„Ich mag es, dass man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann“

Von Charlotte Gossen Die meisten Menschen stellen sich unter einem Gärtner einen Mann mit grüner Schürze und Strohhut vor, der entspannt im Gewächshaus seine Blumen gießt, doch die Realität des Kaller Gärtners Christoph Geschwind sieht anders aus

Gärtner Christoph Geschwind (rechts) - hier mit seinen beiden Mitarbeitern Lisa Rauw und Malte Laser - betreibt in Kall seit zwei Jahren das Blumenfachgeschäft Geschwind im Ortskern. Bild: Charlotte Gossen/Eifeler Presse Agentur/epa
Gärtner Christoph Geschwind (rechts) – hier mit seinen beiden Mitarbeitern Lisa Rauw und Malte Laser – betreibt in Kall seit 20 Jahren das Blumenfachgeschäft Geschwind, das seit drei Jahren im Rewe-Center zu finden ist. Bild: Charlotte Gossen/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall  – Während fast alle anderen Menschen noch schlafen, ist Christoph Geschwind längst auf den Beinen. Einmal in der Woche macht sich der Kaller schon um 3 Uhr morgens auf den Weg zum Niederrhein, um dort Blumen für seine beiden Betriebe in Köln und Kall zu ersteigern. „Die Vorstellung, die die meisten von einem Gärtner haben, entspricht überhaupt nicht der Realität“, so Geschwind, der in Kall seit drei Jahren das Blumenfachgeschäft Geschwind im Rewe-Center betreibt und schon seit 20 Jahren in Kall als Gärtner aktiv ist. .„Viele denken, man müsste lediglich ein paar Blümchen gießen“, doch in Wahrheit st ecke viel mehr dahinter. Der 49-Jährige fährt nicht nur einmal pro Woche zur Blumenversteigerung, er besucht auch zwei Mal in der Woche den Großmarkt in Köln.

Darüber hinaus wird er vier Mal in der Woche von einem Lieferanten mit Blumen versorgt. Zu seinen weiteren täglichen Aufgaben gehört es, die eingekauften Blumen auf seine beiden Geschäfte zu verteilen. Neben den Einkäufen und seinen Tätigkeiten als Florist, betreibt er auch noch Grabpflege und arbeitet für ein Dienstleistungsunternehmen zur überörtlichen Vermittlung von Blumen, Blumensträußen und Blumenarrangements. Hierbei können Kunden Blumen weiterverschicken. Die erhaltenen Aufträge werden in den jeweiligen Geschäften umgesetzt, die Blumenarrangements erstellt und sodann zu den entsprechenden Empfängern gebracht.

Obwohl Christoph Geschwind eigentlich Elektriker werden wollte, entschied er sich nach seinem Schulabschluss für eine Lehre als Gärtner. Nachdem er die Meisterschule absolviert hatte, übernahm er den Betrieb seiner Eltern. Heute ist er schon seit 32 Jahren als Gärtner tätig.

Am liebsten in seinem Beruf habe er den Umgang mit Pflanzen, den Kontakt zur Kundschaft und seine Selbständigkeit. „Ich mag es, dass man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann“, erklärt er. Die Kreativität gehöre zu der für diesen Beruf wichtigsten Fähigkeit, um Blumen und Sträuße dekorativ und anschaulich zu gestalten. „Man sollte darüber hinaus aber auch flexibel und körperlich gesund sein“, so Geschwind. Trotz der Kreativität, die in diesem Beruf gefragt sei, gebe es aber nur wenig junge Leute, die Gärtner werden wollten. Insgesamt beschäftigt der 49-Jährige sechs Angestellte und eine Aushilfskraft.

Zu den komplexeren Aufgaben von Christoph Geschwind gehört das Erstellen von großen Blumenarrangements für Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten. „Unsere Blumen sind qualitativ sehr hochwertig“, sagt er, dies sei auch der Grund, warum der Kunde oft länger Freude daran habe als zuweilen bei Blumen aus dem Supermarkt.

„An den Festtagen, wie Ostern, Muttertag und Valentinstag, machen wir den meisten Umsatz“, erklärt er. Aber auch an diversen Namenstagen oder Weihnachten sei immer viel im Blumenladen los. Geschwind verrät außerdem, dass die Rose die wohl meist gekaufte Blume im Jahr ist.

Eifeler Presse Agentur/epa

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