Wildniswerkstatt Düttling und Nationalpark-Gästehaus Heimbach feiern zehnjähriges Bestehen

Kooperation zwischen Stadt Heimbach und Nationalpark Eifel

Umgeben von großen und kleinen Besuchern der Wildniswerkstatt eröffnet Dr. Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel, den Tag der offenen Tür anlässlich des Jubiläums. Genau zehn Jahre ist es her, dass die Umweltbildungseinrichtung in Heimbach-Düttling ihre Pforten öffnete. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke
Umgeben von großen und kleinen Besuchern der Wildniswerkstatt eröffnet Dr. Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel, den Tag der offenen Tür anlässlich des Jubiläums. Genau zehn Jahre ist es her, dass die Umweltbildungseinrichtung in Heimbach-Düttling ihre Pforten öffnete. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Heimbach-Hergarten/Düttling – Zehn Jahre ist es her, dass die Wildniswerkstatt in Heimbach-Düttling, eine Umweltbildungseinrichtung des Nationalparkforstamtes Eifel, gemeinsam mit dem Nationalpark-Gästehaus in Heimbach-Hergarten ihre Pforten geöffnet hat. Beiden Einrichtungen ist gemeinsam, dass sie barrierefrei gestaltet sind und damit allen Menschen einen Zugang zur Natur und entstehenden Wildnis im Nationalpark Eifel ermöglichen können. Jetzt feierten beide „Kinder“ des Nationalparks, die eine enge Kooperation verbindet, mit einem bunten Programm Geburtstag und ziehen Bilanz über das vergangene Jahrzehnt.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass Kinder und Jugendliche einen ganzen Tag in der Natur verbringen – so dass sie sich selbst, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler anders erleben können und hoffentlich Begeisterung für den einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens mit nach Hause nehmen“, resümierte Dr. Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel.

Insgesamt verzeichnete die Wildniswerkstatt in den ersten zehn Jahren etwa 70.000 Teilnehmende bei 3.500 Veranstaltungen. „Das Zusammenspiel von Wildniswerkstatt und Gästehaus ermöglicht es uns, ganz neue Zielgruppen im Nationalpark zu empfangen – auch überregionale Schulklassen, die sonst nicht für einen Tag kämen, lernen so das Schutzgebiet kennen“, so die verantwortliche Fachgebietsleiterin Jutta D‘Orsaneo. Neben den Tagesprogrammen gibt es während der Sommerferien drei einwöchige, barrierefrei-integrative Wildniscamps – diese sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht.

Gemäß der Nationalpark-Verordnung ist das circa 50 Hektar große Gelände als Management-Zone ausgewiesen; Umweltbildung kann dort unabhängig von den sonst geltenden Ge- und Verboten des Nationalparks gestaltet werden kann. Das ermöglicht es Gruppen, den Wald hier auch abseits der Wege zu erkunden und mittags am Lagerfeuer bei Stockbrot und Würstchen zusammen zu kommen – von dieser Ausnahmeregelung profitierten auch die Besucher beim Jubiläum.

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Peter Cremer, Bürgermeister der Nationalpark-Stadt Heimbach, freute sich über die gute Kooperation mit dem Nationalpark Eifel: „Beide Einrichtungen sind ein Produkt gemeinsamer Arbeit und gemeinsamer Interessen. Wir blicken auf eine zehnjährige Symbiose zurück – eine Verbindung, dank der wir für Menschen mit und ohne Behinderungen ein einzigartiges Angebot anbieten können.“

Schon mit der Gründung des Nationalparks im Jahr 2004 entstand die Idee, in Düttling eine Umweltbildungseinrichtung für Kinder und Jugendliche aufzubauen – gleichzeitig dachte die Stadt Heimbach an den Umbau der alten Schule in Hergarten zu einem Gästehaus. Seit 2007 liegt die Verantwortung für die Betreuung der Besucher beim Betreiber des Hauses, dem Rureifel-Tourismus mit Geschäftsführer Gotthard Kirch und Hausleiterin Daniela Simon.

