Möglichkeiten beruflicher Bildung in der Region präsentiert

Dritter Aktionstag „Berufliche Bildung“ am Berufskolleg Eifel in Kall – KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker informierte über das „Deflationsgespenst von Mario Draghi“ – Einweihung eines neuen Hotelzimmers

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker erklärte den jungen Leuten am Aktionstag, welche Auswirkungen die EZB-Zinspolitik auch auf ihr Leben in der Eifel hat. Bild: Monika Reck
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker erklärte den jungen Leuten am Aktionstag, welche Auswirkungen die EZB-Zinspolitik auch auf ihr Leben in der Eifel hat. Bild: Monika Reck

Kall – Rund 30 Ausbildungsbetriebe und zahlreiche Kammern und Verbände präsentierten am Wochenende beim 3. Aktionstag am Berufskolleg Eifel in Kall die volle Bandbreite der beruflichen Bildung in der Eifeler Region. Von Friseuren über Köche bis hin zu Bankkaufleuten und Wirtschaftsabiturienten waren alle dabei.  Schüler aller Schulen im Kreis Euskirchen und deren Eltern nutzten die Möglichkeit, Berufsbilder kennenzulernen, sich mit zahlreichen Betrieben aus der Region auszutauschen und sich mit den Angeboten des Berufskollegs Eifel vertraut zu machen.

An den Mitmachstationen sammelten die Besucher erste praktische Erfahrungen. Es gab die Möglichkeit, Kräuter und Getreide kennenzulernen, Servietten zu falten, einen Service-Check im Hotelzimmer vorzunehmen, Verbände professionell anzulegen und Reanimationstechniken zu erlernen. Darüber hinaus konnte man Vorstellungsgespräche üben, eine typgerechte Frisurenberatung vornehmen lassen oder sich rund um das Girokonto informieren.

Auch die Polizei war mit von der Partie und klärte den Nachwuchs über berufliche Perspektiven auf. Bild: Monika Reck
Auch die Polizei war mit von der Partie und klärte den Nachwuchs über berufliche Perspektiven auf. Bild: Monika Reck

„Die Jugendlichen konnten entdecken, für welchen Beruf ihr Herz schlägt und wie die zukünftige Karriere erfolgreich geplant werden kann“, so Pressesprecherin Brigitte Sonnenschein. Namhafte Redner, wie etwa der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Euskirchen, Udo Becker, hätten darüber hinaus für spannende Einblicke in den Wirtschaftsstandort Eifel gesorgt. Dabei richtete Becker seinen Blick zunächst kritisch auf die Zinspolitik der EZB, erklärte den jungen Leuten, warum die EZB jeden Monat für 80 Milliarden Euro Anleihen kauft und stellte dann die Auswirkungen dieser Politik auf den Kreis Euskirchen und seine Bewohner dar. Der KSK-Chef und Dozent am Standort Schleiden der Rheinischen Fachhochschule (RFH) kritisierte vor allem, dass die Niedrigzinspolitik der EZB dazu führe, dass man schon jetzt bei der Altersvorsorge eine sinkende Motivation verzeichne und daher mit einer höheren Altersarmut rechnen müsse. „Ein heute 35-Jähriger muss bereits ohne Verzinsung 133 Euro im Monat sparen, um mit 65 Jahren 200 Euro mehr an Rente zu haben“, so Becker. Bei einer Verzinsung von vier Prozent seien es hingegen nur 48 Euro im Monat. Becker mahnte die jungen Leute ausdrücklich, das Thema Rente sehr ernst zu nehmen und das Sparen grundsätzlich nicht für überholt zu halten. Gerade jetzt in jungen Jahren sei es wichtig, sich kompetent beraten zu lassen, damit es später einmal kein übles Erwachen gebe.

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Überall im Berufskolleg Eifel hatten die jungen Leute die Möglichkeit, auch mal selbst etwas zu testen oder auszuprobieren. Bild: Monika Reck
Überall im Berufskolleg Eifel hatten die jungen Leute die Möglichkeit, auch mal selbst etwas zu testen oder auszuprobieren. Bild: Monika Reck

Udo Becker war nicht allein nach Kall gekommen, sondern hatte gleich ein ganzes Team mitgebracht, das den jungen Leuten den Tag über Rede und Antwort auf alle erdenklichen Fragen rund ums Geld stand. Bei KSK-Ausbildungsleiterin Anke Titz konnte man sich darüber hinaus über Ausbildungsmöglichkeiten bei der Sparkasse informieren. Neu in diesem Jahr war, dass die KSK-Azubis für ihre Altersgenossen einen Vortrag vorbereitet hatten und ihnen erklärten, wie man sich richtig bewirbt. „Der Vortrag kam super bei den jungen Leuten an“, so Anke Titz.

Sie weihten gemeinsam das neue Hotelzimmer ein: Landrat Günter Rosenke (v.l.), Dezernent Dr. Oliver Schoell und Schulleiter Jochen Roebers. Bild: Monika Reck
Sie weihten gemeinsam das neue Hotelzimmer ein: Landrat Günter Rosenke (v.l.), Dezernent Dr. Oliver Schoell und Schulleiter Jochen Roebers. Bild: Monika Reck

Ein weiteres Highlight des Aktionstages war die Einweihung des neuen Hotelzimmers für die Bildungsgänge aus dem beruflichen Bereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement. „Die Schüler waren von Anfang an in die Planungen einbezogen: Neues Mobiliar und Designerleuchten erhellen nun den Raum und erzeugen Gemütlichkeit und Wohlbefinden; eine Kombination aus Design und Luxus ist entstanden. Das Übungs-Hotelzimmer der Extraklasse ermöglicht besonders den Auszubildenden der Gastronomie und Hotellerie fachgerechtes Lernen in ihrem 4-Sterne-Modellunternehmen“, so Sonnenschein.

Schulleiter Jochen Roebers bedankte sich bei Landrat Günter Rosenke: „Der Kreis Euskirchen als Schulträger und das Berufsbildungswerk Kall haben die Neugestaltung finanziert und setzen damit ein klares Zeichen zur Stärkung der dualen Ausbildung in tourismusaffinen Berufen. Ein wichtiges Standbein für die Eifel!“

KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker (hinten) hatte gleich ein ganzes Team mit in das Berufskolleg gebracht. Bild: KSK
KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker (hinten) hatte gleich ein ganzes Team mit in das Berufskolleg gebracht. Bild: KSK

Für Schüler der Jahrgangsstufe 8 aller Schulformen wurde die Teilnahme am Aktionstag vom kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen als Berufsfelderkundung im Rahmen des NRW-Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ anerkannt. Aufgrund des Erfolges gilt die Veranstaltung mittlerweile als feste Größe im Jahresterminkalender für viele weiterführende Schulen und für Schüler und Eltern im Kreis Euskirchen.

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Dr. Oliver Schoell, schulfachlicher Dezernent der Bezirksregierung Köln, fasste zusammen: „Die Eifeler arbeiten hier gemeinsam mit viel Herzblut, das merkt man sofort, wenn man die Schule betritt und das sieht man an den vielfältigen Kooperationen der anwesenden Unternehmen mit dem Berufskolleg Eifel.“ (eB/epa)

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