Stadt Schleiden schreibt Erfolgsbilanz in Sachen regenerativer Energie

Mit städtischer Beteiligung wird vor Ort 1,5-mal mehr regenerative Energie produziert, als alle im Stadtgebiet am Stromnetz angeschlossenen Kunden zusammen verbrauchen – Politik und Verwaltung legen großen Wert auf bürgerschaftliches Engagement – Hier klicken zum Video dazu

Die sechs hochmodernen Windenergieanlagen des „Bürgerwindpark Schleiden“ können rein rechnerisch 12.000 Haushalte mit regenerativer Energie versorgen. Bild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Die sechs hochmodernen Windenergieanlagen des „Bürgerwindpark Schleiden“ können rein rechnerisch 12.000 Haushalte mit regenerativer Energie versorgen. Bild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden – Gemessen an ihren ca. 13.500 Einwohnern leistet die Nationalparkhauptstadt Schleiden Überdurchschnittliches in Sachen Klimaschutz und Erneuerbare Energien. Schon früh hat die Stadt ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Seit November 2012 wurde darüber hinaus gezielt an der Information, Beratung und Qualifizierung der Bürgerinnen und Bürger sowie angesiedelter Unternehmen und Verwaltung in Sachen Klimaschutz gearbeitet. So konnten im Laufe der Jahre zahlreiche Maßnahmen zur CO2-Einsparung realisiert werden.

„Energieerzeugung, Energieeinsparung, CO2-Bilanz, klimaschonendes Verhalten – all das sind Themen, die gerade im ländlichen Raum und hier bei uns im Kreis Euskirchen, insbesondere in Schleiden, eine große Rolle spielen und zunehmend auch an Relevanz gewinnen“, so der Schleidener Bürgermeister Udo Meister. Gerade für Schleiden, das sich selbst gerne als Hauptstadt des Nationalparks Eifel bezeichne, sei die Thematik der regenerativen Energieerzeugung und des schonenden Umgangs mit den Resourcen im vergangenen Jahrzehnt zur Kernkompetenz geworden. Und die Bilanz dieser Maßnahmen kann sich mittlerweile sehen lassen: So werden den Bürgerinnen und Bürger beispielsweise auf der Energiekompetenzschau „Enerkom“ einmal im Jahr die neuesten Entwicklungen auf dem Energiesektor präsentiert. Im und vor dem Kurhaus Gemünd stellen Aussteller aus der gesamten Region Produkte, Dienstleistungen und Informationen rund um Energie und Klimaschutz vor.

In Sachen E-Mobilität ist die Stadt ebenfalls Vorreiter und verfügt derzeit über die größte Ladeinfrastruktur für E-Mobilität im Südkreis. Mit vier E-Ladesäulen und fünf E-Bike-Ladestationen setzt die Stadt gemeinsam mit touristischen Betrieben auf klimaneutrale Mobilität, die von Bürgern und Touristen gleichermaßen angenommen wird.

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Als Klima-Plus-Kommune leistet die Stadt jedoch noch weitaus mehr. So wird mit städtischer Beteiligung vor Ort 1,5-mal mehr regenerative Energie produziert, als alle im Stadtgebiet am Stromnetz angeschlossenen Kunden zusammen verbrauchen. Damit ist die Stadt Schleiden unbestritten landesweit eine der erfolgreichsten Klima-Plus-Kommunen. Möglich gemacht wird diese Erfolgsgeschichte vor allem durch den Sunpark Herhahn, den Windpark Schöneseiffen und den Bürgerwindpark Schleiden.

„Die Stadt Schleiden ist für die ene-Unternehmensgruppe ein ganz wichtiger Partner“, sagte ene-Geschäftsführer Markus Böhm. Vor allem bei regenerativen Projekten habe man bislang gut zusammengearbeitet. Dabei sei die regionale Wettschöpfung jedes Mal stark in den Vordergrund gestellt worden. „Die Stadt erzielte beispielsweise beim Sunpark Herhahn nicht nur als Eigentümer der Fläche eine Wertschöpfung, sondern ist auch selbst mitbeteiligt an dem Projekt und hat sich darüber hinaus für eine Bürgerbeteiligung über die EifelEnergiegenossenschaft stark gemacht“, so Böhm weiter. Von Anfang an habe die Stadt seitens Politik und Verwaltung großen Wert auf bürgerschaftliches Engagement gelegt.

Sunpark Herhahn An einem Drittel des Sunparks Herhahn konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über Anteilscheine bei der Eifel Energiegenossenschaft direkt beteiligen. Bild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Sunpark Herhahn An einem Drittel des Sunparks Herhahn konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über Anteilscheine bei der Eifel Energiegenossenschaft direkt beteiligen. Bild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Seit 2010 sorgt die Photovoltaik-Freilandanlage in Schleiden-Herhahn für sauberen Sonnenstrom. Die Stadt Schleiden profitiert seither umweltpolitisch und finanziell von dem Sonnenkraftwerk mit knapp 1,9 Megawatt Spitzenleistung. Ein Drittel des 4,4 Hektar großen „Sun Parks Herhahn“ darf sie ihr Eigen nennen. Durch vereinnahmte Gewerbesteuer und Gewinnerträge profitieren letztlich alle Bürger der Stadt. An einem weiteren Drittel der Freilandanlage konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über Anteilscheine bei der Eifel Energiegenossenschaft direkt beteiligen. Das verbleibende Drittel bleibt in der Hand des regionalen

Energiedienstleisters, der ene-Unternehmensgruppe. Der Sunpark ist somit ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie man die Energiewende in der Region gewinnbringend für die Menschen vor Ort umsetzen kann.

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Durch den Erfolg des Sunparks Herhahn beflügelt, startete die Stadt Schleiden 2014 zu einem neuen Höhenflug in Sachen Erneuerbare Energien. Mit sechs hochmodernen Windenergieanlagen wurde der „Bürgerwindpark Schleiden“ realisiert. Jede der sechs Anlagen besitzt eine Leistung von 3050 Kilowatt. Die Gesamtleistung entspricht etwa 42.000.000 Kilowattstunden, was einer Versorgungsleistung von 12.000 Haushalten mit regenerativer Energie entspricht. Die Bürger der Stadt Schleiden erhalten vom Ertrag der Windräder einen jährlichen Bürgeranteil in Höhe von 120.000 Euro, wovon 30.000 Euro die Dorfgemeinschaften der direkt umliegenden Ortschaften bekommen. Die weiteren 90.000 Euro fließen in die Bürgerstiftung Schleiden und kommen den Bürgerinnen und Bürgern im Sinne der Stiftungszwecke zu Gute. So ist der Bürgerwindpark Schleiden ein weiteres Leuchtturmprojekt für regionale Energiewende und die Wertschöpfung vor Ort.

(epa)

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