Alles über den „Schmalzprinz“ und den „Geflammten Kardinal“

Ausstellung über Äpfel „Kultur mit Stiel“ im LVR-Freilichtmuseum Kommern eröffnet 

Ausstellungskuratorin Sabine Thomas-Ziegler lüftet den Deckel einer Kiste mit alten Kultursorten. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR
Ausstellungskuratorin Sabine Thomas-Ziegler lüftet den Deckel einer Kiste mit alten Kultursorten. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR

Mechernich-Kommern – Ein „Volles Haus“ erlebte das LVR-Freilichtmuseum Kommern, als am vergangenen Sonntag die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Getrud Servos, die neue Ausstellung „Der Apfel – Kultur mit Stiel“ eröffnete. Auch nach dem kleinen Festakt erkundeten ausgesprochen viele Museumsgäste die Ausstellung rund um das liebste Obst der Deutschen. Unter den Klappen großer roter „Apfelkisten“ entdeckten sie den „Schmalzprinz“ und den „Geflammten Kardinal“. Sie gehören zu den vielen Kultursorten, die im Lauf der Jahrhunderte aus dem Apfel gezogen worden sind.

Dass der „Kulturapfel“ gar nicht aus heimischen Gefilden stammt, sondern aus Asien über Griechenland zu uns gekommen ist, erfährt man in der Ausstellung. Ursprungsort der Kulturäpfel ist – nach derzeitigem Wissensstand – die Stadt Almaty in Kasachstan. Die Römer brachten den Kulturapfel nach Mitteleuropa, das bis dahin nur Wildsorten kannte.

Aber nicht nur den Weg des Apfels nach Europa, sondern auch seinen Weg von der Ernte bis zur ausgesprochen vielfältigen Verarbeitung in Säften, Mus, Babybrei, Spirituosen, Schokoladen und Fruchtgummi macht die Ausstellung anschaulich. Sie zeigt auch, wie viele Produkte es außer Energy-Drinks noch gibt, auf denen zwar Apfel steht, aber in denen noch nicht einmal eine Spur vom Apfel enthalten ist.

„Beiß nicht gleich in jeden Apfel“, empfahl schon Wenke Myhre in ihrem Schlager aus den frühen 1960ern. Vorsicht vor dem Apfel, wenn’s kein richtiger ist, und der Apfel als Motiv – in der Kunst, im Gebrauchsdesign, in der Literatur – sind weitere Aspekte, mit denen sich die Ausstellung befasst. Während ihrer Eröffnung zeigte der Germanistikprofessor Ulrich Mehler in Gestalt eines Schäfers auf, wie verbreitet der Apfel in Sagen und Märchen ist. In der Ausstellung selbst laden Malecken  junge Ausstellungsgäste ein, ihre eigenen Äpfel zu kreieren.

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Wie es indes den vielen Erntehelfern geht, die jedes Jahr aus dem Ausland anreisen, zeigt der letzte Abschnitt der Ausstellung. Dort ist eine Containerunterkunft für  Saison-Arbeitskräfte auf einem Bauernhof in Szene gesetzt. Begleitet wird die Ausstellung von einem interessanten Projektangebot für Kindergruppen ab dem ersten Schuljahr. Auf der Streuobstwiese des Freilichtmuseums können die jungen Gäste Bäume, Pflanzen und Tiere entdecken und im September und Oktober auch Äpfel ernten und daraus Saft pressen. Unter dem Motto „Entdecke den Apfel“ bietet die Streuobstpädagogin des Freilichtmuseums aber auch eine kindgerechte Ausstellungserkundung mit anschließender Entdeckertour über die Streuobstwiese an. Näheres zu den Projekten und ihrer Buchung ist unter www.kommern.lvr.de zu erfahren.

„Der Apfel – Kultur mit Stiel“ ist eine Ausstellung des Ausstellungsverbundes „Arbeit und Leben“, in dem das LVR-Freilichtmuseum Kommern mit dem Freilichtmuseum Kiekeberg bei Harburg, dem Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach und der Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum in Berlin zusammenarbeitet. Die Ausstellung läuft bis zum 21. Januar 2018. 

Eintrittspreise:

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Asylantragstellende ist der Eintritt frei!

Erwachsene: 7,50 Euro

Schwerbehinderte, Studierende, Auszubildende: 5,50 Euro

Erwachsenen-Gruppen ab 10 Personen: 7,00 Euro

Jahreskarte für alle Museen des LVR: Einzelperson: 25,00 Euro

Partnerkarte: 35,00 Euro

Parkgebühr: 2,50 Euro

Jahreskarte Parken: 7,50 Euro.

Besucheradresse:

LVR-Freilichtmuseum Kommern – Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde

Eickser Straße

53894 Mechernich

 (epa)

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