Wanderwegenetz im Kreis Euskirchen soll komplett neu überarbeitet werden

Für die Umsetzung des Projekts stehen insgesamt 794.000 € zur Verfügung, davon 80 Prozent aus EU- und Landesmitteln

Das Wanderwegenetz im Kreis Euskirchen soll komplett erneuert werden, dafür stehen knapp 800.000 Euro zur Verfügung. Bild; Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Wanderwegenetz im Kreis Euskirchen soll komplett erneuert werden, dafür stehen knapp 800.000 Euro zur Verfügung. Bild; Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Das Wanderwegenetz im Kreis Euskirchen soll in den nächsten drei Jahren von Grund auf überarbeitet werden. Mit dem Projekt „Wanderwelt der Zukunft – Eifelspuren und Eifelschleifen“ sollen die Wege unter wandertouristischen Gesichtspunkten aufgewertet werden, um die heutige Wandergeneration mit einem attraktiven Angebot noch besser ansprechen zu können. „Das bestehende Netz spricht anspruchsvolle Wanderer und die verschiedenen Zielgruppen der Region eher weniger an, so dass die Nordeifel bei ihrem Kernthema Wandern auf Dauer nicht mit den Konkurrenten aus der Eifel und anderen deutschen Mittelgebirgen mithalten kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der Nordeifel Touristik (NET).

Neben neu konzipierten örtlichen Rundwanderwegen, die allesamt einheitlich, lückenlos und systematisch markiert werden sollen, seien rund 15 bis 20 thematische, besonders inszenierte Qualitäts-Rundwanderwege inklusive Beschilderung geplant. Die prominenten Fernwandwege Eifelsteig, Römerkanal-Wanderweg und AhrSteig würden über Schleifen an die neuen Wege angedockt.

Durch das erfolgreiche Abschneiden des Projektes „Wanderwelt der Zukunft – Eifelspuren & -schleifen“ beim Tourismusaufruf „Erlebnis.NRW Tourismuswirtschaft stärken“ des NRW-Wirtschaftsministeriums stünden dem Kreis Euskirchen für die Umsetzung insgesamt 794.000 € zur Verfügung, davon 80 Prozent aus EU- und Landesmitteln.

Iris Poth und Patrick Schmidder (Nordeifel Tourismus GmbH) stellten das Projekt jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin 2016 (ITB) vor. Bild: NET
Iris Poth und Patrick Schmidder (Nordeifel Tourismus GmbH) stellten das Projekt jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin 2016 (ITB) vor. Bild: NET

Neben der Neukonzeption, der Ausweisung und der Beschilderung der neuen Wege seien flankierend umfangreiche Maßnahmen zur Vermarktung und zur Produktentwicklung geplant. Damit werde auch die Landestourismusstrategie gestärkt, mit der Nordrhein-Westfalen und die Eifel noch deutlicher als Kurzreiseziel positioniert werden sollten.

„Ein wichtiges Projektziel ist die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Deshalb werden touristische Anlaufpunkte wie Ausflugsziele, Tourist-Informationen, Übernachtungsbetriebe, Gastronomie, Einzelhandel, Wanderbahnhöfe und öffentlicher Nahverkehr bei den Routenverläufen eingebunden“, heißt es weiter.

Ein begleitendes Weilerbildungsprogramm sorge fachlich für die Einbeziehung der touristischen Akteure, die ebenso wie das Wegenetz fit für die Zukunft gemacht werden sollen.  An dem Projekt des Kreises Euskirchen seien als wichtige Partner die Nordeifel Tourismus GmbH, die kreisangehörigen Kommunen, der Eifelverein mit seinen Ortsgruppen, die Naturparke Rheinland und Nordeifel sowie das Nationalparkforstamt Eifel beteiligt. Auch das Regionalforstamt Hocheifel-Zülpicher Börde, private Waldbesitzer und die Untere Landschaftsbehörde würden bei der Umsetzung frühzeitig einbezogen. Projektträger ist der Kreis Euskirchen. Das Projektmanagement setzt sich zusammen aus Vertretern der Kreisverwaltung Euskirchen und der NET. Unterstützend wird vom Träger eine auf drei Jahre befristete Projektstelle in Vollzeit in der Geschäftsstelle der NET in Kall.

„Neben dem Fokus auf die Gäste der Eifel wird mit dem Projekt auch dem demografischen Wandel in der Region Rechnung getragen. Die teilweise großzügig angelegten Netze an örtlichen Rundwanderwegen können von den Ortsgruppen des Eifelvereins auf Dauer nicht adäquat instand gehalten werden. Eine Optimierung einhergehend mit einer Reduzierung von Wanderwegen soll daher die Arbeit der Ehrenamtlichen erheblich erleichtern“, so die Net weiter. Diesen Ansatz verfolge auch der Hauptverein des Eifelvereins bei der bevorstehenden Reduzierung der Hauptwanderwege, der beim Projekt des Kreises Euskirchen mit betrachtet werde.

Um die „Wanderwelt der Zukunft“ dauerhaft und sicher in bester Qualität zu erhalten, werde im Rahmen des Projektes gemeinsam mit den Partnern ein nachhaltiges Wegemanagement mit einem finanzierbaren Unterhaltungssystem aufgebaut.

Nach der erfolgreichen Realisierung des Projektes Rad- und Wanderbahnhöfe sei der Kreis Euskirchen stolz, nun auch im Folgewettbewerb des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Projekt „Wanderwelt der Zukunft – Eifelschleifen & Eifelspuren“ wieder auf dem Siegertreppchen zu stehen.

Nachdem der Kreis Euskirchen den formal notwendigen Förderantrag im Februar 2016 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht hat, gehen die Verantwortlichen von einem Projektbeginn noch im Frühjahr 2016 aus. Neben der personellen Besetzung der Projektstelle ist zu Beginn des Projektes eine Kick-off-Veranstaltung mit allen Beteiligten geplant. (epa)

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