Bei der „ene“ kann man schon heute Berufe von Morgen erlernen

Experten des regionalen Energiedienstleisters luden knapp 130 SchülerInnen des Clara-Fey-Gymnasiums zu Exkursionen in den Bürgerwindpark Schleiden, den Sun Park Herhahn und in die Biogasanlage Vellerhof ein

Solarexperte Alexander Böhmer erklärte Aufbau und Funktionsweise eines Solarparks. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Solarexperte Alexander Böhmer erklärte Aufbau und Funktionsweise eines Solarparks. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Eifel – Regenerativen Stromerzeugungsanlagen gehört die Zukunft. Das ist das klare Bekenntnis der ene-Unternehmensgruppe, die bis 2030 die Kunden in ihrem Versorgungsgebiet mit rein regenerativer Energie beliefern möchte. Die Weichen dazu sind längst gestellt. Damit das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, sucht der regionale Energiedienstleister bereits heute den Nachwuchs von Morgen, der sich in den neuen Berufen ausbilden lassen möchte. Am Dienstagmorgen trafen die Experten der „ene“ im Rahmen einer Schulkooperation auf knapp 130 SchülerInnen des Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasiums in Schleiden, um diese über die Wichtigkeit der Energiewende und über die Bedeutung regenerativer Stromerzeugung zu informieren. Die SchülerInnen besuchen die EF (Jahrgangsstufe 10) und hatten sich zu Zweidritteln bereits intensiv mit Regenerativen Energien im Rahmen des Erdkundeunterrichts beschäftigt, wie Erdkundelehrer Wolfgang Kerp verriet.

Sandra Ehlen (v.r), Kerstin Hoffmann, Matthias Mark, Franziska Goris und Walter Bornemann von der ene-Unternehmensgruppe informierten über Ausbildungsmöglichkeiten beim regionalen Energiedienstleister. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Sandra Ehlen (v.r), Kerstin Hoffmann, Matthias Mark, Franziska Goris und Walter Bornemann von der ene-Unternehmensgruppe informierten über Ausbildungsmöglichkeiten beim regionalen Energiedienstleister. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Nachdem Sandra Ehlen, die gemeinsam mit Kerstin Hoffmann für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der „ene“ zuständig ist, die ene-Unternehmensgruppe vorgestellt hatte, erklärte Walter Bornemann von der Personalabteilung, dass man bei der „ene“ zum einen eine Ausbildung zum Elektroniker/zur Elektronikerin für Betriebstechnik, zum anderen aber auch eine Ausbildung zum Industriekaufmann/-kauffrau absolvieren könne. „Für die dreieinhalbjährige Elektroniker-Ausbildung sind mathematische und physikalische Kenntnisse natürlich vorteilhaft, doch sind gute Noten in diesen Bereichen nicht zwingende Voraussetzung, um bei einem Bewerbungsgespräch erfolgreich zu sein“, so Bornemann. Neben Rechenfertigkeit und logischem Denken zählten auch die Zuverlässigkeit und Genauigkeit sowie Feinmotorik, physische Fitness und Schwindelfreiheit. Denn neben der Erstellung von Hausanschlüssen arbeitet ein/e Elektroniker/-in für Betriebstechnik auch an Freileitungen, an der Straßenbeleuchtung oder bringt Vogelschutzmaßnahmen an. „Man sollte nur nicht farbenblind sein“, scherzte Bornemann, da es in diesem Beruf viele bunte Kabel gebe, die man tunlichst nicht verwechseln sollte.

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Dipl. Agrar-Ingenieur Stefan Pickhardt (r.) informierte auf dem Vellerhof in Blankenheim über die Vorteile einer Biogasanlage.  Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Dipl. Agrar-Ingenieur Stefan Pickhardt (r.) informierte auf dem Vellerhof in Blankenheim über die Vorteile einer Biogasanlage. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Für die dreijährige Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-kauffrau reichten befriedigende Leistungen in den Hauptfächern aus. „Viel wichtiger ist es, dass man kommunikationsfähig, zuverlässig und teamfähig ist“, so Bornemann. Beide Ausbildungen ließen darüber hinaus zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten zu, so dass man später noch einen Bachelor-, einen Master- oder einen Promotionsabschluss absolvieren könne.

Walter Bornemann von der Personalabteilung der „ene“ gab Tipps, wie man sich am besten bewirbt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Walter Bornemann von der Personalabteilung der „ene“ gab Tipps, wie man sich am besten bewirbt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Für die angehenden Bewerber hatte Bornemann die Tipps parat, sich im Vorfeld sehr genau mit dem Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, auseinanderzusetzen, damit man auf Fragen auch entsprechend antworten könne. „Aber“, so Bornemann, „nicht nur wir entscheiden uns für euch, auch ihr müsst letztlich Ja zu uns sagen.“

Die Notwendigkeit der Energiewende versuchte anschließend Matthias Mark vom KEVER-Team darzustellen. Der Klimawandel sei keine Chimäre, sondern nachweisbar. Deshalb setze man bei der „ene“ nicht erst seit Fukushima auf Nachhaltigkeit. Über die zum Unternehmen gehörende Projekt-Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft „KEVER“ habe die „ene“ bereits drei Solarparks errichten lassen sowie den Bürgerwindpark Schleiden. „So konnten in 2015 bereits gut 86 Prozent des gesamten Energieverbrauchs nachhaltig und regional im Versorgungsgebiet erzeugt werden“, so Mark, der an die jungen Leute appellierte, über ihren eigenen Beitrag zur Schonung von Ressourcen nachzudenken. „Bedenkt bitte, dass man allein für ein Blatt Din A4-Papier bei der Herstellung zehn Liter Wasser benötigt“, so Mark.

