Fünf erfolgreiche Dan-Prüfungen an einem Tag

Prüfer Hans Gregor Abels, Träger des 5. Dan, und Udo Koch (4. Dan) verliehen zwei Mal den 3. und drei Mal den 1.Dan an Kaller Karatekämpfer

Erschöpft aber glücklich: Die beiden Prüfer Hans Abels (rechts) und Udo Koch (links) überreichten den Prüflingen (v.l.) Eugen Siemann (1. Dan), Anna Thalken (1. Dan), Norbert Lang (3. Dan), Erika Krah (3. Dan) und Lukas Schröder (1. Dan) ihre Diplome. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Erschöpft aber glücklich: Die beiden Prüfer Hans Abels (rechts) und Udo Koch (links) überreichten den Prüflingen (v.l.) Eugen Siemann (1. Dan), Anna Thalken (1. Dan), Norbert Lang (3. Dan), Erika Krah (3. Dan) und Lukas Schröder (1. Dan) ihre Diplome. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Das gibt es im Karateverein Shotokan Karate-Do in Kall auch nicht alle Tage: Gleich fünf Dan-Prüfungen standen am Samstag auf der Tagesordnung. Als erster Prüfer war Hans Gregor Abels aus dem Karate Dojo Huchem-Stammeln angereist. Der Kriminalhauptkommissar a.D., Karatetrainer und Träger des 5. Dan nahm sich gemeinsam mit Vereinstrainer und zweitem Dan-Prüfer Udo Koch, der zum ersten Mal eine Dan-Prüfung abhielt, viel Zeit, um den Prüflingen auf den Zahn zu fühlen. Am Ende aber gab es ein großes Aufatmen: Alle hatten bestanden. Abels nutzte die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass ein Dan-Diplom etwas ganz Besonderes sei, denn es werde den Prüflingen „verliehen“ und könne ihnen daher nicht mehr aberkannt werden. „Das bleibt euch fürs Leben“, sagte er. Ein Kyu-Grad hingegen könne man wieder verlieren, wenn man einige Jahre nicht trainiert habe. Insgesamt, so Abels, sei er sehr begeistert von dem gewesen, was er bei den Prüfungen gesehen habe.

Ihr Diplom für den 3. Dan erhielten Erika Krah und Norbert Lang. Erika Krah ist gleichzeitig Co-Trainerin des Vereins und hatte den schwierigen Spagat zu meistern, nicht nur ihre Schützlinge auf die Prüfung vorzubereiten, sondern auch sich selbst. Norbert Lang ist dem Verein bereits seit 23 Jahren treu. Er begann gemeinsam mit Vereinschef Udo Koch 1995 bei Jean-Pierre Malmary seine Karateausbildung. Obwohl Lang heute längst in Prüm als Lehrer arbeitet, kommt er noch so oft wie möglich zum Training nach Kall. „Ich habe verdammt viel trainiert für diese Prüfung“, sagte er am Samstag völlig erschöpft aber glücklich. Lang war ebenfalls eine Zeitlang als Co-Trainer im Verein aktiv und kümmerte sich dort mit um die Ausbildung der beiden jetzt jüngsten Schwarzgurte im Verein: Die 18-jährige Anna Thalken und den gleichaltrigen Lukas Schröder. Beide sind ebenfalls schon seit ihrer Kindheit im Shotokan Karate-Do aktiv.

Noch etwas sperrig verhielten sich die neuen Gürtel bei der Anprobe. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Noch etwas sperrig verhielten sich die neuen Gürtel bei der ersten Anprobe. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Anna Thalken studiert Sprachtherapie in Köln, Lukas Schröder absolviert zurzeit ein Praktikum im Forschungszentrum Jülich. Der dritte neue Schwarzgurt im Verein heißt Eugen Siemann. Siemann ist von Beruf Experte für Dachabdichtungen und hatte es besonders schwer, nach einem harten Arbeitstag noch die Motivation für ein Karatetraining aufzubringen. Da war schon sehr viel Disziplin notwendig. Glücklich über die Auszeichnung fuhr Siemann sogleich in den Baumarkt und besorgte sich noch vor den Feierlichkeiten einen Bilderrahmen für sein auf Japanpapier gedrucktes Diplom.

Eugen Siemann (hinten) demonstrierte gemeinsam mit Lukas Schröder Elemente aus der Selbstverteidigung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Eugen Siemann (hinten) demonstrierte gemeinsam mit Lukas Schröder Elemente aus der Selbstverteidigung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Alle fünf Kandidaten bedankten sich vor allem bei Trainer Udo Koch. „Ohne dich stände heute keiner von uns hier mit seinem Diplom in der Hand“, sagte Eugen Siemann. Koch, selbst Träger des 4. Dan, ist seit über 23 Jahren im Karate aktiv. Sein Herz schlägt vor allem für die Jugendarbeit. Viele hundert Kinder sind bereits durch seine Schule gegangen, sie beginnen dabei oft schon mit vier Jahren. Aber auch 60-Jährige kommen noch regelmäßig zum Training. Koch lebt die Grundregeln des Dojo Kun, aufgestellt vom Begründer des Karates Sakugawa Kanga. Dabei gehören die Beharrlichkeit im eigenen Tun und die Vervollkommnung des eigenen Charakters mit zu den Ausbildungszielen.

Damit die neuen Dan-Träger aber nicht überheblich werden, mussten sie, bevor sie vom Verein ihre neuen Gürtel bzw. Diplome übereicht bekamen, beim Training am Sonntag allerhand kuriose Übungen absolvieren: Eine Kata rückwärts vorführen, bei den Liegestützen Lieder singen oder auch mit Weihnachtsmützen auf dem Kopf agieren. Denn sich selber nicht zu ernst zu nehmen, gehört ebenfalls mit zur Ausbildung.

Eifeler Presse Agentur/epa

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