„Neugründer sind Motor für wirtschaftlichen Strukturwandel“

Beim 62. GründerFoyer im S-Forum der KSK Euskirchen bekamen Selbständige Einblicke in die Grundlagen der einfachen Buchführung vermittelt – KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker: „Selbständige regen bestehende Firmen an, ihre Positionierung zu hinterfragen“

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker (v.l.), Kosmetikerin Monika Mann, Kreiswirtschaftsförderin Iris Poth und KSK-Kundenberater Rainer Santema beim 62. GründerFoyer. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker (v.l.), Kosmetikerin Monika Mann, Kreiswirtschaftsförderin Iris Poth und KSK-Kundenberater Rainer Santema beim 62. GründerFoyer. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Das trifft nicht nur auf das Erlernen einer neuen Sprache zu, sondern ebenso sehr auf die berufliche Selbständigkeit. Gründer und Gründerinnen benötigen daher in den meisten Fällen Hilfe, damit der Neustart nicht zum Fehlstart wird. Seit Jahren kümmern sich daher die GründerRegion Aachen und die Kreissparkasse Euskirchen intensiv um Menschen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen oder bereits gewagt haben.

Dass diese Hilfen vor allem praktischer Natur sind, konnte man auf dem 62. GründerFoyer der GründerRegion Aachen im S-Forum der KSK Euskirchen erleben. Dort erfuhr eine der jungen Gründerinnen, dass sie ihren Verlust von 2015 auch rückwirkend für das Steuerjahr 2014 geltend machen könne, wo sie noch angestellt war. Dann könne sie sogar vom Finanzamt noch Geld zurückerstattet bekommen. Die Gründerin reagierte mit einem fröhlichen „Hihihi“, denn sie hatte bereits nach nur einer Viertelstunde einen quasi geldwerten Vorteil des kostenlosen GründerFoyers erhalten.

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Gründer für die Wirtschaft insgesamt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Gründer für die Wirtschaft insgesamt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Selbständige schaffen Arbeitsplätze, entlasten die Sozialkassen und füllen die Steuerkassen“, so KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker, der besonders hervorhob, dass Selbständige den Wettbewerb förderten und damit bereits bestehende Firmen anregten, ihre Positionierung zu hinterfragen. „Das ein oder andere Unternehmen wird sich dann vielleicht doch mal mit dem Thema Industrie 4.0 beschäftigen“, so Becker, der betonte, dass nicht zuletzt Neugründer auch ein Motor für den dringend benötigten wirtschaftlichen Strukturwandel seien.

Als Existenzgründer sei es besonders wichtig, gut vorbereitet zu sein und Chancen und Risiken zu analysieren. Dazu wolle das GründerFoyer durch Vorträge und Tipps beitragen. Die KSK als Existenzgründungsberater versorge die Selbständigen darüber hinaus mit einem Gründungsfahrplan, der eine immense „To-Do-Liste“ enthalte und quasi alles liefere, was man als Existenzgründer wissen müsse.

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Steuerberaterin und Buchautorin Franziska Bessau führte auf amüsante Weise in die einfache Buchführung für Selbständige ein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Steuerberaterin und Buchautorin Franziska Bessau führte auf amüsante Weise in die einfache Buchführung für Selbständige ein. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Besucher des GründerFoyers bekamen an diesem Abend zunächst in einem Impulsvortrag von Steuerberaterin und Buchautorin Franziska Bessau einige Grundlagen unter dem Titel „Von der Quittung zur Einkommenssteuer“ vermittelt. Dabei erfuhren Einsteiger, was eine Einnahmen-Überschussrechnung ist, wie man Belege sinnvoll sammelt, wann man Umsatzsteuer entrichten muss und vieles mehr. Zwar gebe es Menschen, die die „meditative Buchführung“ liebten und Posten für Posten von Hand aufschrieben, doch für empfehlenswerter hielt Bessau es, ein entsprechendes Computerprogramm zu nutzen. Gleichzeitig empfahl sie jedoch quasi dem Umweltgedanken zum Trotz, sämtliche elektronischen Belege auszudrucken, da bei einem Festplatten-Crash ansonsten alle Nachweise weg seien.

Im Anschluss berichtet Meike Jürgensen über ihre persönlichen Erfahrungen in der Gründungsphase. Die Ex-Studienrätin betreibt in Blankenheim-Rohr ein Schülercoaching, das effektive Hilfe bei Lernschwierigkeiten und Konzentrationsproblemen verspricht. Zugrundegelegt wird dabei die Teschler-Methode, die unter anderem mit körpertherapeutischen Übungen, Mentaltechniken und Massagen arbeitet. Meike Jürgensen betonte, dass ihr vor allem die Existenzgründungsberatung durch Claudia Albold von der Wirtschaftsförderung Euskirchen hilfreich gewesen sei.

Meike Jürgensen berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen als junge Unternehmerin. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Meike Jürgensen berichtete von ihren persönlichen Erfahrungen als junge Unternehmerin. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Unter den anwesenden Junggründern befand sich auch Monika Mann, die sich in Mechernich-Schützendorf mit einem „Schönheitsgarten“ selbstständig gemacht hat. Dabei geht es nicht um ein Kosmetikstudio im klassischen Sinne, sondern auch um eine Auszeit in der Natur. So stehen neben den kosmetischen Behandlungen auch Leckereien aus dem eigenen Garten auf dem Programm. Auch Monika Mann war gekommen, um von den Vorträgen und den Erfahrungen anderer Gründer zu profitieren.

Gründerinnen und Gründern, so konnte man bei der Veranstaltung erfahren, stehen in der Region vielerlei Hilfen, Tipps und Angebote zur Verfügung, die nur darauf warten, von den Selbständigen abgerufen zu werden. Und das kann sogar unter Umständen lukrativ sein. So startet derzeit die 13. Runde des Gründungswettbewerbs „AC2“, bei dem die drei besten Businessplätze mit 10.000, 7.500 und 5.000 Euro prämiert werden. Nähere Infos erhält man unter info@ac-quadrat.de.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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