Bundesverdienstmedaille für Zingsheimerin Elisabeth Schnichels

Landrat Rosenke verlieh im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck die hohe Auszeichnung – Schon 100.000 Euro für Hilfsbedürftige mit dem „Eulenverein“ erbastelt – Gründerin der Theaterbühne Zingsheim

Sie freut sich von Herzen: Elisabeth Schnichels und der Landrat unmittelbar nach der Verleihung der Verdienstmedaille. Bild:  Walter Thomaßen/Kreispressestelle
Sie freut sich von Herzen: Elisabeth Schnichels und der Landrat unmittelbar nach der Verleihung der Verdienstmedaille. Bild: Walter Thomaßen/Kreispressestelle

Euskirchen – In seiner Laudatio wies der Landrat auf die vielen Aktivitäten von Elisabeth Schnichels hin, die gerade 80 Jahre alt gewordenen ist. Sie habe zwei Jahrzehnte lang immer wieder Pflegefälle in der Familie bis zu deren Tod intensiv betreut und versorgt – angefangen mit ihrem Vater, dann der Schwiegermutter, weiter dem Ehemann und zuletzt ihrem Lebenspartner. „Nach einem schweren Schlaganfall der Schwiegertochter kümmerte sie sich um diese und versorgte zeitgleich ihr gerade einmal eineinhalbjähriges Enkelkind“, so der Landrat. Sie habe sich aber nicht nur in den Dienst ihrer Familie, sondern vielmehr auch in den Dienst der Kirchen- und der Dorfgemeinschaft gestellt.

Günter Rosenke: „So ist sie seit 25 Jahren aktives Mitglied im Pfarrgemeinderat. Hier organisiert sie Pfarrfeste, Altentage, Handwerker- und Weihnachtsmärkte. Und seit mehr als 40 Jahren liest sie die Totenandachten in der Pfarrei Zingsheim.“

Darüber hinaus rief Elisabeth Schnichels bereits 1977 eine Bastelgruppe, den „Eulenverein Zingsheim“ ins Leben. Seitdem treffen sich die Mitglieder, die auch in großer Zahl bei der Ehrung dabei waren, einmal wöchentlich für mehrere Stunden bei ihr zu Hause, um gemeinsam für den guten Zweck zu stricken, zu häkeln und zu basteln.

Die liebevoll erstellten Eulen, Socken und viele weitere Handarbeiten werden auf dem Zingsheimer Weihnachts- oder Handwerkermarkt, auf diversen Basaren oder auch bei ihr zu Hause verkauft.

Die vielen Freundinnen vom "Eulenverein Zingsheim" freuen sich gemeinsam mit der Ausgezeichneten. Pater  Wieslaw Kaczor (r.) und Erich Schell (l.) gratulierten ebenfalls. Bild: Walter Thomaßen/Kreispressestelle
Die vielen Freundinnen vom „Eulenverein Zingsheim“ freuen sich gemeinsam mit der Ausgezeichneten. Pater Wieslaw Kaczor (r.) und Erich Schell (l.) gratulierten ebenfalls. Bild: Walter Thomaßen/Kreispressestelle

Der Verkaufserlös – bis heute über 100.000 Euro – kommt hilfsbedürftigen Gemeindemitgliedern zugute, aber auch karitativen Einrichtungen wie beispielsweise der Hilfsgruppe Eifel, der Kinderkrebshilfe, dem Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn, dem Verein für Selbsthilfe krebskranker Kinder und Jugendlicher, der Indienhilfe Köln, dem Deutschen Roten Kreuz oder den SOS-Kinderdörfern. Auch das Pfarrfest oder die Seniorentage der Gemeinde werden von der Bastelgruppe finanziell unterstützt.

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Neben dem aufgezeigten caritativen Engagement hat Schnichels zudem auch noch ein Herz für die kulturelle Entwicklung in der Gemeinde Nettersheim. 1986 gründete sie die „Theaterbühne Zingsheim“, weil sie das kulturelle Leben im Ort bereichern wollte. Sie ist nicht nur für die Organisation und die Auswahl der Theaterstücke zuständig, sondern führt auch Regie, arbeitet an der Bühnengestaltung mit und assistiert als Souffleuse.
„So sind im Laufe der Jahre immerhin dreiundzwanzig Dreiakter zusammen gekommen, die beim Publikum, sei es in Zingsheim, in der Eifelhöhenklinik in Marmagen, in Gemünd und weiteren Eifelorten, hervorragend ankamen und stets mit großem Beifall und hoher Anerkennung für das Ensemble bedacht wurden“, so der Landrat.

Das soziale und kulturelle Engagement habe dazu geführt, dass Elisabeth Schnichels ein sehr beliebtes und hochgeschätztes Mitglied ihrer Heimatgemeinde sei. Immer stehe sie Rat- und Hilfesuchenden unterstützend zur Seite. In Zingsheim und weit über den Ort hinaus sei sie wegen ihres vielfältigen und langjährigen sozialen und kulturellen Engagements für viele Menschen ein großes Vorbild.
Bevor Landrat Rosenke die Verdienstmedaille überreichte, richtete er noch herzliche Grüße der Ministerpräsidentin NRW, Hannelore Kraft, und der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken aus.
Danach lobten der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Nettersheim, Ferdi Geißler, Erich Schell, er hatte die Anregung zur Ehrung von Frau Schnichels gegeben, sowie Pater Wieslaw Kaczor von der Pfarrgemeinde die hohen Verdienste für Familie und Dorfgemeinschaft von Elisabeth Schnichels. (epa)

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