Wildnis-Trail erhält weitere Auszeichnung

Viertägiges Wanderangebot im Nationalpark Eifel ist Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Über die Auszeichnung des Wildnis-Trails als UN-Dekade Projekt „Biologische Vielfalt“ durch Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (v. r.) freuen sich Initiator des Wildnis-Trails Michael Lammertz, Nationalparkverwaltung Eifel, Cornelia Freuen und Annika Semmler Buchungsstelle Wildnis-Trail, Monschauer Land Touristik, Marion Müller und Karin Birkhoff, Geschäftsführerin bzw. Sprecherin der Angebotsgruppe Nationalpark-Gastgeber, und Gotthard Kirch, Entwickler des Bildungsurlaubs zum Wildnis-Trail, Rureifel-Tourismus. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke
Über die Auszeichnung des Wildnis-Trails als UN-Dekade Projekt „Biologische Vielfalt“ durch Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (v. r.) freuen sich Initiator des Wildnis-Trails Michael Lammertz, Nationalparkverwaltung Eifel, Cornelia Freuen und Annika Semmler Buchungsstelle Wildnis-Trail, Monschauer Land Touristik, Marion Müller und Karin Birkhoff, Geschäftsführerin bzw. Sprecherin der Angebotsgruppe Nationalpark-Gastgeber, und Gotthard Kirch, Entwickler des Bildungsurlaubs zum Wildnis-Trail, Rureifel-Tourismus. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Schleiden/Simmerath – Das Wanderangebot „Wildnis-Trail – in vier Tagen durch den Nationalpark Eifel“ wurde jetzt im Heilsteinhaus im Nationalparkort Simmerath-Einruhr als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), der die Auszeichnung im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade verlieh: „Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Der Jury stach beim Wildnis-Trail insbesondere die gute Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure ins Auge.“

Erdmann sagte, dass sich hierzulande Bürger zunehmend nach Wildnis sehnten und die Wanderer auf dem Wildnis-Trail die spannenden Prozesse der Wildnisentwicklung im Nationalpark Eifel hautnah erleben könnten. Die im vergangenen Jahr vom BfN veröffentlichte Naturbewusstseinsstudie hatte ergeben, dass zwei Drittel der Deutschen Natur umso attraktiver finden, je wilder sie ist.

Neben dem Schutz der Natur haben Nationalparke auch die Aufgabe, der Bevölkerung attraktive Naturerlebnisse zu ermöglichen. Werden solche Naturerlebnisangebote gemeinsam mit Vertretern aus Naturschutz und Tourismus entwickelt, entstehe eine Win-Win-Situation: Die Angebote lenken die Besucher so, dass ökologisch sensible Bereiche geschützt werden, gleichzeitig liefern sie Impulse für die Tourismusentwicklung in der Region.

Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung Eifel und Initiator des Wildnis-Trails: „Eines meiner intensivsten Naturerlebnisse war die Durchwanderung des gesamten Yosemite Nationalparks in Kalifornien 1989.Mit der Entwicklung des Wildnis-Trails – der vollständigen Durchquerung des Nationalparks Eifel von einem zum anderen Ende – wollte ich den Gästen unseres Nationalparks ebenfalls ein solches »Gipfelerlebnis« ermöglichen, heruntergebrochen auf unsere Verhältnisse.“ Ein weiteres Ziel sei gewesen, die gesamte landschaftliche Vielfalt des Nationalparks entlang dieser Wanderstrecke aufzuzeigen.

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In den Jahren 2004 bis 2007 hatten Vertreter unterschiedlicher Interessensgruppen aus der Eifel das viertägige Wanderangebot Wildnis-Trail entwickelt. Das 2004 von Lammertz gegründete und koordinierte Projektteam bestand aus Partnern der Region, wie die drei den Nationalpark umgebenden Touristischen Arbeitsgemeinschaften, die zertifizierten Nationalpark-Gastgeber und Nationalpark-Waldführer, der Eifelverein, Vertreter des ÖPNVs, Buchautoren, ein Verlag sowie Studierende der Fächer Angewandte Freizeitwissenschaften, Foto-Design, Grafik-Design und Geographie.

Die 85 Kilometer lange Strecke vom südlichen Ende in Monschau-Höfen bis zur nördlichen Spitze in Hürtgenwald-Zerkall führt in vier Tagesetappen längs durch den Nationalpark, markiert mit einem stilisierten Wildkatzenkopf. Wanderstrecken zwischen 18 und 25 Kilometern Länge machen dabei sämtliche Landschaften und Lebensräume des Großschutzgebietes erlebbar. Das Wandererlebnis ist auch als Arrangement mit Übernachtungen und Shuttle zum Ausgangspunkt buchbar.

Buchbare Zusatzoptionen sind Gepäcktransport, Begleitung durch einen Nationalpark-Waldführer und Vorschläge für „Faulenzertage“. Der Wildnis-Trail ist in Kooperation mit verschiedenen Bildungsträgern auch als Bildungsurlaub buchbar.

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Nationalparkverwaltung Eifel einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht. Ab sofort wird das Projekt auch auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Bereits 2013 war der Wildnis-Trail das Best-Practice-Beispiel bei der Auszeichnung der Eifel mit dem Sonderpreis Biodiversität im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen von Bundesumweltministerium und Deutschem Tourismusverband.

Wildnis-Trail

  • Gesamtlänge 85 Kilometer in 4 Tagesetappen mit 17-25 Kilometern
  • 1.891 Höhenmeter Anstieg, 2.251 Höhenmeter Abstieg
  • 45 abrufbare Audio- und Video-Dateien über Phänomene entlang des Wildnis-Trails
  • Stärkste Frequentierung in April/Mai und August bis Oktober
  • Wildnis-Trail-Menu bei Nationalpark-Gastgeber
  • 4.000 Bucher seit Markteinführung am 9.10.2007
  • Einzugsgebiet der Bucher wächst stetig
  • Immer mehr Gäste aus den Benelux-Ländern buchen das Arrangement
  • Buchungsstelle ist nach VIABOBNO zertifiziert
  • Qualitätssicherung durch Kundenbefragung
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(epa)

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