Winterbesuch im LVR-Freilichtmuseum Kommern

An allen Tagen des Jahres geöffnet – Winterausstellungen in geheizten Hallen

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Das LVR-Freilichtmuseum Kommern hat 365 Tage im Jahr geöffnet. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich-Kommern – Auch wenn es draußen nass und kalt ist, lohnt ein Besuch im an allen 365 Tagen im Jahr geöffneten LVR-Freilichtmuseum Kommern. Denn es ist nicht nur ein „Museum unter freiem Himmel“: Wie kein anderes Museum seiner Art präsentiert es neben rund 75 historischen Gebäuden auf mehreren tausend Quadratmetern eine Vielfalt erlebnisreicher Ausstellungen in geheizten Hallen.   

Publikumsmagnet ist dabei die große Dauerausstellung „WirRheinländer“. Sie lädt zu einem Streifzug durch die Geschichte des Rheinlands und den Wandel der Lebensverhältnisse seiner Menschen von der französischen Besetzung 1794 bis in die frühen Wirtschaftswunderjahre um 1955 ein. Die Museumsgäste wandern über eine mehr als 150 Meter lange Gasse und kleine Plätze an rund 50 Bauten entlang, deren Fenster den Blick auf Szenen freigeben: Schulunterricht und Bürgermeisteramt in napoleonischer Zeit, Wohnkammern verarmter Weber und Industriearbeiter, Werkstätten, Apotheke, Auswanderer-Büro und bügerliches Wohnzimmer in der Kaiserzeit sind ebenso zu sehen wie Szenen aus dem Ersten Weltkrieg und der Zeit des Nationalsozialismus. Eindrucksvoll ist der Gang über die zerstörte Straße im Nachkriegs-Abschnitt „Trizonesien“. Dort begegnen die Museumsgäste dem Leben unter der Besatzung, der Wohnungsnot und dem alltäglichen Mangel, aber auch dem ersten Nachkriegs-Karneval in einer Kölschen Kneipe.

Die Bauten dieser Ausstellung sind Vorbildern aus dem ganzen Rheinland nachempfunden, und damit wird das Gebiet der ehemaligen preußischen „Rheinprovinz“ vom Niederrhein bis zum Hunsrück, vom Bergischen Land bis zum nördlichen Lahngebiet erfasst. So sieht man Gebäude aus Krefeld und Düsseldorf, aus Moers und Bonn, aus Heinsberg und Wuppertal, aus Aachen, Bad Münstereifel und Königswinter. In einem Trierer Kerker warten politische Gefangene nach der gescheiterten Revolution von 1848 auf ihren „Kommunistenprozess“, und diesem kann man im nachgebauten Saal des Kölner Appellationsgerichts sogar „beiwohnen“.

In den Pavillons gegenüber dieser „Indoor-Kleinstadt“ sind in diesem Winter mehrere Sonderausstellungen zu sehen. „Der Apfel – Kultur mit Stiel“ bietet auch jungen Museumsgästen viele Möglichkeiten, die Vielfalt der Nutzung dieser bei uns wichtigsten Obstart zu entdecken (bis 14. Januar). Werke des Dokumentarfotografen Martin Rosswog zeigt die Ausstellung „Kolchoz und Bauernhof“. Dabei werden Arbeits- und Lebensverhältnisse auf dem Land in verschiedenen Ländern Europas dargestellt (bis 18. März). Auf kleine und große Fans alten Spielzeugs wartet die Ausstellung „Von Puppen, Bären und Elefanten“, mit der das LVR-Freilichtmuseum Kommern eine neu erworbene Spielzeugsammlung vorstellt (bis 16. September). Und am Sonnatg,11. März 2018, eröffnet das Museum eine neue Ausstellung: „Handwerken. Vom Wissen zum Werk“ stellt verschiedene Gewerke in Vergangenheit und Gegenwart vor.

Das LVR-Freilichtmuseum Kommern ist in den Wintermonaten von 10 bis 17 Uhr geöffnet (Einlass bis 16 Uhr). An Heiligabend und Sylvester schließt das Museum um 14 Uhr, an den beiden Weihnachtstagen und an Neujahr öffnet es um 11 Uhr. Die Hauptsaison mit der Sommer-Öffnungszeit von 9 bis 19 Uhr beginnt im kommenden Jahr bereits am 21. März. So kann auch der „Jahrmarkt anno dazumal“, der bereits am 26. März beginnt, täglich ausgiebig besucht werden.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.  Das Jahresprogramm ist im Internet unter www.kommern.lvr.de zu finden. (epa)

 

 

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