Auf dem Nagelbrett gesessen statt Mathe gepaukt

Schüler der Gesamtschule Euskirchen zeigten bei Zirkusprojekt ihr Können – Kreissparkasse Euskirchen unterstützte mit 5000 Euro

Auf unsicherem Terrain entspannt bleiben konnten Schüler der Gesamtschule Euskirchen beim Zirkusprojekt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Auf unsicherem Terrain entspannt bleiben konnten Schüler der Gesamtschule Euskirchen beim Zirkusprojekt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Wie stärkt man das Selbstbewusstsein junger Schüler? An der Gesamtschule Euskirchen ließ das Team um Thomas Müller, Schulleiter der Städtischen Gesamtschule Euskirchen, 320 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen jetzt einfach während der Schulzeit kräftig Zirkus machen – im eigentlichen Wortsinn. Denn am vergangenen Freitagnachmittag zeigten die „Pänz“ in einer Vorstellung im Stadttheater der Kreisstadt, dass sie auch auf den Bühnenbrettern glänzen können.

Im Hintergrund unterstützt vom Team des „Kölner Spielezirkus“ und der Lehrerschaft führten zwei Schüler durch das abwechslungsreiche Programm. Mit viel Humor und reichlich Bewegung wagten sich die Jungartisten an Sprünge vom Trampolin, liefen über Glasscherben, ließen sich auf dem Nagelbrett nieder, balancierten über Drahtseile oder persiflierten den Mensabetrieb, während sie drehende Teller auf Stäben balancierten.

Akrobatik mit Leitern im Stil der „Panzerknacker“ begeisterte das Publikum im Stadttheater Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Akrobatik mit Leitern im Stil der „Panzerknacker“ begeisterte das Publikum im Stadttheater Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Ob als Clown, Fakir oder Artist: Jeder Schüler bekam je nach Neigung und Talent seine eigene Rolle, die mit tosendem Applaus des zahlreich erschienen Publikums gefeiert wurde. Unter den Zuschauern saßen auch Rita Witt, Direktorin des Vorstandsstabes der Kreissparkasse Euskirchen, und Hartmut Cremer, KSK-Vorstandsmitglied. Denn die ansässige Sparkasse hatte das Projekt nicht nur mit 5000 Euro gefördert, sondern unterstützt auch mit Kontakten. Thomas Müller: „Ohne diese Unterstützung wäre das Zirkusprojekt nicht möglich gewesen.“

Rita Witt: „Wir haben schon mehrfach Zirkusprojekte gefördert – jedes Mal erleben wir begeisterte Schüler, Eltern und Lehrer.“ Mit der Gesamtschule hatte die Kreissparkasse im Mai einen Kooperationsvertrag geschlossen, der neben der Unterstützung bei Veranstaltungen und Projekten auch etwa Bewerbungstraining und die Bereitstellung von Praktikumsplätzen zusichert.

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In der Mensa eher nicht erlaubt, auf der Bühne beklatscht: Tellerakrobatik beim Zirkusprojekt der Gesamtschule Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
In der Mensa eher nicht erlaubt, auf der Bühne beklatscht: Tellerakrobatik beim Zirkusprojekt der Gesamtschule Euskirchen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Auch den persönlichen Einsatz seines Kollegiums hob der Schulleiter hervor: „Sandra Mercks hat sich sogar zur Zirkuspädagogin ausbilden lassen.“ Eine der betreuenden Lehrerinnen, Sonja Schreiber, berichtete, dass durch das Projekt gleich eine Vielzahl wichtiger Kompetenzen gefördert wurden: „Dazu gehört etwa Teamfähigkeit, auf andere Hören. Das Selbstvertrauen wird stark gefördert und gerade die Schüler und Schülerinnen, die neu zu uns gekommen sind, können sich und das Kollegium in einer spielerischen Atmosphäre kennenlernen.“

Zusammenhalt im mehrfachen Wortsinn konnten die Schülerinnen bei der Bodenakrobatik lernen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Zusammenhalt im mehrfachen Wortsinn konnten die Schülerinnen bei der Bodenakrobatik lernen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Besonders Schüler, die sonst eher etwas auffällig sein könnten, hätten sich mit großem Eifer und hoher Disziplin auf das Projekt eingelassen. Ehe die „Pänz“ in die Probenarbeit einstiegen, mussten erst einmal die „Großen“ ran: Damit die Lehrerschaft die Schüler gut unterstützen konnten, mussten sie selbst die Tricks lernen und ihren Schützlingen vorführen.

Schulleiter Müller lobte alle Akteuren und unterstrich die hohe Bedeutung der Aktion für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. „Auch das Kollegium lernt sich durch solche Projekte besser kennen, jedes Jahr kommen ja neue Lehrkräfte hinzu“, so Thomas Müller. Denn die Gesamtschule Euskirchen wird von der 5. Klasse an Jahrgang für Jahrgang bis zur Möglichkeit des Abiturs aufgebaut, aktuell gibt es die Jahrgänge 5 bis 7. Ziel von Gesamtschulen ist neben den sozialen Aspekten die große Durchlässigkeit der Leistungsstufen, der es etwa „Spätentwicklern“ leichter machen kann, sich bei Leistungssteigerung doch für das Abitur zu entscheiden.

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