Mit Florian Liel von der „ene“ besuchten die SchülerInnen ein Windrad im Bürgerwindpark Schleiden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit Florian Liel von der „ene“ besuchten die SchülerInnen ein Windrad im Bürgerwindpark Schleiden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Doch in Sachen „Erneuerbare“ ist das CFG schon recht gut aufgestellt. Eine Solaranlage auf dem Mensadach sorgt für die Stromproduktion. Und – wenn alles glatt läuft – wird bereits im Herbst ein kleines Windrad an der Schule errichtet, das zusätzlichen Strom für den Eigenbedarf produzieren soll. Derzeit laufen bei der „ene“ dazu bereits die Projektierungen, berichtete Praktikantin Franziska Goris. Eine Windmessung sei bereits erfolgt und liefere mit einem Mittelwert von fünf Metern pro Sekunde einen sehr guten Wert.

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Nach der Theorie aber kam für die SchülerInnen die Praxis: Mit gleich drei Bussen schwärmten sie in die Region aus, um sich regenerative Erzeugungsanlagen vor Ort anzusehen. Im Bürgerwindpark Schleiden wartete Florian Liel auf die jungen Leute, um ihnen Bau und Betrieb eines Windrades näher zu bringen. Im Sun Park Herhahn stand der „ene“-Spezialist für Sonnenenergie, Alexander Böhmer, bereit, um den Schülern die Funktionsweise eines Solarparks zu erklären. Dabei durften sie auch einen Blick ins brummende Trafohäuschen werfen.

Ganz schön laut war der Gasmotor nachdem Dipl. Agrar-Ingenieur Stefan Pickhardt die Verkleidung abgenommen hatte. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Ganz schön laut war der Gasmotor nachdem Dipl. Agrar-Ingenieur Stefan Pickhardt die Verkleidung abgenommen hatte. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

An der dritten Anlaufstelle, der Biogasanlage am „Clemens-Josef-Haus“, einer Einrichtung des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien, besser bekannt unter dem Namen „Vellerhof“, war schließlich Bioenergie das Thema. Der landwirtschaftliche Verwalter, Dipl. Agrar-Ingenieur Stefan Pickhardt, erinnerte zunächst an die Geschichte des Hofes, die bereits über 400 Jahre zurückreicht und bereits dem Grafen von Blankenheim als Wirtschaftshof diente. Heute gehört zum Hof ein Alten- und Pflegeheim für Suchtkranke und Obdachlose, die jüngsten Bewohner sind gerade einmal 18 Jahre alt.

Die CFG-SchülerInnen samt Lehrer Michael Reinshagen wurden vor Ort erst einmal „vermessen“. Auf der hauseigenen Waage brachten sie es auf rund 3000 Kilogramm. „Wir müssen alles, was wir in die Biogasanlage einbringen, genauestens dokumentieren“, erklärte Pickhardt. Gut zwölf Tonnen Mais, ebenso viele Kubikmeter Gülle von den hofeigenen Rindern und eine Tonne anderweitig anfallendes Material würden täglich in der Biogasanlage fermentiert. Im Fermenter herrsche eine Temperatur von 40 Grad Celsius. Das durch Bakterien entstehende Methangas werde abgesaugt, abgekühlt und in einem Gasmotor verbrannt, der auf diese Weise pro Tag gut 5000 Kilowattstunden Strom erzeuge. „Wir produzieren also an einem Tag so viel Strom, wie ein Durchschnittshaushalt im Jahr verbraucht“, so Pickhardt.

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Doch nicht nur die Stromerzeugung ist ein Vorteil der Biogasanlage, sondern vor allem die anfallende Wärme. „Diese Wärme können wir in unserer Einrichtung direkt vor Ort verbrauchen und benötigen damit 100.000 bis 150.000 Liter weniger Öl im Jahr“, freute sich Pickhardt. Grundsätzlich, so berichtete er, habe Biogas gegenüber Wind und Sonne einen entscheidenden Vorteil: „Man kann die Energieerzeugung über die Motorenleistung steuern“, berichtete er.

In einer großen Diskussionsrunde konnten die SchülerInnen den „ene“-Mitarbeitern abschließend noch manche Frage stellen. Die Kooperation zwischen „ene“ und CFG soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Eifeler Presse Agentur/epa

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