Aufbruchsstimmung am Horn von Afrika

Veranstaltung informierte über die augenblickliche politische Lage in Eritrea

Weyni Tesfai informierte über die derzeitige Lage in Eritrea. Bild: Lydia Honecker
Weyni Tesfai informierte über die derzeitige Lage in Eritrea. Bild: Lydia Honecker

Euskirchen – Mit rund 50 Besuchern war jetzt die Begegnungsstätte „Café International“ der Caritas Euskirchen im Zentrum der Kreisstadt bis auf den letzten Platz gefüllt. Grund des großen Interesses war ein eritreischer Abend, zu dem beide Caritasverbände im Kreis gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum (KoBIZ) des Kreises Euskirchen eingeladen hatten.

Referentin Weyni Tesfai machte in ihrem Vortrag deutlich, welche Aufbruchsstimmung am Horn von Afrika aktuell herrscht, nachdem die Region jahrzehntelang unter der Feindschaft und der massiven gegenseitigen Bedrohung der beiden Länder Äthiopien und Eritrea gelitten hat. Seit dem Juli letzten Jahres besteht ein Friedenvertrag zwischen den beiden Nationen. „Was in Europa eher am Rande wahrgenommen wurde. Aber besonders Geflüchtete aus Eritrea blicken seitdem mit Spannung in ihr Heimatland, das sie als rigorose Militärdiktatur hinter sich gelassen haben“, erklärt Peter Müller-Gewiss von der „Aktion Neue Nachbarn“ der Caritas Euskirchen.

An die 50 Zuhörer interssierten sich für den Infoabend rund um das Horn von Afrika. Bild: Lydia Honecker
An die 50 Zuhörer interssierten sich für den Infoabend rund um das Horn von Afrika. Bild: Lydia Honecker

Große Hoffnung setze Afrika in Äthiopiens neuen Premierminister Abiy Ahmed, der auch einen innenpolitischen Prozess der Versöhnung in Gang setzen wolle in einem Land , in dem aufgrund des Konfliktes mit Eritrea Familien auseinander gerissen und Tausende vertrieben wurden, so Weyni Tesfai. Die studierte Ethnologin und Afrikanistin ist gebürtige Deutsche mit sowohl eritreischen, als auch äthiopischen Wurzeln.

Die Expertin für Flucht, Migration und Neokolonialismus hielt einen authentischen und fachlich fundierten Vortrag, dem neben interessierten Einheimischen auch viele eritreische Geflüchtete aufmerksam folgten. „Für sie war es eine Gelegenheit, aktuelle Einschätzungen der Lage in ihrem Herkunftsland zu erfahren“, so Müller-Gewiss.

Abgerundet wurde der Abend, der in der Reihe „Engagiert für Geflüchtete“ stattfand und durch das Katholische Bildungswerk sowie das Landesprogramm KOMM-AN NRW unterstützt wurde, durch ein landestypisches Buffet, das eritreische Frauen vorbereitet hatten. Beim gemeinsamen Buffet und vertiefenden Gesprächen kamen sich nach dem Vortrag alte und neue Nachbarn näher. (epa)

 

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