Bilanz Unwetter im Kreis Euskirchen

Leitstelle veröffentlich Zusammenfassung der Einsätze – Im Mechernicher ortsteil Kommern stand das Wasser zeitweise 1,50 Meter hoch

Wassermassen statt Straßen: Das Unwetter sorgte für fast 600 Notrufe. Foto: Feuerwehr Mechernich
Wassermassen statt Straßen: Das Unwetter sorgte für fast 600 Notrufe. Foto: Feuerwehr Mechernich

Kreis Euskirchen – Der Starkregen am vergangenen Donnerstag hat zu zahlreichen Einsätzen und Schäden, vor allem im Stadtgebiet Mechernich, geführt. Nachfolgend die Zusammenfassung der Leitstelle Kreis Euskirchen im Originaltext: Ab 16:16 Uhr am Donnerstag, 21.7.: Einsetzender Sturzregen über dem Stadtgebiet Mechernich. Erste Notrufe aus den Ortsteilen Mechernich-Kernort, Mechernich-OT Kommern, Mechernich-OT Breitenbenden, Mechernich-OT Roggendorf, Mechernich OT-Satzvey.

Vornehmliche Notrufinhalte: Wassereintritt in Gebäude, hier zu diesem Zeitpunkt vornehmlich in Keller. Zusätzlich Meldungen zu stark überschwemmten Straßen im Ortskern Mechernich und Ortslage Kommern.

Weiterhin eigehende Notrufe/Einsatzstellen zu Hilfeleistungen durch Wasserschäden in der Zeit von 16:16 Uhr bis 18:33 – 408 Einsatzstellen. Die Anzahl der Hilfeersuchen über den Notruf 112 betrug bis zur Uhrzeit 23:30 Uhr – 584 Einsatzstellen zuzüglich der durch Eigenannahmen von Feuerwehrfahrzeugen in den Ortschaften wahrgenommene Einsätze (derzeit unverbindlich bekannt: 43)

Ab 16:38 Uhr: Sturzregen nimmt weiterhin zu und betrifft das gesamte Stadtgebiet Mechernich mit den vorgenannten Schwerpunkten sowie den OT-Denrath, Lückerath, Bleibuir, Glehn, Kommern-Süd und OT-Katzvey.

Im Kernort Mechernich sind bis heute 10:36 Uhr eine derzeit noch nicht verbindlich festzulegende Anzahl von Gebäuden/Wohnungen stark beschädigt. Wassermassen sind in die Gebäude im Kernort eingedrungen. Unter anderem ist das Kreiskrankenhaus Mechernich von Wassereintritt betroffen, welches sich jedoch nicht auf die Patientenversorgung auswirkte. Des Weiteren waren Gebäudeschwerpunkte im Kernort Mechernich: Flüchtlingsunterkunft (ehemaliges Unteroffiziersheim der Bundeswehr), Produktionshallen der Mechatronics Mechernich, REWE Markt-Tiefgarage und Verkaufsräume, RWE-Verteilstation, u.a. (keine abschließende Aufzählung).

Kommern ist ebenfalls von Sturzregen erheblich betroffen. Überschwemmungen von

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Straßenzügen bis zu einer Wasserhöhe von 1,5 Metern war gegeben. Personen mussten in einer großen Anzahl von Gebäuden (Wohn- und Geschäftsgebäude) die Erdgeschosse verlassen und sich in höhere Geschosse begeben, um vor dem massiven Wassereintritt geschützt zu sein.

Aufgeschwemmte Heizöltanks mit Austritt von Heizöl war gegeben. An diesen

Einsatzwahrnehmungen wurde die Untere Wasserbehörde in der Beurteilung weiterer

Maßnahmen beteiligt. In einer Apotheke in Kommern ist das Spezialentsorgungsunternehmen Buchen im Einsatz.

Im Besonderen ist darauf hinzuweisen, dass gerade Brücken u.a. im Ortskern Kommern massiv unterspült wurden, so dass diese für eine Nutzung derzeit keinesfalls freigegeben werden können. In der Beurteilung der Situation wird davon ausgegangen, dass gerade hier im Rahmen der Freilegung von Leitungen an den Brückenbauwerken und Beeinflussungen der Brückenkörper eine weitere Nutzung derzeit fraglich erscheint.

