Wacholder-Dickicht wird durchlichtet

Kalkmagerrasen auf dem Kalvarien- und Hämmersberg bei Alendorf sind stark zugewachsen – Untere Naturschutzbehörde beginnt mit Pflegearbeiten

Blick vom Hämmersberg auf den Kalvarienberg. Im Vordergrund stark mit Wacholder verbuschte Magerrasen. Bild: Kreis Euskirchen
Blick vom Hämmersberg auf den Kalvarienberg. Im Vordergrund stark mit Wacholder verbuschte Magerrasen. Bild: Kreis Euskirchen

Blankenheim-Alendorf – Es sind landesweit die bedeutendsten Wacholdervorkommen mit einer einzigartigen Flora und Fauna: In der malerischen Eifellandschaft bei Blankenheim-Alendorf thronen mit dem Kalvarien- und Hämmersberg zwei Naturschätze ersten Ranges. Allerdings müssen die Hänge nun dringend durchforstet und „entbuscht“ werden, um den einzigartigen Charakter dieser Landschaft zu erhalten. Dies geschieht in den kommenden drei Monaten unter der Regie der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen.

Die zum Teil sehr steilen Kalkmagerrasen mit ihrem Bewuchs aus Wacholdern sind schon von weitem zu sehen. Historisch wurde diese einzigartige Hügellandschaft durch die Dorfgemeinschaft als sogenannte Allmende genutzt und von den Bewohnern gemeinschaftlich mit Rindern oder Schafen beweidet. Zudem wurde der Wacholder früher durch die Bevölkerung zum Räuchern verwendet und somit in seinem Bestand reguliert. Durch diese Nutzung entwickelte sich über die Jahrhunderte eine besonders lebenswerte Kulturlandschaft.

Heute sind die Kalkmagerrasen als Naturschutzgebiet geschützt und dienen vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum. Die Hügel mit ihren Kuppen und den zugehörigen Hängen rund um Alendorf sind aber auch für viele Menschen von nah und fern ein beliebtes Wander- und Exkursionsziel.

Die Kalkmagerrasen werden seit rund 30 Jahren im Vertragsnaturschutz durch die Beweidung mit Schafen gepflegt und offengehalten. Da der Wacholder aber aufgrund seiner stechenden Nadeln als sogenanntes „Weide-Unkraut“ von den Schafen gemieden wird, konnte er sich in den letzten Jahren immer mehr ausbreiten. „In manchen Bereichen steht der Wacholder so dicht, dass die seltenen licht- und wärmeliebenden Pflanzenarten der Magerrasen wie z.B. Orchideen und andere seltene Kräuter keine Chance mehr zum Wachstum haben“, heißt es aus dem Kreishaus. Außerdem seien die zu dichten Bestände des Wacholders zunehmend durch den Befall mit dem Wacholdergitterrostpilz in ihrem Bestand gefährdet.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen will von Dezember 2017 bis Februar 2018 auf dem Kalvarien- und Hämmersberg großflächige Pflegemaßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung der Kalkmagerrasen durchführen lassen. „Neben kranken und abgestorbenen Wacholdern werden auch weitere Gehölze entfernt sowie die zu dicht stehenden Wacholder ausgelichtet“, heißt es.

Ziel sei es, wieder Luft und Licht für die seltene und wertvolle Pflanzen- und Tierwelt der Magerrasen zu schaffen und die Wacholderbestände so auszulichten, dass sie auch in Zukunft gesund bleiben und nicht vergreisen oder von Krankheiten befallen werden. Der Kreis: „In Zukunft sollen hier wieder Kalkmagerrasen mit Wacholdern zu sehen sein und nicht – wie zur Zeit- Wacholder mit kleinen Resten von Magerrasen. Durch die Entbuschung wird dieser seltene Lebensraum aufgewertet.“

Die Pflegearbeiten werden von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station und der Gemeinde Blankenheim als Flächeneigentümer durchgeführt. Finanziert werden sie aus so genannten Ersatzgeldern des Kreises Euskirchen. Dieses Geld stammt hauptsächlich aus Eingriffen in das Landschaftsbild durch den Bau von Windenergieanlagen im Kreis Euskirchen. (epa)

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