IS-Attentäter sollen belgische Atomkraftwerke als Ziele gehabt haben

Laut Medienberichten wurde bei einem der Attentäter von Paris verdächtiges Videomaterial entdeckt – Gefahr eines Anschlags auf Atomkraftwerke immer noch „so hoch wie nie

Laut Medienberichten könnten IS-Attentäter Anschläge auf belgische Atomkraftwerke wie hier Tihange geplant haben. Bild: Robert Schallehn
Laut Medienberichten könnten IS-Attentäter Anschläge auf belgische Atomkraftwerke wie hier Tihange geplant haben. Bild: Robert Schallehn

Belgien – Nach Berichten der belgischen Zeitung „La Dernière Heure“ (DH) hatten die IS-Attentäter von Paris, die für den Tod von 130 Menschen verantwortlich sind, auch Atomkraftwerke im Visier. Dabei beruft sich das Medium auf interne Informationen aus „très bonnes sources“, also sehr guten Quellen. Mögliche Ziele seien Atomrektoren in Belgien, laut DH sei die Anschlagsgefahr immer noch „so hoch wie nie“.

Die belgischen Atomreaktoren Tihange und Dole stehen seit Monaten bereits wegen zahlreicher Risse und Pannen in der Kritik. Laut DH sollen die Ermittler bei einem der Attentäter ein Video entdeckt haben, das die Überwachung eines Privathauses in Flandern zeigt. Der Bewohner soll der Direktor des belgischen Atom-Programmes sein. Laut DH sei dies mittlerweile von den belgischen Justizbehörden bestätigt worden.

Verschiedene Medien berichteten bereits Ende 2014 über die Sichtung von unbekannten Drohnen über mehreren französischen Atomkraftwerken. Im Dezember 2014 wurde laut luxemburgischem Medium Tageblatt.lu ein Verdächtiger von der belgischen Polizei in Ciney durchsucht, in dessen Auto ein USB-Stick mit einem detaillierten Plan des französischen Atomkraftwerks im französichen Chooz gefunden wurde. Im Januar berichtete der belgische Rundfunk nach dem Antiterroreinsatz im belgischen Verviers, dass Soldaten zum Schutz sicherheitsrelevanter Einrichtungen abgestellt wurden – allein 15 für die Bewachung des Atommeilers Tihange.

Eifeler Presse Agentur/epa

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