Erinnerung an Wollseifen

Kulturkreis Obere Kyll zeigt Dietrich Schuberts Dokumentarfilm in Dahlem-Kronenburg

Auch die Reste der Sankt Rochus Kirche gehören mit zu den Zeugen der Wollseifener Vergangenheit. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Auch die Reste der Sankt Rochus Kirche gehören mit zu den Zeugen der Wollseifener Vergangenheit. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dahlem-Kronenburg – Den Dokumentarfilm „Erinnerung an Wollseifen“ von Filmemacher Dietrich Schubert will der Kulturkreis Obere Kyll (KOK) am Sonntag, 15. April, um 16.00 Uhr in der Lehrerfortbildungsstätte, Burgstraße 20, 53949 Dahlem-Kronenburg zeigen. Franz-Albert Heinen, Autor und Journalist aus Schleiden, will in den Film einführen. Nach der Vorführung besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit dem Regisseur. 

Wollseifen war ein einsam inmitten hügeliger Eifellandschaft gelegenes Dorf. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die Menschen bescheiden von der Landwirtschaft. Nach dem Bau der Urfttalsperre Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Touristen in die abgeschiedene Region und brachten dem Ort wirtschaftlichen Aufschwung.

1934 begannen in Sichtweite des Ortes die Bauarbeiten für die sogenannte „NS-Ordensburg“ Vogelsang, in der die Elite des Nazi-Regimes ausgebildet werden sollte. Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in Wollseifen seine Spuren. Bei den Bombenangriffen im Winter 1944/45 kamen viele Dorfbewohner ums Leben, zahlreiche Häuser wurden zerstört.

Ein Jahr nach Kriegsende waren die gröbsten Schäden beseitigt, die Felder wieder bestellt. Die Menschen sahen optimistisch in die Zukunft. Doch am 13. August 1946 machte ein Evakuierungsbefehl alle Hoffnungen zunichte. Auf Befehl der britischen Besatzer mussten die 550 Einwohner den Ort bis zum 1. September räumen. Die Briten planten die Einrichtung eines Truppenübungsplatzes, in dessen Einzugsbereich Wollseifen lag.

Ein ganzes Dorf ging auf Wohnungssuche. 60 Jahre lang durften die ehemaligen Wollseifener nur mit Sondergenehmigung ihre Heimat besuchen. Trotzdem ist es ihnen gelungen, die Erinnerung an ihr Dorf wach zu halten. Zum Jahreswechsel 2005/2006 ging das Gelände des ehemaligenTruppenübungsplatzes Vogelsang mit den Überresten Wollseifens in den Nationalpark Eifel über. Das Wegekapellchen, die Trafostation, die Reste der ehemaligen Schule und die Ruine der Sankt Rochus Kirche erinnern noch an das Leben im Dorf

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(epa)

 

 

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