Spatenstich zur Barrierereduzierung

Im LVR-Freilichtmuseum Kommern beginnt eine der größten Umbaumaßnahmen seiner Geschichte

Museumsleiter Dr. Josef Mangold (v.l.), die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland Karin Schmitt-Promny, Mechernichs Bürgermeister Hans-Peter Schick, die 2. Stellvertretende Landrätin des Kreises Euskirchen Dr. Sabine Dirhold, die LVR-Dezernentin für Kultur und Landschaftlichen Kulturpflege Milena Karabaic und der LVR-Dezernent für Bau und Umwelt Detlef Althoff führten den Spatenstich aus. Foto: Raphael Thörmer/LVR)
Museumsleiter Dr. Josef Mangold (v.l.), die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland Karin Schmitt-Promny, Mechernichs Bürgermeister Hans-Peter Schick, die 2. Stellvertretende Landrätin des Kreises Euskirchen Dr. Sabine Dirhold, die LVR-Dezernentin für Kultur und Landschaftlichen Kulturpflege Milena Karabaic und der LVR-Dezernent für Bau und Umwelt Detlef Althoff führten den Spatenstich aus. Foto: Raphael Thörmer/LVR)

Mechernich-Kommern -Mit einem Spatenstich auf der Wiese am Tanzsaal aus Pingsdorf starteten die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Karin Schmitt-Promny, gemeinsam mit weiteren Repräsentierenden des Landschaftsverbandes Rheinland, des Kreises Euskirchen und der Stadt Mechernich am vergangenen Donnerstag das seit Jahrzehnten wohl aufwändigste Projekt des Landschaftsverbandes Rheinland im LVR-Freilichtmuseum Kommern:  „Barrierereduzierung im LVR-Freilichtmuseum Kommern“. 

Es handelt sich dabei um ein Pilotprojekt. Denn der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat sich zur Aufgabe gemacht, seine Dienststellen und Liegenschaften so weit wie möglich barrierefrei zu gestalten. Grundlage ist eine Zielvereinbarung zwischen dem LVR und Verbänden von Menschen mit Behinderungen aus dem Jahr 2013. Mit der Umsetzung dieses Ziels soll der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen entsprochen werden.

„Mit der Auswahl des LVR-Freilichtmuseums Kommern für das Pilotprojekt hat der LVR die schwierigste seiner Dienststellen ausgewählt. Ich meine dies topographisch gesehen“, sagte Karin Schmitt-Promny. Denn die Beschaffenheit des Museumsgeländes mit seinem kilometerlangen Wegenetz, die historischen Gebäude mit ihren zum Teil hohen Schwellen, Eingangsgebäude, Ausstellungshallen, historischer Dorfladen und auch das Verwaltungsgebäude bieten alle Schwierigkeitsstufen und eine Fülle an Herausforderungen nicht nur für Menschen mit Handicap. Auch Gäste, die mit Rollatoren,  Kinder- und Bollerwagen unterwegs sind und die zunehmende Zahl betagter Museumsgäste stoßen im Museumsgelände immer wieder auf Schwierigkeiten.

Nun soll ein etwa 2,4 km langer Rundweg entstehen, der durch alle Baugruppen zum neuen Marktplatz Rheinland und den Ausstellungshallen führt und keine Steigung über sechs Prozent aufweist. Wegeoberflächen sollen geglättet werden. Dort, wo Kopfsteinpflaster verlegt ist, sollen die Pflastersteine durch „Kronenschnitt“ geglättet werden. So entstehen „geh- und fahrfreundliche“ Wege, die in ihrer Optik jedoch historischen Vorbildern gerecht bleiben.

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Eine Fülle von Einzelmaßnahmen charakterisiert das Pilotprojekt: Wo immer möglich, werden an historischen Gebäuden Rampen installiert und gut lesbare Beschilderungen angebracht. „Hier stoßen wir natürlich an Grenzen“, betonte Museumleiter Dr. Josef Mangold: „Die historische Substanz unser Baudenkmale darf durch die Maßnahmen nicht gefährdet werden.“

Eingangstüren zu Kasse, Ausstellungshallen usw. werden automatisiert oder mit Tastern zum Öffnen versehen, Stufen- und Glasmarkierungen werden angebracht, die Kassentheke barriereifrei umgestaltet und eine barrierefreie Rufsäule auf dem Parkplatz errichtet. An den Ausstellungshallen entsteht ein neues Toilettenhaus mit Hubplattform für Rollstuhlfahrende, im Gelände werden jede Menge neuer barrierefreier Sitz- und Rastmöglichkeiten geschaffen.

Dabei nimmt das LVR-Freilichtmuseum Kommern schon jetzt unter den Kulturdienststellen des LVR eine Vorreiterrolle ein: So gibt es Tastmodelle einzelner historischer Gebäude, einen Museumsführer und eine Speisekarte in Braille-Schrift, Textinformationen in „Leichter Sprache“, Führungen und Internet-Informationen in Gebärdensprache und vieles mehr. (epa)

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