Veranstaltungen ums Mensch sein und Denkmal für jüdische Mitbürger

Pfarreiengemeinschaft Hillesheimer Land setzt sich für Gedenken an jüdische Familien aus Hillesheim ein

Ein Gemeindemitglied aus Hillesheim an der jüdischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Bild: privat
Ein Gemeindemitglied aus Hillesheim an der jüdischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Bild: privat

Hillesheim – Zu einer Veranstaltungsreihe unter dem Leitwort „beziehung.macht.mensch“ lädt die Pfarreiengemeinschaft Hillesheimer Land ein: Von Sonntag, 10. September, bis Sonntag, 24. September, werden zahlreiche Veranstaltungen vom Bibelabend über Senioren-Tanz-Nachmittag, Hip-Orgel und Frauen-Film bis zum Teenager-Tanzkurz und Syrien-Vortrag angeboten.

Das vollständige Programm kann hier heruntergeladen werden. In Rahmen der Reihe soll am Donnerstag, 14. September, ab 19 Uhr im Pfarrheim in Hillesheim auch das Thema „Hillesheimer jüdische Familien zur Zeit des Nationalsozialismus“ in den Fokus gerückt werden.

Gemeindereferentin Stefanie Peters erläutert: „Angedacht ist, dass eine zweiteilige Holzskulptur aufgestellt werden soll, die bereits vor Jahren von dem litauischen Künstler Arvydas Svirrmickas gestaltet wurde. Dazu soll ein erklärendes Hinweisschild mit einem QR-Code kommen, der zu einer Homepage mit vertiefenden Informationen leitet. Nach unseren derzeitigen Planungen wird der Künstler selbst anwesend sein können.“

Der Abend wurde fachlich mit vorbereitet vom Emil-Frank Institut, Wittlich und René Richtscheid wird auch den Impulsvortrag halten. Zu der Veranstaltung sind auch (über-) regionale politische und religiöse Vertreter eingeladen.

Stefanie Peters beschreibt die Motivation, sich dieses Themas anzunehmen: „Das »sich Erinnern« soll natürlich geschichtliche Fakten und Entwicklungen aufzeigen, aber vor allem positive Aspekte einer Kultur des Erinnerns in den Mittelpunkt rücken. Gerade in der heutigen Zeit halte ich es für einen wesentlichen Bildungsinhalt, Beispiele von Zivilcourage und Mitmenschlichkeit aufzuzeigen, Bürgerinnen und Bürger zu motivieren, auf Menschen anderer Kulturen und Religionen zuzugehen. Aus meinen Gesprächen in der Vorbereitung hat sich gezeigt, dass die jüdischen Mitbürger in Hillesheim selbstverständlich ins alltägliche Geschehen integriert waren. Man lebte Tür an Tür, die Kinder spielten selbstverständlich miteinander und die Familien konnten von ihrem Handelsgewerbe leben. Und auch die jüdischen Bürger sahen sich nicht als Angehörige einer Minderheit, sondern als Deutsche, jüdischen Glaubens.“

Eine jüdische Gemeinde gab es in Hillesheim nicht. In Jünkerath hat es eine „Betgesellschaft“ gegeben, die wahrscheinlich bis 1933/34 einen Betraum in der Bahnhofstr. 18 unterhielt. In Gerolstein gab es ebenfalls einen Betsaal, den Gemeindemitglieder zur Verfügung stellten. Zu wichtigen Anlässen und hohen Festen kam der Rabbiner aus Trier. Der Bau einer Synagoge war geplant und ein Grundstückunterhalb der Raderstraße bereits erworben. Bereits 1892 wurde hinter dem Friedhof Sarresdorf ein jüdischer Friedhof genehmigt.

In den 1930er Jahren lebten im Kreis Vulkaneifel etwa 100 Juden.  Zu Beginn der 30er Jahre lebten in Hillesheim die jüdischen Familien Salomon, Zimmermann, Kaufmann und Siegler. (epa)

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