Von insgesamt 59 Schlafplätzen sind zehn rollstuhlgerecht eingerichtet. Jedes Zimmer ist mit einem eigenen Sanitärraum ausgestattet – Duschstühle, Pflegebetten, elektrische Türöffnungen sowie ein Blindenleitsystem machen die Einrichtung zu einem attraktiven Ziel für Menschen mit und ohne Handicap. In den vergangenen zehn Jahren übernachteten bei Klassenfahrten, Behindertenfreizeiten, Besinnungstagen und anderen Aufenthalten insgesamt über 56.000 Personen im Nationalpark-Gästehaus. Symbolhaft für die gute Verbindung beider Einrichtungen steht ein Pfad, der vom Gästehaus durch das benachbarte Wohngebiet direkt in die Wildniswerkstatt führt. Die geringe Steigung und die Wegbeschaffenheit erlaubt es auch Rollstuhlfahrern, problemlos von der Unterkunft in die Wildnis – und zurück – zu gelangen.

Zum Jubiläum herrschte reges Treiben auf dem Gelände des außerschulischen Lernortes im Nationalpark und im Gästehaus: Viele Besucher beteiligten sich am bunten Mitmachprogramm an beiden Standorten. Mitarbeiter, vor allem aber auch die vielen Partner der Wildniswerkstatt, organisierten insgesamt 23 Stationen, an denen sich die Gäste informieren, spielen und entdecken konnten.

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Bis in den späten Nachmittag boten sich für Groß und Klein vielfältigen Ständ auf dem Gelände der Wildniswerkstatt. Mit dabei war beispielsweise Nationalpark-Waldführerin Michaela Wüller, die ihre neugierigen Besucher unter dem Motto „Natur mit allen Sinnen“ mit auf eine sinnliche Erkundungstour nahm. Ranger informierten über ihren besonderen Beruf im Grünen – sie schnitzen und spielten mit den jüngsten Besuchern. Dass die Natur auch Lebensmittel bietet, die über das obligatorische Stockbrot am Lagerfeuer hinausgehen, zeigte das Team vom NaturErlebnisTreff (NEsT) im Jugendwaldheim Urft beim Programmpunkt „Essen aus der Wildnis“. So war beim Jubiläum sprichwörtlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Bis zu vier Gruppen nehmen täglich an den Tagesprogrammen der Wildniswerkstatt teil. Der Schwerpunkt liegt bei Schulklassen, jedoch reicht die Altersspanne von Vorschulkindern über Schüler bis zu jungen Erwachsenen. Von morgens früh bis zum späten Nachmittag verbringt die Gruppe den Tag im Wald. Ein Ranger begleitet sie bei ihren Erkundungen.

Als Sitz des Fachgebiets Umweltbildung der Nationalparkverwaltung Eifel ist die Wildniswerkstatt auch außerhalb ihrer Fläche aktiv: So wird von hier aus zusammen mit dem Förderverein Nationalpark Eifel e.V. die Zertifizierung von Nationalpark-Schulen Eifel gesteuert. Zurzeit sind 42 Schulen an insgesamt 49 Schulstandorten im Projekt aktiv. Ausgehend von den Nationalpark-Toren und dem Wilden Kermeter finden zahlreiche halbtägige Erlebniswanderungen für Kinder- und Jugendgruppen, Familien und Multiplikatoren statt. Eine Besonderheit sind dabei auch die von Junior Rangern geführten Touren. Insgesamt waren es seit Gründung des Nationalparks Eifel 7.800 Umweltbildungsveranstaltungen mit der Zielgruppe Kinder, Jugendliche, Familien und Multiplikatoren, an denen insgesamt 165.000 Personen teilgenommen haben. Möglich war das auch durch einige für die Umweltbildung besonders qualifizierte Nationalpark-Waldführer, die die Ranger der Umweltbildung in ihrer Arbeit unterstützten. (epa)

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