Ein Lebkuchenhaus für Flüchtlingskinder

Stotzheimer Grundschüler beschäftigten sich mit Weihnachten in anderen Ländern und Kulturen

26 Schülerinnen und Schülern im Alter von acht bis zehn Jahren bauten gemeinsam ein Lebkuchenhaus für Flüchtlinge. Bild: Carsten Düppengießer
26 Schülerinnen und Schülern im Alter von acht bis zehn Jahren bauten gemeinsam ein Lebkuchenhaus für Flüchtlingskinder. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen-Stotzheim – Die Klasse 3a der katholischen Grundschule Stozheim, „Elefantenklasse“ genannt, hat sich in der Vorweihnachtszeit eine besondere Überraschung für Flüchtlingskinder ausgedacht – ein Lebkuchenhaus. „Wir haben in unserer Klasse viele Kinder mit Migrationshintergrund“, berichtete Klassenlehrerin Nadia Scheel. Im Sachunterricht habe sie mit den 26 Schülerinnen und Schülern im Alter von acht bis zehn Jahren das Thema „Weihnachten in anderen Ländern“ behandelt.

„Sozusagen aus erster Hand konnten die Kinder darüber berichten, wie Weihnachten etwa in Polen, Rumänien, Russland oder Sierra Leone gefeiert wird“, so die Lehrerin. Auch geklärt werden konnte, dass in der Türkei zwar meist kein Weihnachtsfest gefeiert wird, es aber den „Noel Baba“ gibt. Das ist der türkische Nikolaus.

„Im Klassenrat, der wöchentlich stattfindet, haben sich die Kinder dann einstimmig dafür ausgesprochen, ein Lebkuchenhaus zu fertigen und Flüchtlingskindern zu schenken“, erklärte Scheel. Die Lehrerin achtete darauf, nur Süßigkeiten zu verwenden die Halal und somit auch für Moslems essbar sind.

Scheel stellte auch den Kontakt zur „Aktion Neue Nachbarn“ der Caritas Euskirchen her. Peter Müller-Gewiss, Koordinator der Flüchtlingshilfe, besuchte jetzt die „Elefantenklasse“ in Stotzheim und nahm das Präsent stellvertretend in Empfang.

Dabei hatte er Gelegenheit, mit den Kindern über seine Arbeit und die Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, zu sprechen. „Ich war überrascht, wie viel die Kinder bereits wussten und wie sehr sie sich mit der Thematik beschäftigt hatten“, berichtete Müller-Gewiss. „Das Haus nehme ich jetzt gleich mit zum Flüchtlingscafé ins Pfarrzentrum St. Martin in Euskirchen, da sind immer viele Eltern mit ihren Kindern. Die freuen sich ganz bestimmt“, bedankte sich der Caritasmann bei Schulleiterin Sigrid Kücken, Scheel und den Kindern der Klasse 3a.

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„Wir wollten den Flüchtlingskindern schöne Weihnachten wünschen, mit einem Lebkuchenhaus, damit sie was zum Naschen haben“, so die Kinder, die mit der Verwendung ihres Geschenks sehr einverstanden waren. Zum Schluss hatten sie und ihre Lehrerin noch einen Tipp auf Lager: „Wir haben das Haus extra aus Holz gemacht. Wenn die Süßigkeiten verspeist sind, kann man das Haus noch prima zum Spielen benutzen.“ (eB)

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