Tihange: Vorverteilung der Jodtabletten ab 1. September

Ausgabe erfolgt über Apotheken – Organisatorischer Ablauf wird noch geklärt

Der Atommeiler in Tihange hat durch zahlreiche Pannen traurige Berühmtheit erlangt. Foto: Wilfried Gierden
Der Atommeiler in Tihange hat durch zahlreiche Pannen traurige Berühmtheit erlangt. Foto: Wilfried Gierden

Kreis Euskirchen – In Zusammenhang mit dem in der Kritik stehenden Kernkraftwerk Tihange  beginnt die Verteilung der so genannten „Jodtabletten“ (eigentlich Kaliumiodidtabletten) in der Region am Freitag, 1. September. Die kostenlose Vorverteilung soll über einen Zeitraum von drei Monaten erfolgen, Ende November soll die Aktion abgeschlossen sein. Dazu haben die Stadt und Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg ein gemeinsames Konzept ausgearbeitet. Über ein Onlineportal, das noch freigeschaltet wird, kann man einen so genannten Bezugsschein beantragen, mit dem man bei allen teilnehmenden Apotheken in der Region kostenfrei für den jeweiligen Haushalt Jodtabletten abholen kann.

Weitere Informationen mit präzisen Hinweisen zum Ablauf der Vorverteilung und die detaillierten Einzelheiten sollen Ende August, rechtzeitig vor dem Start der Vorverteilung, bekannt gegeben werden. Wie bereits mehrfach berichtet, wird durch die rechtzeitige Einnahme von Tabletten mit nicht radioaktivem Jod die Schilddrüse mit Jod gesättigt. So wird die Aufnahme von radioaktivem Jod, das bei einem Reaktorunfall eventuell freigesetzt wird, blockiert.

Die „regionale Koordinierungsgruppe Tihange“ unter Leitung von Dr. Markus Kremer, bei der Stadt Aachen als Beigeordneter für Personal und Organisation, aber auch für den Katastrophenschutz zuständig, hat ihre Konzepte zur Information der Bevölkerung und zur Vorverteilung dem Land Nordrhein-Westfalen vorgestellt und mit den beteiligten Ministerien abgestimmt. „Nachdem wir grünes Licht für die Vorverteilung der Jodtabletten hatten, haben wir im engen Austausch mit allen Beteiligten und den politischen Gremien der einzelnen Gebietskörperschaften die organisatorischen Voraussetzungen auf guter fachlicher Grundlage geschaffen. Jetzt sind wir soweit – wir können mit der Vorverteilung beginnen“, so Dezernent Kremer.

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Auf der Internet-Seite der Apothekerkammer Nordrhein, www.aknr.de, unter dem Button „Jodvorverteilung in der Region Aachen“, kann man sich jetzt schon über die nächstgelegenen Apotheken für die Ausgabe der Tabletten informieren.

Die von der Koordinierungsgruppe herausgegebene gemeinsame Broschüre „Information für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Tihange (B)“ kann über die www.kreis-euskirchen.de aufgerufen und heruntergeladen werden. (epa)

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