Feuerwehrgerätehaus Kommern durch Wassereintritt erheblich beschädigt.

Die weiteren oben genannten OT sind ebenfalls vom Sturzregen stark betroffen. Die Anzahl der Einsätze liegt hier geringer als in dem OT-Kernstadt und OT-Kommern.

Menschenrettung:

Ein Baum ist auf der Bundestraße 266 auf einen PKW gestürzt. Eine Person war schwerst

eingeklemmt, wurde von der Feuerwehr gerettet und ins Krankenhaus eingeliefert.

Eine körperlich eingeschränkte Person musste mit dem Schlauchboot durch die Feuerwehr aus dem 1. Obergeschoss eines Gebäudes gerettet werden und wurde ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Energieversorgung:

In Obergartzem/Firmenich mussten einige Straßenzüge stromlos geschaltet werden, da der Veybach im Zusammenlauf mit dem Bleibach zu Überschwemmungen führte. Hier wurde durch das THW eine Stromversorgung sichergestellt, so dass Hauspumpen in den Gebäuden weiterhin genutzt werden konnten.

Die Abschaltung des Stroms fand in unterschiedlichen Bereichen des Stadtgebietes (in der Regel auf einzelne Gebäude bezogen) zum Gefahrenausschluss mehrfach statt.

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Offene, noch durch die Feuerwehr abzuarbeitende Einsatzstellen ab 1:17 Uhr:

  1. 100 Einsatzstellen

Offene, noch durch die Feuerwehr abzuarbeitende Einsatzstellen zum Zeitpunkt 10:36 Uhr:

Ca. 25 Einsatzstellen bei einem Kräfteansatz von 7 Löschgruppen (in der Regel Keller

auspumpen).

Organisatorische und personelle Maßnahmenübersicht Gefahrenabwehr Kreis Euskirchen:

Kreisleitstelle mit Führungsstab besondere Aufbauorganisation

Koordinierungsstelle Stadt Mechernich/Feuerwehr Mechernich – Stadtgebiet /IuK

Untereinsatzabschnitt OT-Kommern

Feuerwehr:

6 (Lösch)Züge der Stadt Mechernich

1 Löschzug Stadt Zülpich

1 Löschzug Gemeinde Nettersheim

1 Löschzug Stadt Euskirchen

1 Löschzug Stadt Bad Münstereifel

1 Löschzug Stadt Schleiden

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk:

4 Züge

Einsatzeinheiten Hilfsorganisationen (DRK):

2 Einsatzeinheiten

Kreisbrandschutzzentrum:

Abrollbehälter mit Pumpen

Rettungsdienst:

Regelbedarf 3 RTW

Regelbedarf 1 NEF

Sonderbedarf

Kräfteansatz:

505 Einsatzkräfte einschließlich Führungsstab Kreis und Koordinierungsstelle Stadt Mechernich

Zusatzbemerkungen:

  • Die in der Stadt Schleiden erforderlichen 4 Einsätze waren ebenfalls Einsätze im Rahmen der Unwetterlage. Keine größeren Maßnahmen erforderlich.
  • Durch den Sturzregen im Stadtgebiet Mechernich führte der Rotbach erhebliche

Wassermengen. Dies führte im Stadtgebiet Zülpich gerade im Bereich des Zusammentreffens von Rotbach und Bleibach zu möglichen Gefährdungen der Anlieger des Rotbachs (hier insbesondere OT-Mülheim/Wichterich). Hier erfolgte der vorsorgliche Einsatz von Sandsäcken.

Warnung der Bevölkerung:

Durch die Leitstelle wurde auf Entscheidung des Führungsstabes i.V.m. der Koordinierungsstelle der Stadt Mechernich durch die Warnsysteme KatWarn und MoWas/NINA gewarnt.

Durch die Leitstelle wurde auf Entscheidung des Führungsstabes i.V.m. dem Einsatzleiter der Stadt Zülpich durch die Warnsysteme KatWarn und MoWas/NINA gewarnt.

 

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