Wintervögel im Kreis Euskirchen zählen

 NABU bittet Bürger und Bürgerinnen um Mithilfe – 592  Vogelbeobachter nahmen 2018 im Kreis Euskirchen an der Aktion teil  und beobachteten rund 19.000 Vögel

Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2017. Foto:  NABU/Günter Lessenich
Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2017. Foto: NABU/Günter Lessenich

Kreis Euskirchen – Die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ findet im kommenden Jahr von Freitag, 4. Januar, bis Sonntag, 6. Januar, statt.  Dabei ruft der  Naturschutzbund Deutschland (NABU)  und  der Lan-desbund für Vogelschutz (LBV) Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden.

Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld. Bei der vorherigen Auflage im Januar 2018 beteiligten sich  bundesweit  mehr als 136.000 Naturfreunde an der Stunde  der Wintervögel,  so  Marion Zöller Vorstandsmitglied vom NABU Euskirchen. Im Kreis Euskirchen hatten 592 Naturfreunde Rund 19.000 Vögel gezählt.  Je mehr Menschen bei dieser Forschung von und für Jedermann ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Die so gesammelten Daten werden über mehrere Jahre verglichen. So können neue Erkenntnisse zur Entwicklung einzelner Vogelarten gewonnen werden.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft  weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Co.  Aber wo genau kommen sie vor, wo sind sie häufig, und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus?  Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen, betont  Marion Zöller.

Geht es bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai um die in Deutschland brütenden Arten, stehen im Januar jene Piepmätze  im Blickpunkt, die auch bei Schnee und Kälte bei uns ausharren.  Neben den sogenannten Standvögel, die das ganze Jahr bei uns bleiben, lassen sich zusätzlich Gastvögel beobachten, die im Winter aus noch kälteren Regionen im Nor-den und Osten nach Mitteleuropa ziehen.

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Bei  Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern in riesiger Zahl auch Invasionsvögel wie Seidenschwanz, Erlenzeisig und Bergfink auf.  Anderseits werden immer mehr traditionelle Zugvögel gemeldet, die sich offenbar wegen der milderen Winter den Zug in den Süden  sparen.  „Diese Beobachtungen haben wir in den letzten Jahren schon gemacht“, erläutert Zöller.  Die Mönchsgrasmücke,  der Zilpzalp oder der Hausrotschwanz wird gelegentlich im Kreis Euskirchen gesichtet.

Ob sich im winterlichen Garten Vögel sehen lassen, hängt von vielem ab. Neben einem geeigneten Unterschlupf suchen die Vögel vor allem nach Nahrung. Finden sie im Wald und in der freien Landschaft genügend, machen sie sich im Garten rar. So war es im vorvorigen Winter – die Waldbäume trugen reichlich Früchte und prompt gingen in Dörfern und Städten die Vogelbesuche stark zurück.  Im vergangenen Winter schlug das Pendel wieder zurück. Beeren, Bucheckern und Eicheln waren Mangelware, also wurden Gartensträucher und Futterstellen gut frequentiert.

Ziel  der Aktion ist nicht, möglichst viele Vögel zu beobachten, sondern ein realistisches, über die Jahre vergleichbares Bild zu erhalten. Gezählt werden kann zu einer beliebigen Tageszeit. Dabei wird von jeder Art die höchste Zahl von Vögeln notiert, die sich während der Stunde gleichzeitig beobachten ließ. Das vermeidet Doppelzählungen. Dabei zählen auch Vögel, die sich im Garten nicht niederlassen, sondern ihn nur überfliegen.

Zur Unterstützung stehen online  unter www.Nabu-euskirchen.de eine Zählhilfe und Porträts der häufigsten Vogelarten zur Verfügung.

Eine besondere Qualifikation – außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist nicht nötig.  Die Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ lohnt sich auf jeden Fall. Zu gewinnen gibt es unter anderem ein Zeiss-Fernglas im Wert von 1100 Euro, Futtersäulen von Vivara und Vogelbücher aus dem Kosmos-Verlag.

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Die Beobachtungen können telefonisch – unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1157-115 am Samstag, 5. Januar, und  Sonntag, 6. Januar, von 10 bis 18 Uhr oder einfach im Internet unter www.nabu-ueskirchen.de  gemeldet werden. Alternativ kann der Meldebogen auch ausreichend frankiert postalisch bis zum 15. Januar 2019  an den NABU Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin, eingesendet werden.

(epa)

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