20. Mechernicher Oldienacht: Dreitausend Hände klatschten für „Moviestar“ Harpo

Von Reiner Züll  (mit Bildergalerie) Hilfsgruppe Eifel machte mit Benefizveranstaltung die 900.000 Euro für den Förderkreis der Uni-Klinik Bonn voll – KSK-Vorstandsmitglied Holger Glück überbracht Scheck in Höhe von 4500 Euro – Party dauerte bis drei Uhr morgens – Hilfsgruppenmitglieder erhielten beim Umbau der Mehrzweckhalle Unterstützung von der Bundeswehr

Harpo verzauberte die Fans in Mechernich mit seinem neuen Hit "Honolulu". Foto: Reiner Züll
Harpo verzauberte die Fans in Mechernich mit seinem neuen Hit „Honolulu“. Foto: Reiner Züll

Mechernich – Bekannte Künstler standen bei der 20. Mechernicher Oldienacht zugunsten der Hilfsgruppe Eifel in der Mehrzweckhalle der Stadt am Bleiberg auf der Bühne: Harpo, Pussycat und Spirit of Smokie waren gleich drei Top-Acts des nächtlichen Musikmarathons. Komplettiert wurde das Programm durch die einheimischen „Eifelperlen“ mit Uwe Reetz, der Westernhagen Coverband „Mit 18“, der Oldieband „Magic Touch“, der BAP-Coverband „MAM“ und dem im Hamburg lebenden Joe-Cocker-Double Dee Arthur James.

Playback gab es an diesem Abend in der Mechernicher Festhalle nicht: Die Band „RoxxBusters“, einer aus Profimusikern bestehenden Gruppe, begleiteten die Bühnenkünstler und boten am Ende selbst eine Show der Extraklasse.

Mit 1600 Besuchern war die Festhalle im Mechernicher Schulzentrum ausverkauft. Viele Musikfans  bekamen keine Karten mehr, weil die Kapazität der Halle erheblich geringer ist als in der Firmenicher Tonfabrik in der Zikkurat, wo die Oldie-Nächte die letzten Jahre stattgefunden hatten. Nachdem diese Lokalität nicht mehr zur Verfügung steht, musste ein neuer Veranstaltungsort gefunden werden. Deshalb kehrte die Oldienacht in die Dreifachturnhalle, der eigentlichen Geburtsstätte der Kultveranstaltung, nach Mechernich zurück.

Doch bevor der große Event am Samstag starten konnte, hatten die Aktiven der Hilfsgruppe alle Hände voll zu tun gehabt. Der Hallenboden musste donnerstags komplett abgedeckt werden. Für 444 Besucher wurde freitags eine dreistufige Tribüne aufgebaut. Dabei wurde die Hilfsgruppe von Soldaten der Mechernicher Bundeswehr unterstützt. Zwei Tage lang dauerte auch der Aufbau der großen Showbühne durch die Veranstaltungstechniker.

ie Hilfsgruppe Eifel hatte zahlreicher Helfer am Start, die für einen reibungslosen Ablauf der Mammutveranstaltungen sorgten. Foto: Reiner Züll
Die Hilfsgruppe Eifel hatte zahlreicher Helfer am Start, die für einen reibungslosen Ablauf der Mammutveranstaltungen sorgten. Foto: Reiner Züll

Am Samstagmittag begannen die RoxxBusters und die Künstler Harpo, Dee Arthur James, Smokie und Pussycat mit den Sound-Checks. Um kurz vor 14 Uhr machte sich „Moviestar“ Harpo, der bereits freitags angereist war, mit seinem Manager Gerd Kehren auf den Weg nach Hoffenheim, wo er um 19 Uhr einen Auftritt hatte. Pünktlich zu seinem Auftritt um 23 Uhr war der 67-jährige Schwede in Mechernich zurück.

