BIG: Alternative zu Langeweile und Nichtstun in den Unterkünften

Kreisstadt Euskirchen und Caritas Euskirchen haben Arbeitsprojekt BIG (Beschäftigung und Integration) für Geflüchtete gestartet

Teilnehmer des Projekts und die beiden Caritasmitarbeiter Stefan Rohde (1v.l.) und Norbert Olschewski (1v.r.) auf dem Gelände der Städtischen Bewegungskita Kölner Straße. Bild: Carsten Düppengießer
Teilnehmer des Projekts und die beiden Caritasmitarbeiter Stefan Rohde (1v.l.) und Norbert Olschewski (1v.r.) auf dem Gelände der Städtischen Bewegungskita Kölner Straße. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen –  Seit rund zwei Wochen ist eine erste Gruppe von zwölf Geflüchteten im Projekt BIG aktiv. BIG bedeutet Beschäftigung und Integration für Geflüchtete und wird gemeinsam von Caritas und Kreisstadt Euskirchen organisiert. Ziel ist es, den neuen Nachbarn über Bildung und Beschäftigung Teilhabe und Integration in ihrer neuen Heimat zu ermöglichen. Die Teilnehmer stammen aus Syrien, Ghana, Afghanistan, Irak und Pakistan. Das Projekt ist zunächst auf eine Laufzeit von einem Jahr angelegt, verbindet praktische Arbeit in Einrichtungen und Liegenschaften der Kommune mit theoretischen Schulungsinhalten und soll künftig um weitere Gruppen aufgestockt werden.

Die Kreisstadt weist dabei Asylsuchende der Caritas zu, die sodann die Anleitung und Schulung der Menschen übernimmt. Die Finanzierung des Projekts funktioniert ähnlich wie bei den als 1-Euro-Jobs bekannten Maßnahmen für Langzeitarbeitslose. Die Teilnehmer erhalten für jede erbrachte Stunde 1,05 Euro zusätzlich zu ihren sonstigen Bezügen. Die Kreisstadt Euskirchen sieht hier die Möglichkeit, dass die Asylbewerber aus den Unterkünften herauskommen, etwas Sinnvolles tun und darüber hinaus zusätzliches Geld verdienen. Nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ achtet die Stadt aber gleichzeitig darauf, ob jemand der zugewiesenen Personen die Arbeiten verweigert. In dem Fall haben die Betreffenden mit Leistungskürzungen zu rechnen.

Eingesetzt werden die Geflüchteten zunächst in den 21 Kitas der Kreisstadt. Start war in der Kita auf der Kölner Straße. „Wir sind dort aktuell mit der Grünflächenpflege, dem Ausbessern von Gartenmobiliar und kleinere Reparaturarbeiten beschäftigt“, so Caritas-Anleiter Norbert Olschweski. Der Handwerksmeister und sein Kollege Stefan Rohde organisieren den praktischen Teil der Maßnahme und setzen die Teilnehmer nach ihren Fähigkeiten ein. „Wir haben in der ersten Gruppe das Glück, einen gelernten Mechaniker aus Ghana dabei zu haben, der sich um die Zwei- und Dreiräder der Kinder kümmern konnte.“ Die Gefährte sind mittlerweile alle wieder in einem einwandfreien Zustand, sehr zur Freude der Kinder.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Großformatige Collagen im „Kinderkram“

 

Neben der praktischen Beschäftigung will BIG durch die Vermittlung von theoretischen Lerninhalten und sozialpädagogischer Begleitung den Teilnehmern die Integration in Deutschland erleichtern. Auf dem Lehrplan stehen etwa vertiefender – auf die Arbeitswelt bezogener – Sprachunterricht oder die Vermittlung von europäischen Werten, Normen und Lebensformen.

„Wir haben zunächst von jedem Geflüchteten ein Qualifikationsprofil erstellt. Über die Projektlaufzeit werden wir regelmäßig mit ihnen ihre Erfahrungen in der Arbeit und mit ihren Kollegen besprechen und Bewerbungstrainings abhalten“, erläutert Diplom-Pädagogin Lydia Honecker, die das Projekt für die Caritas koordiniert.

Das Projekt verfolge dabei zwei Ziele. Kurzfristig stehe die Beschäftigung im Fokus. Die Menschen erhielten mit dem Projekt eine Alternative zu Langeweile und Nichtstun in den Unterkünften, was von enormer Wichtigkeit sei. Mittelfristig sollen die Geflüchteten durch das Projekt fit gemacht werden für den ersten Arbeitsmarkt. „Wenn die Menschen ihren Aufenthaltsstatus haben, brauchen sie Arbeit, damit sie sich eine selbstbestimmte Zukunft als unsere neuen Nachbarn aufbauen können“, betont Caritaschef Franz Josef Funken. (eB/epa)

 

Kommentar verfassen