Bundesregierung soll Brennelementelieferung an Tihange stoppen

Erneut soll es einen Zwischenfall im belgischen Atomreaktor gegeben haben. Bild: Robert Schallehn
Das marode belgische Atomkraftwerk soll mit deutschen Brennelementen versorgt werden. Bild: Robert Schallehn

Kreis Euskirchen/Berlin – Zur Stunde berät der Deutsche Bundestag über die Lieferung von deutschen Brennelementen an das marode Atomkraftwerk Tihange 2. Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg nimmt an der Sitzung als Zuhörer teil. Er nutze die Gelegenheit, parteiübergreifend die Abgeordneten aus der Region im Vorfeld mit Sachargumenten zu unterstützen, heißt es aus dem Kreishaus. Auch im Kreis Euskirchen wurde die Lieferung der Brennelemente nach Tihange mit völligem Unverständnis aufgenommen.

Entgegen der Ansicht von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sind die Rechtsberater der „DreiländerRegion Aachen gegen Tihange“, allen voran der Leiter des Büros für Atomsicherheit Prof. Dr. Renneberg, der festen Überzeugung, dass die deutsche Bundesregierung die Lieferung von Brennstäben an die umstrittenen belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3 unterbinden kann.

„Unser Fach- und Rechtsexperte sieht die innere und äußere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland in Gefahr. Es gibt hinreichend viele Anhaltspunkte zur mangelhaften Zuverlässigkeit von Betreiber und Aufsichtsbehörde. Außerdem ein Unfallrisiko, was auch die Gesellschaft für Reaktorsicherheit und das Bundesamt für Strahlenschutz klar identifiziert haben“, erklärt Etschenberg und er fügt hinzu: „Wir fühlen uns in dieser Frage erneut von der Bundesumweltministerin im Stich gelassen. Ich fordere Frau Hendricks auf, endlich aktiv zu werden und etwas zum Schutz der Menschen in der DreiländerRegion Aachen und weit darüber hinaus zu tun.“ (epa)

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