Dort hatten die „Eifelperlen“ um 16.30 Uhr mit einem „warm up“ auf der Bühne den Musikmarathon eröffnet. Als erste Oldieband schickte Moderator Tom Sauer, der bei 19 der 20 Oldienächte dabei war, die Band „Magic Touch“ an den Start. Danach ging es Schlag auf Schlag.

Nach Auftritten von „MAM“ und „Mit 18“ kam viel Geld ins Spiel. Holger Glück, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), übergab einen Spendenscheck in Höhe von 4500 Euro an Kathi und Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel. Für die KSK hat die Scheckübergabe während der Oldienacht mittlerweile Tradition.

KSK-Vorstandsmitglied Holger Glück übergab den 4500-Euro-Scheck der Kreissparkasse Euskirchen. Links Moderator Tom Sauer.  Foto: Reiner Züll
KSK-Vorstandsmitglied Holger Glück übergab den 4500-Euro-Scheck der Kreissparkasse Euskirchen. Links Moderator Tom Sauer. Foto: Reiner Züll

Willi Greuel freute sich über die verlässliche Unterstützung und überreichte anschließend einen Scheck in Höhe von 40.000 Euro an eine Delegation der Bonner Uni-Klinik. Damit machte die Hilfsgruppe im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens den glatten Betrag von 900.000 Euro voll, der an den Förderkreis der Uni-Klinik gespendet worden ist. Wie Willi Greuel berichtete, habe die Hilfsgruppe in den 25 Jahren ihres Bestehens über sechs Millionen Euro Spenden von der Eifeler Bevölkerung bekommen. Dafür bedankte sich der Vorsitzende der Hilfsgruppe mit dem Kompliment: „Mehr als Eifeler kann der Mensch nicht werden“.

Mit Spirit of Smokie und Sänger Dean Barton stand anschließend eine Band auf der Bühne, die an den einst so legendären Frontmann von Smokie, Alan Barton, erinnerte, der 1995 mit dem Tour-Bus der Band auf der A4 bei Gummersbach verunglückte und tödlich verletzt wurde. Heute ist Bartons Sohn Dean Frontmann der Nachfolgeband Spirit of Smokie, die in Mechernich 90 Minuten lang aufspielte.

Die Damen von Pussycat  traten mit der 63-jährigen Original-Sängerin Toni Willé auf. Unverkennbar noch immer ihre Stimme beim Erfolgssong „Mississippi“, mit dem die Sängerinnen 1975 die Hitparaden stürmten.

Dee Arthur James wurde von den Fans in Mechernich stürmisch gefeiert. Foto: Reiner Züll
Dee Arthur James wurde von den Fans in Mechernich stürmisch gefeiert. Foto: Reiner Züll

Dann erklomm Harpo, zuerst mit Mütze, dann glatzköpfig und mit weißem Rauschebart die Bühne. Dreitausend Hände ging in die Höhe, als er sein altes Lieblingslied „Honolulu“, mit dem er 1973 seine Karriere begann, in den Saal schmetterte und barfüßig über die Bühnenbretter wirbelte. Natürlich gab er auch seinen Erfolgshit „Moviestar“ aus dem Jahr 1975 zum Besten. Mit Rucksack und Spazierstock verabschiedete sich Harpo von der Bühne.

Ihm folgte der in Hamburg lebende Sänger Dee Arthur James, der in den 80er Jahren mit der englischen Rock/Pop-Band „Dizzy Heights“ durch Europa tourte.  In Mechernich, wo er zum zweiten Mal bei einer Oldienacht auftrat, glänzte er wieder mit seiner rauchigen Stimme, die nicht nur an den verstorbenen Sänger Joe Cocker erinnert, sondern ihm auch stimmlich stark ähnelt.

Den Schlusspunkt setzten die Musiker von RoxxBusters. Obwohl sie schon seit 12 Uhr mittags mit nur wenigen Pausen auf der Bühne standen, wollte ihre Spielfreude nicht enden. Es war drei Uhr morgens, als sie endlich die Instrumente einpackten und Feierabend machten. (epa)

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