Mobiles Jugendheim fährt zu jungen Leuten aufs Land

CDU Kreistagsfraktion informiert über Pläne, Daten und Fakten aus dem Jugendhilfeausschuss – Derzeit befinden sich 85 unbegleitete Jugendliche im Kreis Euskirchen

Ein Thema des Jugendhilfeauschusses war die ländliche Jugendarbeit. Symbolbild: epa
Ein Thema des Jugendhilfeauschusses war die ländliche Jugendarbeit. Symbolbild: epa

Kreis Euskirchen – Der Bedarf an KiTa Plätzen für unter Dreijährige steigt im kommenden Jahr um 206 Plätze auf 1.244 Plätze. Dies berichtet jetzt die CDU Kreistagsfraktion aus dem vergangenen Jugendhilfeausschuss (JHA). Ebenfalls habe sich der Bedarf an Plätzen von über Dreijährigen kreisweit um 165 Plätze auf 4.902 Kinder erhöht. „In allen Gemeinden des Kreises, mit Ausnahme der Gemeinden Kall und Hellenthal, haben wir Zuwächse im Kindergartenbereich“, so JHA-Mitglied Rita Gerdemann.

Ebenso zeichneten sich im Kreis Euskirchen erwartungsgemäß steigende Bedarfe an Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder von Asylbewerbern/innen zwischen einem und sechs Jahren ab. Der Landschaftsverband Rheinland habe daher ein Projekt „Kinderbetreuung in besonderen Fällen – Brückenprojekt“ ausgeschrieben, an dem der Kreis Euskirchen teilnehme. „Hier bekommt der Kreis Euskirchen 100.000 Euro für ein Projekt, in dem bis zu fünf Kinder von einer pädagogisch qualifizierten Kraft bis zu zehn Stunden pro Woche betreut werden mit dem Ziel, diese Kinder auf eine Betreuung in einer Regeleinrichtung vorzubereiten“, so Gerdemann weiter. Dabei würden vor allem jene Kinder erfasst, die im Sommer eingeschult werden. Derzeit hielten sich 328 der in Frage kommenden Kinder zwischen null und sechs Jahren im Kreis Euskirchen auf.

Kitas in sozialen Brennpunkten im Kreis würden zusätzlich mit 25.000 Euro gefördert, um Sprachförderprogramme o.ä. durchführen zu können. Das Land NRW habe die Kindpauschalen, die an die Kreise gezahlt werden, für das kommende Kindergartenjahr um ca. sechs Prozent erhöht. KiTas in kommunaler Trägerschaft bekämen auch im Kindergartenjahr 2016/17 einen 85prozentigen Zuschuss aus den Kindpauschalen.

Weiterhin teilte die CDU Kreistagsfraktion mit, dass der Kreis Euskirchen gemeinsam mit der Städte Region Aachen am Leitprojekt „Beteiligung(s)mobil – ländliche Jugendarbeit sucht auf und vernetzt“ teilnehme. Das Projekt werde zu 65 Prozent gefördert. Hierzu solle ein Jugendmobil (Bus) unter aktiver und systematischer Beteiligung von Jugendlichen so ausgebaut werden, dass es als Beförderungsmittel und als mobile Jugendeinrichtung nutzbar sei.
Ausgestattet werden solle dieses „mobile Jugendheim“ mit Laptop, Multimedia Tools, Basketballkorb, Bällen, Gesellschaftsspielen etc. und als aufsuchende Jugendarbeit neue Zielgruppen im ländlichen Bereich erschließen.

Darüber hinaus sollen insbesondere im Hinblick auf Vernetzung und Kooperation mit Vereinen, Verbänden und Schulen im Ganztag neue Impulse gesetzt werden. Begleitet werde dieses Projekt von einem/einer Erlebnispädagogen/in.

In Sachen Unbegleitete Jugendliche im Kreis Euskirchen informierte die CDU darüber, dass sich derzeit 85 unbegleitete Jugendliche im Kreis Euskirchen befinden würden. Hiervon seien 19 bei Verwandten, 21 in privaten Einrichtungen, 13 in Heim- bzw. Familiengruppen, 29 in Gastfamilien, 2 in Bereitschaftspflege und ein Jugendlicher in betreutem Wohnen untergebracht.

„Das Ziel des Jugendamtes Euskirchen ist es, 50 Jugendliche in Familien unterzubringen, da hier die beste Integration stattfinden kann“, so die Kreistagsfraktion. Die Jugendlichen hätten vom ersten Tag an eine geregelte Tagesstruktur und würden von Fachpersonal und Ehrenamtler betreut.

Alle Familien, die Jugendliche aufnehmen, würden von Jugendamt beraten und seien im Vorfeld geschult worden. „Unser aller ausdrücklicher Dank gilt diesen Familien, die sich über das normale Maß in der Flüchtlingsproblematik engagieren. Das ist gelebte Willkommenskultur“, so Dr. Sabine Dirhold, stellvertretende Landrätin und Sprecherin der CDU im JHA.

Zukünftig werde es auch im Kreishaus ein Familienbüro „Mit Kind im Kreis Euskirchen“ geben. Dieses Familienbüro soll ein direkter Zugang zu frühen Hilfen und eine telefonische und persönliche Anlauf- und Informationsstelle für Eltern sein. An einem Vormittag und einem Nachmittag in der Woche könnten sich hier Eltern direkt über diverse Angebote rund ums Kind und das Thema Elternschaft informieren. (epa)

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