Demenz-Cafés aktivieren Betroffene und entlasten Angehörige

Lorenz Thyrian,  Mitglied bei „Harmonica Sound Euskirchen“, singt mit Erkrankten – 14 neue ehrenamtliche Demenzbegleiter

Gäste und Ehrenamtliche des Demenzcafés Euskirchen singen mit Lorenz Thyrian (l. mit Ukulele). Foto: Carsten Düppengießer
Gäste und Ehrenamtliche des Demenzcafés Euskirchen singen mit Lorenz Thyrian (l. mit Ukulele). Foto: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Singen kann für dementiell Erkrankte eine gute Methode sein, sich zu erinnern. Die Gäste des gut besuchten Demenz-Cafés im Servicezentrum Demenz und Hospiz „Café Insel“ der Caritas Euskirchen haben sichtlich Freude daran, gemeinsam alte Volkslieder aus ihrer Kindheit und Jugend zu singen, wie man bei dem Besuch von Lorenz Thyrian, Mitglied bei „Harmonica Sound Euskirchen“, sehen kann. Er hat darüber die Arbeit der Caritas für dementiell Erkrankte kennen gelernt und kommt nun regelmäßig zu den Demenz-Café des Wohlfahrtsverbandes, um mit den Gästen Lieder wie „Hoch auf dem gelben Wagen“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ zu singen. Er begleitet die Gäste auf seiner Ukulele, hat die Liederhefte für die Nachmittage selbst zusammengestellt.

„Das Engagement von Herrn Thyrian ist ein echter Gewinn für unsere Gäste“, ist sich Silvia Krüger sicher. Krüger ist Ansprechpartnerin für Gäste, Angehörige und Ehrenamtliche im Servicezentrum Demenz und Hospiz der Caritas Euskirchen. „Bei unseren Gästen ist es häufig so, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung große Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis haben, was aber schon lange zurückliegt, ist ihnen oft erstaunlich präsent. Sie leben bei Angeboten wie dem gemeinsamen Singen sichtlich auf.“

Das Demenz-Café in Euskirchen bietet, genau wie die beiden anderen Cafés in Bad Münstereifel und Zülpich, den betroffenen Besuchern und Besucherinnen einen geschützten Rahmen, in dem sie Kontakte knüpfen, alte Freunde wiedertreffen, etwas Unternehmen und von ihrem Leben erzählen können. Zudem werden pflegende Angehörige im Alltag entlastet. Sie können in den entsprechenden Zeiträumen anderen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Einkaufen, nachgehen.

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Zu den Demenzcafé-Nachmittagen bietet die Caritas auf Wunsch einen Fahrdienst an. Zusätzliche Entlastung bietet der Hausbesuchsdienst. Fachlich qualifizierte Helfer begleiten die Betroffenen stundenweise in ihrem Alltag und betreuen sie in vertrauter Umgebung.

In regelmäßigen Schulungsreihen, welche die Caritas in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk durchführt, wurden in den vergangenen elf Jahren einige hundert Ehrenamtliche  im Demenz- beziehungsweise Hospizbereich qualifiziert. „Aktuell konnten wir wieder einen Kurs abschließen und 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Zertifikate überreichen“, berichtet Krüger.

Der Kurs umfasste insgesamt 40 Unterrichtsstunden und erfüllt damit die Rahmenbedingungen der Landesinitiative „Demenz-Service NRW“. Die Teilnehmer wurden in dieser Schulung befähigt,  Menschen, die an Demenz erkrankt sind, zu betreuen und mit ihnen Zeit zu gestalten. Auf dem Lehrplan standen neben der Information über Patientenverfügung und den Methoden der Beschäftigung und Betreuung unter anderem auch eine Einführung in die Basale Stimulation. Ebenso wurden die Bereiche Abschied, Trauer und Tod angesprochen und die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Rolle reflektiert.

Das Demenz-Café in Euskirchen findet jeden Mittwoch und Donnerstag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Servicezentrum Demenz und Hopsiz „Café Insel“ in der Frauenberger Straße 2-4, in Euskirchen statt. Das Demenz-Café in Bad Münstereifel lädt jeden Montag in der Zeit von 15 bis 17 Uhr in das Pfarrheim in der Kurstadt ein. In Zülpich öffnet das Demenz-Café immer dienstags in der Kölnstraße 2 von 15 bis 17 seine Pforten.

Kontakt und Infos:
Caritas-Servicezentrum Demenz und Hospiz „Café Insel“,
Frauenberger Straße 2-4, 53879 Euskirchen,
Tel. 02251/126712, demenz@caritas-eu.de, www.caritas-eu.de

(epa)

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