Über Glücksspielsucht informiert

Caritas Euskirchen und Spielerselbsthilfe nahmen an bundesweitem Aktionstag mit Infostand in der Euskirchener Fußgängerzone teil

In der Euskirchener Innenstadt konnte man sich über Wege aus der Glückspielsucht informieren. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen
In der Euskirchener Innenstadt konnte man sich über Wege aus der Glückspielsucht informieren. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen

Euskirchen – Über Risiken der Glücksspielsucht informierten Mitarbeiter der Fachambulanz Sucht Caritas Euskirchen gemeinsam mit Mitgliedern der lokalen Spielerselbsthilfegruppe am vergangenen Mittwoch mit einem Infostand in der Euskirchener Innenstadt. Von 11 Uhr vormittags bis in den Nachmittag suchten sie das Gespräch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, verteilten Informationsmaterial und boten, bei Bedarf, die Vermittlung weitergehender Hilfen an. Anlass war der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht.

„Allein in Euskirchen gibt es 223 Glücksspielgeräte, bundesweit sind es fast 270.000 Geräte“, so Maria Surges-Brilon, Leiterin der Caritas-Fachambulanz Sucht. Diese Geräte böten das größte Suchtpotenzial. „Durch die schnelle Spielabfolge und sogenannte Fast-Gewinne wird hier ein starker Anreiz zum Weiterspielen geschaffen“, sagte die Expertin. Bundesweit gebe es über 240.000 Menschen mit einem problematischen Spielverhalten und rund 215.000 pathologische, also krankhaft abhängige Glücksspieler. „Wobei es eine hohe Dunkelziffer gibt“, sagte Surges-Brilon. Dem stünden branchenweite Umsätze von etwa 40 Milliarden Euro, davon allein 25 Milliarden durch Geldspielautomaten, entgegen.

Am ersten Dezember diesen Jahres läuft eine fünfjährige Übergangsfrist zur Umsetzung des sogenannten 1. Glücksspiel-Änderungsstaatsvertrages aus. Ab diesem Datum müssen die Bestimmungen des Vertrages umgesetzt werden. Diese besagen unter anderem, dass für Spielhallen keine Mehrfachkonzessionen mehr erteilt werden dürfen, pro Spielstätte maximal 12 Glücksspielgeräte erlaubt sind und die Spielhallen einen Mindestabstand von 350 Metern Luftlinie zueinander und zu Kinder- und Jugendeinrichtungen einhalten müssen.

„Aus unserer Sicht ist das zwar ein Anfang, aber nicht ausreichend. Das Suchtpotenzial der Geldspielgeräte ist in den letzten Jahren durch die Hersteller sogar noch erhöht worden“, betonte Surges-Brilon. Weitere Schritte zum Spielerschutz seien nötig. Für genauso wichtig hält die Fachfrau die Aufklärung über die Risiken und Information über die bestehenden Hilfsangebote für Gefährdete und Abhängige. Ein Weg heraus aus der Spielsucht könne die Spielerselbsthilfegruppe sein, die eng mit der Fachambulanz Sucht der Caritas Euskirchen verbunden ist. Diese trifft sich immer dienstags von 19 bis 20.30 Uhr in den Räumen der Caritas-Suchthilfe in der Kapellenstraße 14 in Euskirchen.

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Kontakt und Infos zum Thema Glücksspielsucht:

Suchthilfe der Caritas Euskirchen

Tel. 02251/65035-0

suchtberatung@caritas-eu.de

www.caritas-eu.de

(epa)

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