Euskirchener Schüler gewinnen beim Planspiel Börse über 50.000 Euro

Gespielt wurde beim Online-Wettbewerb der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) nur um virtuelles Kapital – Bei der Abschlussveranstaltung belohnte das älteste Kreditinstitut des Kreises die Schüler aber mit echten Euro – Hier klicken für weitere Bilder auf dem Blog der KSK

Beim Planspiel Börse bei der Kreissparkasse Euskirchen lernten die Jugendlichen nicht nur viel über Finanzgeschäfte, sondern arbeiteten auch gut im Team zusammen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Beim Planspiel Börse bei der Kreissparkasse Euskirchen lernten die Jugendlichen nicht nur viel über Finanzgeschäfte, sondern arbeiteten auch gut im Team zusammen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen/Mechernich – Aktiengeschäfte faszinieren die einen und befremden die anderen. Um Jugendlichen zu zeigen, wie das Auf und Ab an der Börse funktioniert und wie schnell man Geld gewinnen, aber auch verlieren kann, lädt die Kreissparkasse Euskirchen jedes Jahr Schulen des Kreises Euskirchen zum „Planspiel Börse“ ein. Die Gewinner-Teams hatte die KSK am vergangenen Donnerstag in die „Bowl Fabrik“ in der Mechernicher Zikkurat einbestellt, um nach der Siegerehrung gemeinsam Bowling zu spielen.

Das Planspiel Börse ist ein europaweiter Online-Wettbewerb, bei dem Schüler und Studenten ihr virtuelles Kapital an der Börse vermehren können – oder eben verlieren. Gehandelt wird mit den Kursen realer Börsenplätze. Aus dem Kreis Euskirchen hatten mehrere Gruppen teilgenommen – und zwar mit beachtlichem Erfolg und virtuellen Gewinnen von über 50.000 Euro.

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker ließ die Schüler auf gewohnt unterhaltsame und gestenreiche Art von seinem Fachwissen profitieren und gab allerlei Tipps rund um Finanzgeschäfte. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker ließ die Schüler auf gewohnt unterhaltsame und gestenreiche Art von seinem Fachwissen profitieren und gab allerlei Tipps rund um Finanzgeschäfte. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen, warnte die Heranwachsenden aber vor Euphorie: „Langfristig, über viele Jahre gesehen, können Aktiengeschäfte die besten Renditen bringen. Kurzfristig kann es aber auch gewaltig nach unten gehen – das muss man aushalten können.“ So empfahl der Finanzexperte, bei Geldanlagen immer nur einen gewissen Teil in Aktien zu investieren und sich bewusst zu sein, dass man dabei ein Risiko eingeht.

Den Schülern gab KSK-Chef Udo Becker noch auf den Weg, sich rechtzeitig um eine Zusatzrente zu kümmern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Den Schülern gab KSK-Chef Udo Becker noch auf den Weg, sich rechtzeitig um eine Zusatzrente zu kümmern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Hier hattet ihr kein Risiko, denn ihr habt kein echtes, eigenes Geld investiert“, erinnerte der Vorstandsvorsitzende. Insgesamt hätten die Kreis Euskirchener Schulen gute Ergebnisse eingefahren. Mit Bravour hatten sich die KSK-Auszubildenden geschlagen, und zwar entgegen dem bundesweiten Trend, wie Becker berichtete: „In Deutschland liegen bei den Ergebnissen die Schüler vor den Lehrern, dann kommen die Azubis. Das Team unserer Azubis Daniel Franzen, Stephan Michels und Jaqueline Schmitz hat im gesamten Rheinischen Verband aber einen hervorragenden 10. Platz von 245 Teilnehmergruppen errungen!“

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Mit ihrer „Wallis“ getauften Gruppe haben die angehenden Banker in der Nachhaltigkeitswertung einen Wert von 1.672,31 Euro erspielt. Beste Schülergruppe des Kreises in der Nachhaltigkeitswertung wurde „Team Rocket“ von der Marienschule Euskirchen mit 2.265,72 Euro, das dazu auch noch den dritten Platz in der Depotgesamtwertung errang: Lorenz Contempree, Jannis Traußing, Moritz Wendt und Devran Yazgi gewannen 51.744,37 Euro und wurden dafür neben dem Bowlingspaß mit insgesamt 300 Euro belohnt.

Becker lobte das „Team Rocket“ für das wirklich raketenhafte Durchstarten und meinte nach der Analyse der Kurve in den Börsencharts: „So ein Verlauf würde bei jedem Fondmanager Begeisterung auslösen!“

Nach Abschluss der Siegerehrung durften die Schüler sich auf Einladung der KSK auf der Bowlingbahn austoben. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Nach Abschluss der Siegerehrung durften die Schüler sich auf Einladung der KSK auf der Bowlingbahn austoben. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Platz 2 in der Nachhaltigkeit belegte ebenfalls die Marienschule mit dem Team „Die Abzocker“ bestehend aus Melanie Dickopp, Susanne Bredthauer, Theresa Decker, Michelle Motter, Anna Pierdzioch und Mira Wurbs. Udo Becker und Nadine Greuel von der Vertriebssteuerung der KSK übergaben der Gruppe dafür einen Scheck über 150 Euro. Auf dem 3. Platz landete „Logonücken“ vom Emil-Fischer-Gymnasium Euskirchen mit Erik Wiebe und Alexander Ernst, die dafür 100 echte Euro mit nach Hause nehmen durften.

Den mit 200 Euro von der KSK dotierten 1. Platz in der Depotgesamtwertung errangen Amber Akbar und Carina Schnitzler von der Städtischen Realschule Bad Münstereifel mit einer Summe von 52.733,81. Die „Flitzefritten“ der Realschule Mechernich, also Hanna Hladik und Diana Zimmermann, lagen mit 51.865,01 Euro nur knapp dahinter und bekamen dafür 100 Euro geschenkt.

Ehe es zum Bowlingspaß ging, machte Udo Becker aber noch auf ein ernstes Thema aufmerksam: „Wenn Sie demnächst 2000 Euro netto verdienen, was glauben Sie, wie viel Rente Sie später bekommen?“ Ein Raunen ging durch die Schülermenge, als der Sparkassenchef mitteilte, dass sie nur mit 1100 Euro rechnen dürften – wenn überhaupt. „Um das zu kompensieren und der Altersarmut zu entgehen, lohnt es sich, schon jetzt dieses Thema anzugehen“, so Becker. Denn momentan reichten etwa 200 Euro, um durch eine Zusatzrente später auf 2000 Euro zu kommen, berichtete Becker: „Wenn Sie das erst mit 40 Jahren angehen, müssen sie mehr als das Doppelte einzahlen.“

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Schülerin Theresa Decker berichtete: „Das Planspiel Börse haben alle in Sozialwissenschaften gemacht, am Anfang war es eher Pflichtprogramm, aber im Lauf der Wochen hat es richtig Spaß gemacht“. Mit echtem Geld an der Börse „zocken“ würde sie aber noch nicht, „dafür habe ich noch zu wenig Erfahrung“.

Lorenz Contempree vom „Team Rocket“ war von Anfang an Feuer und Flamme. Sein Team hat eine eigene „WhatsApp“-Gruppe eingerichtet, um immer auf dem Laufenden über die Börsengeschäfte zu bleiben. „Im Internet habe ich viele Tipps gefunden“, so der Marienschüler. Seine Lehrerin Ulrike Lessnow berichtete, dass die Jugendlichen nicht nur mehr über Finanzgeschäfte gelernt haben: „Die Schüler haben wesentlich intensiver die Nachrichten verfolgt und gut im Team zusammengearbeitet.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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