Winterdienst im Dauereinsatz

1200 Tonnen Salz, 26 Mitarbeiter, 8 Räum- und Streufahrzeuge: Kreisbauhof ist für 320 Kilometer Kreisstraßen zuständig

Simone Elmassaoudi, die Leiterin des Kreisbauhofes, mit einigen ihrer Winterdienst-Mitarbeiter: (v.l.) Wilfried Leyendecker, Willi Heinen, Karl-Heinrich Schostak und Heinz Heiter. Foto: W. Andres / Kreis Euskirchen
Simone Elmassaoudi, die Leiterin des Kreisbauhofes, mit einigen ihrer Winterdienst-Mitarbeiter: (v.l.) Wilfried Leyendecker, Willi Heinen, Karl-Heinrich Schostak und Heinz Heiter. Foto: W. Andres / Kreis Euskirchen

Kreis Euskirchen – Wer beim Winterdienst des Kreisbauhofes arbeitet, muss früh raus und sollte kälteunempfindlich sein. Wenn der Alarmdienst um 2 Uhr nachts feststellt, dass die Straßen zugeschneit oder glatt sind, dann heißt es für die erste Schicht der 26 Mitarbeiter: Raus aus den Federn und ab zum Bauhof nach Mechernich-Strempt, wo die Räum- und Streufahrzeuge stationiert sind. Von hier aus geht’s dann auf das 320 Kilometer lange Kreisstraßennetz.

Der Winterdienst des Kreisbauhofes ist seit Sonntag rund um die Uhr im Einsatz. Für den Kreisbauhof war der bisher eher flaue Winter ohnehin kein Grund, die Wachsamkeit zu vernachlässigen. Denn auch in den vergangenen Jahren ist der Winter oft erst mit Verspätung gekommen, gerade in den Höhenlagen des Kreisgebietes. „Wir sind gut vorbereitet“, verspricht Simone Elmassaoudi, die Leiterin des Kreisbauhofes.

Oberstes Ziel sei es, die Straßen bis zum Berufsverkehr am frühen Morgen frei zu bekommen. Je nach Witterung sei das eine Sisyphusarbeit: „Wenn es heftig schneit, ist die gerade geräumte Straße schon nach kurzer Zeit wieder zu.“ Das führe mitunter zu Unverständnis bei Autofahrern und Anwohnern, „aber wir können auch nicht zaubern und überall gleichzeitig sein.“

Ein Bild aus dem Archiv des Kreisbauhofes: An solche Winter mit derartigen Schneemengen können sich wohl nur noch ältere Menschen erinnern. Foto: Medienzentrum Kreis Euskirchenn
Ein Bild aus dem Archiv des Kreisbauhofes: An solche Winter mit derartigen Schneemengen können sich wohl nur noch ältere Menschen erinnern. Foto: Medienzentrum Kreis Euskirchen

„Bei einem richtig heftigen Wintereinbruch stehen wir ja vor der Herausforderung, dass wir nach der Alarmierung mit unseren PKWs erstmal nach Strempt kommen müssen – über noch nicht geräumte oder noch nicht gestreute Straßen“, sagt Karl-Heinrich Schostak, der seit vielen Jahren im Winterdienst fährt. Sein Kollege Heinz Heiter ergänzt: „Um eine optimale Streubreite zu erzielen, dürfen wir dann mit den Unimogs und Lastwagen nicht schneller als 30 bis 35 km/h fahren. Und wenn man weiß, dass eine einzige Einsatzroute bis zu 100 Kilometer umfasst, dann hat man eine Vorstellung davon, wie lange wir unterwegs sind.“

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Spannend wird es dann, wenn in engen Ortsdurchfahrten PKWs auf der Fahrbahn geparkt werden, manchmal sogar im Halteverbot. „Dann ist Millimeterarbeit erforderlich“, sagt Schostak. „Und wenn wir Pech haben, kommen wir an dieser Stelle gar nicht weiter.“ Logische Folge: Die Straße kann dann nicht geräumt oder gestreut werden. Ähnliche Probleme treten auf, wenn enge Straßen aufgrund von Unfällen blockiert sind. „Da gibt’s dann oft kein Vorbeikommen“, bestätigt Wilfried Leyendecker, ebenfalls ein erfahrener Bauhofmitarbeiter. Insofern sei es sinnvoll, wenn die Autofahrer im Winter eine etwas längere Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle einkalkulieren.

Diskussionen gibt es immer wieder, wenn der auf der Fahrbahn liegende Schnee in den Dörfern auf die Bürgersteige und Gehwege geschoben wird – die möglicherweise von den Anwohnern kurz zuvor freigeschaufelt wurden. Innerhalb der Ortschaften fahre man bewusst noch langsamer, und man bemühe sich, den Schnee nur bis zur Bordsteinkante zu schieben. Das lasse sich in der Praxis aber nicht immer umsetzen. „Für uns wäre es eine große Hilfe, wenn die Gehwege erst nach unserem morgendlichen Nachräumen geräumt würden“, so Willi Heinen, der auch für Reparaturen an den Winterdienst-Fahrzeugen zuständig ist.

Auch wenn die Winterdienstmitarbeiter in diesen Tagen im Dauereinsatz sind: In früheren Jahren dauerte der Winter wesentlich länger. „Früher war viel mehr Schnee“, bestätigt Heinz Heiter. Damals habe man darauf achten müssen, völlig eingeschneite Autos rechtzeitig zu erkennen und nicht von der Straße zu schieben, ergänzt Karl-Heinrich Schostak. Die Männer sind lange genug im Geschäft, um die Arbeit realistisch einzuschätzen. „Die Rufbereitschaft, das frühe Aufstehen und die heftigen und wochenlangen Winter – je länger die Saison dauerte, desto größer wurde die Belastung“, so Heiter rückblickend. Insofern hätten die Bauhofmitarbeiter durchaus nichts dagegen, wenn der Frühling nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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INFO-KASTEN

Der Kreisbauhof hat das Kreisgebiet in neun Winterdienstbezirke aufgeteilt, von denen drei an Unternehmen vergeben wurden. In den übrigen sechs Bezirken sind die 26 Kreismitarbeiter zuständig. Etwa 1000 Tonnen Streusalz werden in der Salzhalle auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums in Strempt gelagert, weitere 200 Tonnen sind in einem Lager in Zingsheim. Auf die Straßen kommt in der Regel ein Salz-Sole-Gemisch, das eine bessere Haftung hat. (epa)

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