Wilde Narzissenblüte früh wie nie

Naturpark Nordeifel bietet zahlreiche geführte Wanderungen an  

Die Narzissenblüte startet in diesem Jahr früher als je zuvor. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Narzissenblüte startet in diesem Jahr früher als je zuvor. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Eifel – Alljährlich spielt sich in den Naturschutzgebieten „Perlenbachtal“ bei Monschau-Höfen und „Oberes Oleftal“ bei Hellenthal-Hollerath ein faszinierendes Naturschauspiel ab. Millionen der hier wildwachsenden Gelben Narzisse (Narcissus pseudo-narcissus) verwandeln die Talwiesen während der Vollblüte in einzigartige gelbe Blütenteppiche. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hat die Gelbe Wildnarzisse im westlichen Mitteleuropa, vor allem in atlantisch geprägten Landschaftsräumen.

In Deutschland ist sie heutzutage nur noch in der Eifel und im Hunsrück zu finden. Unter dem lichten Dach von Erlen und Birken fühlt sie sich besonders wohl. Der Artenreichtum dieser weit ab von Siedlungen gelegenen Talwiesen ist den Bauern zu verdanken, die diese Wiesen über Jahrhunderte hinweg für die Heugewinnung gemäht haben. Mit dem Einsatz moderner und intensiver Bewirtschaftungsformen in den Dörfern lohnte die Mahd in den fernen Tälern nicht mehr und wurde aufgegeben.

Um die Täler dennoch zu nutzen, haben die Eigentümer dort Fichten angepflanzt. Die Wiesen an den Bächen drohten zu verschwinden. In den achtziger Jahren startete der Deutsch-Belgische Naturpark Hohes Venn-Eifel in Zusammenarbeit mit  belgischen und deutschen Behörden sowie Naturschützern eine Rettungsaktion und stoppte die fortschreitende Verfichtung der Talgründe.  Die NRW-Stiftung kaufte große Flächenbereiche für den Naturschutz auf. In Pflegeprogrammen nahmen die Landwirte die traditionelle Mahd als Erhaltungsmaßnahme dieser nährstoffarmen Wiesen wieder auf, sodass die wilden Narzissen bis heute erhalten bleiben konnten. Aber nicht nur wegen der Narzisse, sondern durch das Vorkommen zahlreicher weiterer auf der roten Liste stehenden Arten sind die Talwiesen floristisch und faunistisch bedeutsam.

Für alle Naturliebhaber, die dieses einzigartige Naturschauspiel einmal live erleben möchten, bietet der Naturpark Nordeifel im Frühjahr 2017 wieder  zahlreiche Führungen in die Narzissengebiete an, die in Kürze auf der Homepage des Naturparks eingesehen werden können. (epa)

www.naturpark-eifel.de

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