Steinkauz-Ausstellung im Kreishaus Euskirchen

Im Kreis Euskirchen gab es im letzten Jahr 123 besetzte Steinkauz-Reviere – Insgesamt erblickten über 300 Jungvögel das Licht der Welt

Im Kreishaus dreht sich alles um den Steinkauz. Bild: Rosl Rößner.
Im Kreishaus dreht sich alles um den Steinkauz. Bild: Rosl Rößner.

Eifel – „Den Steinkauz im Dorf lassen“, so lautet der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 31. März im Foyer des Kreishauses Euskirchen zu sehen ist. Konzipiert wurden die sieben Rollups, die im Kreishaus erstmalig gezeigt werden, von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) mit Sitz in Bad Münstereifel. Mit der Ausstellung soll auf die Art und ihren Lebensraum aufmerksam gemacht und für den Schutz geworben werden. Der Steinkauz ist ein Mäusefänger mit Geschichte. Mit der Rodung der Wälder in Antike und Mittelalter haben sich dem Kauz in Europa neue Lebensräume eröffnet. Der Steinkauz ist deshalb der Symbolvogel für von Wiesen und Weiden dominierte Kulturlandschaften.

Mehr als Dreiviertel des gesamten deutschen Bestandes, der ca. 6.000 Brutpaare umfasst, lebt in Nordrhein-Westfalen. Ein großer Teil davon in der Kölner Bucht. Hier besiedelt der nur gut 20 Zentimeter große und etwa 200 Gramm schwere Kauz mit den gelben Augen vor allem die mit alten Obstbäumen bestandenen Wiesen und Weiden am Rand der Ortschaften.

Im Kreis Euskirchen gab es im letzten Jahr 123 besetzte Reviere. 90 Steinkauzpaare brüteten erfolgreich. Aus diesen Bruten gingen über 300 Jungvögel hervor.

Diese erfreulich hohe Zahl ist Peter Josef Müller und Rita Edelburg-Müller aus Kall zu verdanken. Im Auftrag der EGE beobachten sie die Entwicklung des Steinkauzbestandes im Kreis Euskirchen. Die Müllers betreiben mit dem Aufhängen und Warten künstlicher Nistkästen so etwas wie ein „Wohnungsbauprogramm“ für den Steinkauz und werben bei Städten, Gemeinden und Landwirten für den Schutz dieser einst weit verbreiteten Eulenart. Die Müllers kennzeichnen seit vielen Jahren den jährlichen Steinkauz-Nachwuchs im Kreis Euskirchen mit Ringen der Vogelwarte Helgoland, um mehr über das Leben der Käuze zu erfahren und sie immer besser schützen zu können. Als die Müllers vor gut 15 Jahren im Kreis Euskirchen mit dem Schutz der Steinkäuze begannen, brüteten hier nur noch 30 bis 40 Paare. Der Kauz drohte ganz zu verschwinden. Für ihr Engagement wurden die Müllers 2010 mit dem Kreisnaturschutzpreis ausgezeichnet.

Wer mehr über den Steinkauz erfahren möchte, hat hierzu am 18. März Gelegenheit. Im Rahmen eines abendlichen Spaziergangs (Dauer ca. 1,5 Stunden) wird Peter Josef Müller Interessierten den Lebensraum und Möglichkeiten zum Schutz nahebringen. Mit etwas Glück können die derzeit balzenden Steinkäuze rufend angetroffen und beobachtet werden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt der Führung am 18. März 2016 um 18.15 Uhr ist die Kirche in Zülpich-Merzenich.
Die Ausstellung soll übrigens auf Reisen gehen. In Rathäusern, Sparkassenfilialen und landwirtschaftlichen Einrichtungen soll sie auf den Schutz des Steinkauzes aufmerksam machen. Wer die Ausstellung buchen möchte, möge sich bitte mit der EGE in Verbindung setzen. Am besten per Mail unter egeeulen@t-online.de. (epa)

Kommentar verfassen