladen. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Interreg-Projektes TeTRRA organisiert.

„Ich steige in mein Fahrzeug, nenne mein Ziel, mein Wagen setzt den Blinker und startet in Richtung Fraunhofer INT“, veranschaulichte Landrat Günter Rosenke zu Beginn der Veranstaltung „Von der Zukunftstechnologie zu Strategie und Umsetzung“ das Thema „Industrie 4.0“. Dabei nahm der Landrat die gut 50 Unternehmer und Wissenschaftler, die sich in den Räumlichkeiten des Instituts für naturwissenschaftlich-technische Trendanalysen eingefunden hatten, gedanklich auf eine Reise mit, die dank ausgeklügelter Regel- und Steuerungssysteme einmal autonomes Fahren ermöglichen soll.

„Ich brauche dann nur noch zu entscheiden, ob ich energieeffizient die kürzere oder zeitsparend die schnellere Streckenführung einschlagen will.“

Dieses intelligente Miteinander, das in Zukunft den Trend zu personalisierten Produkten unter serienmäßigen Bedingungen ermöglichen soll, wurde während des Workshops ausgiebig diskutiert.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, beim Open Space-Workshop an den unterschiedlichen Ständen mit den Referenten über Strategien, Trends und die praktische Umsetzung zu diskutieren. Prof. Dr. Kerstin Steeger, (rechts, Professorin Europäische Fachhochschule) debattierte mit den Teilnehmern über erfolgreiche Strategiearbeit. Bild: Dagmar Grömping
Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, beim Open Space-Workshop an den unterschiedlichen Ständen mit den Referenten über Strategien, Trends und die praktische Umsetzung zu diskutieren. Prof. Dr. Kerstin Steeger, (rechts, Professorin Europäische Fachhochschule) debattierte mit den Teilnehmern über erfolgreiche Strategiearbeit. Bild: Dagmar Grömping

„Die Industrie 4.0 ist noch längst nicht in den Köpfen aller Unternehmer angekommen“, so Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen, in seiner Begrüßungsansprache. Doch die Industrie 4.0 sei längst keine ferne Zukunftsvision mehr, selbstlernende und sich steuernde Systeme seien vielmehr auf dem Vormarsch, die intelligente Fabrik befinde sich bereits im Aufbau.
Dr. Martin Brüchert vom Fraunhofer INT konnte dies nur bestätigen und präsentierte in seinem anschließenden Vortrag die vielen facettenreichen Technologiefelder, die den Überblick insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen erschweren. „Die Industrie 4.0 ist keine Revolution, sondern eine Evolution, die schon heute beginnt“, so das Fazit Brücherts, der das Geschäftsfeld Corporate Technology Foresight im Fraunhofer INT leitet.

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Wie Unternehmen mit diesen komplexen Entwicklungen umgehen können, zeigte Professorin Dr. Kerstin Seeger anhand der Ergebnisse ihrer aktuellen Studie für die erfolgreiche Strategiearbeit. „Um mein Ziel zu erreichen, muss ich meine Strategie genau formulieren“, erklärte die Professorin der Europäischen Fachhochschule Brühl. Die Verfahrensweise veranschaulichte die Expertin für Strategiearbeit mit dem Beispiel „gesünder zu leben mit mehr Bewegung“ und mit konkreten Maßnahmen „neue Laufschuhe“ (Investition), „Teilnahme an einer Laufgruppe“ (Motivation) und einem „Eintrag im Terminkalender“ (Organisation).

Als lokaler Vertreter aus der Praxis stellte Dr.-Ing. Arnt Vienenkötter, Leiter des Kompetenz-Center für Antriebssysteme der Miele Gruppe in Euskirchen, den aktuellen Stand aus Sicht der Unternehmen in seinem Vortrag mit dem Titel „Industrie 4.0 – Zukunftsvision versus Realität“ dar.

Dr. Martin Brüchert (rechts, Leiter Geschäftsfeld Corporate Technology Foresight, Fraunhofer INT) erörterte mit den Teilnehmern Technologietrends, deren Chancen und Relevanz für das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“. Bild: Dagmar Grömping
Dr. Martin Brüchert (rechts, Leiter Geschäftsfeld Corporate Technology Foresight, Fraunhofer INT) erörterte mit den Teilnehmern Technologietrends, deren Chancen und Relevanz für das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“. Bild: Dagmar Grömping

Auch Dr. Ing. Thomas Gartzen stellte anhand von Praxisbeispielen Ansätze und Möglichkeiten der Industrie 4.0 vor. Der Geschäftsführer der DFA Demonstrationsfabrik Aachen GmbH benannte in seinem Vortrag mit „erhöhter Anpassungsfähigkeit“, „sicherer Prognose“, „besserem Verständnis“ und „durchgängiger Kommunikation“ vier Nutzungsfelder. Aber auch die ethischen Grenzen der Datenspeicherung wurden mit dem Publikum diskutiert. „Die Informationen dürfen nicht dazu genutzt werden, Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen“, resümierte Gartzen, der sich als Oberingenieur am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen mit Fragestellungen der Produktionssystematik beschäftigt und mit seinem Team im realen Produktionsumfeld innovative Lösungen der Industrie 4.0 implementiert und erprobt.

„Ich möchte Sie bewegen“, lud Michael Franssen, Geschäftsführer der Technik Agentur Euskirchen TAE GmbH, die Teilnehmer doppeldeutig zum anschließenden Open Space-Workshop ein, um aufzustehen und an unterschiedlichen Ständen mit den Referenten über Strategien, Trends und die praktische Umsetzung zu diskutieren. Diese Gelegenheit nahmen die Teilnehmer nicht nur dankend an, sondern zeigten bei der Präsentation der Ergebnisse, dass nicht nur der Gedankenaustausch im Vordergrund stand, sondern in den einzelnen Gruppen konkrete Ansätze gefunden wurden. „Es wurde heute deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, gemeinsame Interessen und individuelle Potenziale zu entdecken, komplementäre Partner zu finden und uns in der Region stärker zu vernetzen“, so Franssen beim späteren Zusammentreffen, bei dem die vielen Ideen und Fragen, die während der Veranstaltung zur Sprache kamen, noch bis in die Abendstunden rege diskutiert wurden. Das Feedback zur Veranstaltung fiel durchweg positiv aus.

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Als nächster Schritt ist der Besuch der Demonstrationsfabrik in Aachen (DFA) bei Dr. Thomas Gartzen geplant. Die DFA bietet Unternehmen die Möglichkeit, Entwicklungen im eigenen Unternehmen zu planen und zu simulieren, damit es keine bösen Überraschungen bei der Umsetzung neuer Konzepte gibt. Anmeldungen zu dem Besuch sind noch möglich, Ansprechpartner ist Michael Franssen, TAE GmbH, Telefon 02251-140 121 oder E-Mail mfranssen@tae-gmbh.de. (TAE/epa)

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