„Wir würden hier am liebsten weiterarbeiten“

Nach vier Wochen wurde das Azubi-BC an der Billiger Straße jetzt in einer kleinen Feierstunde geschlossen – KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker unterbreitete den vier Auszubildenden des dritten Lehrjahrs bereits ein Übernahmeangebot

Präsentierten sich am letzten Tag in Sektlaune: Die neun Auszubildenden der KSK Euskirchen, die vier Wochen lang in Eigenregie das Beratungscenter an der Billiger Straße geleitet haben, mit dem KSK-Vorstandsvorsitzenden Udo Becker und Ausbildungsleiterin Anke Titz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Präsentierten sich am letzten Tag in Sektlaune: Die neun Auszubildenden der KSK Euskirchen, die vier Wochen lang in Eigenregie das Beratungscenter an der Billiger Straße geleitet haben, mit dem KSK-Vorstandsvorsitzenden Udo Becker und Ausbildungsleiterin Anke Titz. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Das Azubi-Beratungscenter der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) wurde jetzt geschlossen. Nach vier Wochen, in denen die neun jungen Leute in Eigenregie sämtliche anfallenden Arbeiten in der KSK-Filiale an der Billiger Straße erledigt haben, müssen sie ab Montag wieder zurück ins normale Azubi-Dasein. Doch so ganz stimmt das nicht, denn das Selbstvertrauen, das sie hier gewonnen haben, dürfen sie natürlich mitnehmen.

Für die vier Lehrlinge im dritten Ausbildungsjahr hatte der KSK-Vorstandsvorsitzende Udo Becker zum Abschluss des Projekts ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Er bot ihnen nämlich an, bei der Kreissparkasse zu bleiben. Ein Angebot, das keiner ausschlug. Die vier Azubis müssen allerdings noch ihre Abschlussprüfung bestehen. „Bei uns zählt aber nicht nur das Ergebnis der Abschlussprüfung“, berichtete Becker. „Da kann man schließlich mal einen schlechten Tag haben. Wir beurteilen unsere Auszubildenden vielmehr nach vielen verschiedenen Kriterien, wobei das Ergebnis der Abschlussprüfung nur ein Aspekt davon ist.“

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker hatte für die vier Auszubildenden im dritten Lehrjahr eine schöne Überraschung dabei: Er bot ihnen an, bei der Kreissparkasse zu bleiben. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker hatte für die vier Auszubildenden im dritten Lehrjahr eine schöne Überraschung dabei: Er bot ihnen an, bei der Kreissparkasse zu bleiben. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir würden hier am liebsten weiterarbeiten“, sagte Christina Virnich, die gemeinsam mit Thomas Lambertz das Azubi-BC geleitet hatte und am Donnerstag den symbolischen BC-Schlüssel zurückgeben musste. Spaßeshalber hatten die Azubis diesen aus Pappe kopiert. Damit ließ sich Vorstandsmitglied Hartmut Cremer allerdings nicht reinlegen, so dass der „echte“ Schlüssel doch noch rausgerückt werden musste.

Die Azubis bedankten sich vor allem bei den eigentlichen Mitarbeitern des BCs rund um BC-Leiter Thomas Elwart, die vier Wochen lang für die jungen Leute ihren Arbeitsplatz geräumt und ihre Kaffee- und Süßwarenvorräte zur Verfügung gestellt hatten. Letztere wurden von den Azubis am Donnerstag wieder aufgefüllt. Thomas Elwart hatte übrigens die „freie“ Zeit genutzt, um selbst noch rasch eine Fortbildung zu absolvieren, und das erfolgreich, wie die Gäste der Abschlussfeier erfuhren, konnte Udo Becker ihm doch bereits das Zertifikat überreichen. Dank ging auch an Elwarts Stellvertreter Volker Harwarth, der zwei Wochen lang ebenfalls im Hintergrund bereitgestanden hatte, um bei kleineren und größeren Problemen hilfreich einzuspringen.

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Für Ausbildungsleiterin Anke Titz, die die jungen Leute im Vorfeld auf ihre Aufgaben im BC vorbereitet hatte, gab es einen Blumenstrauß. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Für Ausbildungsleiterin Anke Titz, die die jungen Leute im Vorfeld auf ihre Aufgaben im BC vorbereitet hatte, gab es einen Blumenstrauß. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Blumen gab es für Ausbildungsleiterin Anke Titz, die die neun Azubis im Vorfeld gecoacht hatte. „Man kann natürlich nicht jedes mögliche Szenario vorab trainieren, aber die Azubis haben sich dennoch wacker geschlagen, so dass ich mit ihrer Leistung sehr zufrieden bin“, so Titz.

Im anschließenden Pressegespräch erklärten die jungen Leute, dass sie durch die Praxis in Service und Beratung in kurzer Zeit sehr viel dazu gelernt hätten. „Selbständig zu handeln und Verantwortung zu tragen, das lässt einen viel schneller und intensiver in die spätere Arbeitsrolle hineinwachsen“, so Christina Virnich. Ihr Kollege Thomas Lambertz fügte hinzu: „Da wir allerdings schon in unserer Ausbildung lernen, wie man Beratungsgespräche führt und diese auch immer wieder einüben, war die Arbeit hier natürlich nichts gänzlich Neues für uns.“

Laura Wiskirchen (v.l.), Christina Virnich, Judith Grimm und Thomas Lambertz bleiben der KSK Euskirchen erhalten. Sie nahmen das Übernahmeangebot bereits an. Jetzt müssen sie nur noch ihre Abschlussprüfung schaffen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Laura Wiskirchen (v.l.), Christina Virnich, Judith Grimm und Thomas Lambertz bleiben der KSK Euskirchen erhalten. Sie nahmen das Übernahmeangebot bereits an. Jetzt müssen sie nur noch ihre Abschlussprüfung schaffen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Vier Wochen sind allerdings eine recht lange Zeit für ein Azubi-Projekt. Die Direktorin des Vorstandssekretariats, Rita Witt, begründete den Zeitraum damit, dass man die erste Woche allein benötige, um sich im BC zurechtzufinden und die Ordnung dahinter zu verstehen. Erst wenn sich die Azubis eingewöhnt hätten, könnten sie auch die erforderliche Ruhe ausstrahlen, die nötig sei, um die Kunden vertrauensvoll zu beraten.

„Da müssen wir uns natürlich auch bei unseren Kunden bedanken, die das Azubi-BC wieder einmal sehr gut angenommen haben“, so Rita Witt. Das Feedback sei sehr freundlich und voller Zuspruch gewesen und zwar sowohl auf der Facebook-Seite des Azubi-BCs , als auch in persönlichen Mails an den Vorstand.

Die beiden Azubi-BC-Leiter Christina Virnich (v.l.) und Thomas Lambertz bedankten sich bei allen, die das ungewöhnliche Projekt ermöglicht hatten. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die beiden Azubi-BC-Leiter Christina Virnich (v.l.) und Thomas Lambertz bedankten sich bei allen, die das ungewöhnliche Projekt ermöglicht hatten. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Viele Kunden haben uns gesagt, dass sie sich so viel Vertrauen von Seiten des Arbeitgebers auch für ihre eigenen Ausbildungsjahre gewünscht hätten“, berichtete Thomas Lambertz.

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„Wir haben mit diesem Projekt bislang noch keine negativen Erfahrungen gemacht“, so Udo Becker, der das Azubi-BC vor vier Jahren zum ersten Mal im Kreis Euskirchen eingeführt hatte. „Im Gegenteil, unsere Auszubildenden überraschen uns immer wieder, weil sie darauf brennen, uns zu zeigen, was sie schon alles können.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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