Spanische Rheinländer bringen Comedia zum Swingen

Abschlusskonzert der Kultur-Initiative Klösterchen wird traditionell von der Kreissparkasse Euskirchen gefördert – Mit „Rumba Gitana“ gab es mal sanfte, mal rasante Klänge der iberischen Halbinsel im voll besetzten Saal zu hören

„Spanische Rheinländer“ eroberten das Publikum in der Euskirchener Comedia im Flug: Mit „Rumba Gitana“ bestritt wieder eine hochkarätige Formation das Weihnachtskonzert von KiK. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
„Spanische Rheinländer“ eroberten das Publikum in der Euskirchener Comedia im Flug: Mit „Rumba Gitana“ bestritt wieder eine hochkarätige Formation das Weihnachtskonzert von KiK. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Es ist mucksmäuschenstill in der voll besetzten Comedia Euskirchen, als ein Mann mit wallendem, schwarzem Haar und weißem Hemd mit seiner Flamencogitarre die Bühne betritt. Gitarrist und Komponist Daniel de Alcalá nimmt sich Zeit, sein Instrument kurz nachzustimmen, ehe die ersten Arpeggien durch den Saal perlen. Sein Spiel nimmt Fahrt auf, immer schneller flitzen die Finger von Alvalá über die Saiten, dann hört man die ersten „Palmas“, das charakteristische, synkopische Klatschen, mit der Flamencos oft begleitet werden, und weitere Musiker kommen nach und nach auf die Bühne. Ehe der Song zu Ende ist, haben die Musiker ihr Publikum bereits in ihren Bann geschlagen. Und Klaus Linden, Herz und Motor der Kultur-Initiative Klösterchen (KiK), hat am „dritten Weihnachtstag“ wieder einmal bewiesen, dass er mit seinem multikulturellen Musikprogramm den Geschmack seines Publikums genau zu treffen vermag.

Mit zahlreichen persönlichen Kontakten gelingt es Linden immer wieder, hochkarätige Musiker aus aller Herren Länder in den kleinen Saal des Klösterchen Euskirchen zu locken. Linden bedankte sich bei der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) für die finanzielle Unterstützung, die das KiK-Abschlusskonzert, das immer am 27. Dezember stattfindet, ermöglicht. Seine Freundschaft zu Markus Reinhard, Verwandter des legendären Musikers Django Reinhardt, sorgt für regelmäßige Gypsy-Konzerte im KiK. Der gefühlvolle Geiger ist auch mit den Musikern von „Rumba Gitana“ befreundet und kam für zwei Gastauftritte mit seiner Violine auf die Bühne, um das Publikum zu begeistern.

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Das Publikum war nicht nur vom hochtechnischen Gitarrenspiel von José Antonio Primo Reina beeindruckt, auch als gefühlvoller Sänger sorgte José Antonio Primo Reina für manchen wohligen Gänsehautschauer. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Publikum war nicht nur vom hochtechnischen Gitarrenspiel von José Antonio Primo Reina beeindruckt, auch als gefühlvoller Sänger sorgte José Antonio Primo Reina für manchen wohligen Gänsehautschauer. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mal romantische Lieder, gesungen von Gitarrist und Sänger José Antonio Primo Reina, mal Fiesta-Stimmung auch durch das treibende Bass-Spiel des Katalanen El Tiburón und den virtuos verzierten, aber auch in höchster Geschwindigkeit werkelnd immer entspannt wirkenden Rhythmen des Kubaners Yansser Cardoso an Cajon und Congas brachte manches Bein zwischen den Stuhlreihen zum Wippen. Tänzer und Choreograf Lucas Theisen und Martijn Theisen von der Show „Broadway Experience“, die im Mai in Euskirchen aufgeführt wird, konnten es kaum auf den Stühlen halten, wie sie in der Pause berichteten. Martijn Theisen: „Ich möchte am liebsten aufstehen und tanzen!“ Bilder von untergehender Sonne und warmen Tagen im Garten tauchten auf vor dem geistigen Auge von Rita Witt, Direktorin des Vorstandsstabs der KSK, als die „spanischen Rheinländer“ die Gluthitze Andalusiens durch ihr virtuoses Spiel ins winterliche Euskirchen zauberten.

Ob Eigenkompositionen, Adaptionen traditioneller Rhythmen wie dem Fandango, der bereits im Mittelalter in Spanien gespielt wurde, oder Coverversionen wie vom „verrückten Leben“ („Esta vida loca“), immer faszinierte die Stammbesetzung von „Rumba Gitana“, unterstützt durch den Euskirchener Schlagzeuger Micky Kamo und dem aus Nicaragua stammenden Latin-Jazz-Pianisten Norman Peplow, durch intuitives Verständnis gepaart mit hoher Virtuosität. Micky Kamo: „Wir sind alle sehr feinfühlige Menschen, die gut aufeinander hören.“

An Cajon und Congas glänzte der Kubaner Yansser Cardoso auf ebenso virtuose wie entspannt aussehende Weise. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
An Cajon und Congas glänzte der Kubaner Yansser Cardoso auf ebenso virtuose wie entspannt aussehende Weise. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Publikum wusste die hohe Kunst der Musiker zu würdigen und gab auch nach besonders gelungenen Einlagen Zwischenapplaus, etwa als Yansser Cardoso in einem Percussion-Solo tief in die Trickkiste des Conga-Spielens griff und aus der einen Trommel scheinbar eine ganze Rhythmus-Sektion zauberte, zwischendurch mit Hilfe seines Ellenbogens eine Roto-Tom aus dem Instrument machte und ein Feuerwerk von gegenläufigen Rhythmen schuf.

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Nicht nur als virtuoser Flamencospieler, sondern auch als Komponist und Arrangeur brillierte Daniel de Alcalá von „Rumba Gitana“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Nicht nur als virtuoser Flamencospieler, sondern auch als Komponist und Arrangeur brillierte Daniel de Alcalá von „Rumba Gitana“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Auch wenn der Song „Feliz Navidad“ („Fröhliche Weihnachten“) ausdrücklich an diesem Abend nicht erklingen sollte, betonte Markus Reinhardt die Bedeutung der Freundschaft zwischen den Menschen, und Daniel de Alcalá hatte dann doch noch eine Art Weihnachtsbotschaft nach einem besonders gefühlvollen Song: „Nehmen Sie die Liebe in diesem Stück mit in das kommende Jahr, ich glaube, das können wir alle brauchen.“

Bei der Zugabe sorgte „Rumba Gitana“ dann für mehr als wippende Beine: Klänge so feurig wie ein Tinto aus Cadiz trieben die Zuhörer von den Stühlen, das gesamte Publikum swingte zu Flamencoklängen. Das KiK-Programm für die kommende Spielzeit ist bereits erschienen, Karten für etwa das Neujahrskonzert werden bereits knapp, wie Klaus Linden berichtete. Weitere Informationen im Internet: www.kikev.com

Eifeler Presse Agentur/epa

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