„Authentische Botschafter eines tollen Bildungsangebots“

Sechs Studentinnen und Studenten der Betriebswirtschaft nahmen im Schleidener Rathaus ihre Bachelor-Zeugnisse entgegen – Studienort der RFH Köln hat sich etabliert – Bürgermeister Ingo Pfennings appellierte an Unternehmen der Region, weiter in die Qualifizierung von Mitarbeitern zu investieren

Große Freude herrschte bei den Bachelor-Absolventinnen und Absolventen nach der Zeugnisübergabe im Schleidener Rathaus. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Große Freude herrschte bei den Bachelor-Absolventinnen und Absolventen nach der Zeugnisübergabe im Schleidener Rathaus. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden – Im Schleidener Rathaus ging es am Montagabend zu wie in einer Hochschulverwaltung. Gleich 14 neue Kandidaten für den im Sommersemester beginnenden Studiengang Produktionstechnik (Bachelor of Engineering) schrieben sich vor Ort als Studenten ein, während sechs weitere Betriebswirtschaftler nach sieben Semestern berufsbegleitendem Studium ihre Bachelor-Zeugnisse entgegennehmen durften. Damit dürfte sich Schleiden als Studienort der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) endgültig etabliert haben.

Bürgermeister Ingo Pfennings appellierte an die regionalen Unternehmen, in die Qualifizierung von Mitarbeitern zu investieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Bürgermeister der Stadt Schleiden, Ingo Pfennings, beglückwünschte die sechs Absolventen zu ihrer „herausragenden Leistung“. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie groß die Belastung durch eine nebenberufliche Weiterbildung sein könne. „Statt mit der Familie oder mit Freunden die wohlverdiente Freizeit zu verbringen oder einem Hobby nachzugehen, haben Sie sich erfolgreich durch den Unterrichtsstoff gekämpft“, so Pfennings. Mit dem Abschluss des Studiums hätten die Absolventen daher vor allem eines bewiesen, nämlich, dass sie über ein sehr gutes Zeitmanagement verfügten und überdurchschnittlich belastbar seien.

Für die Absolventen gab es nicht nur ein Zeugnis, sondern auch noch diverse Präsente. Bild: Kerstin Wielspütz/Stadt Schleiden
Für die Absolventen gab es nicht nur ein Zeugnis, sondern auch noch diverse Präsente. Bild: Kerstin Wielspütz/Stadt Schleiden

Pfennings nannte es darüber hinaus ein sehr wichtiges politisches Anliegen, dass der ländliche Raum kein bildungsferner Raum werden dürfe. Nicht nur die bereits bestehende Schullandschaft müsse erhalten bleiben, sondern es müssten auch weiterführende Bildungsangebote vor Ort geschaffen werden, um die jungen Leute in der Region zu halten und um dort eigene Führungskräfte auszubilden.

Der Bürgermeister bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders bei der Geschäftsführung der Hochschule, Prof. Dr. Martin Wortmann und Thore Eggert, die das Experiment gewagt hätten, die Fachhochschulbildung in den ländlichen Raum zu expandieren.

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Für die musikalische Begleitung der Feierstunde sorgte das Trio „Holzwurm im Dreiklang“ von der Musikschule Schleiden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Für die musikalische Begleitung der Feierstunde sorgte das Trio „Holzwurm im Dreiklang“ von der Musikschule Schleiden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Besonders hob Pfennings auch die Rolle der Arbeitgeber in der Region hervor, die ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei einem solchen Studiengang unterstützen. „Ich kann nur weitere Unternehmen ermutigen, auf diesem Weg voranzuschreiten. Investieren Sie in die Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter und helfen Sie so mit, unseren Wirtschaftsstandort weiter zu stärken“, appellierte Pfennings. Aber auch die Absolventen forderte der Bürgermeister auf, positiv über ihre Studienerfahrungen zu berichten und in ihrem Lebensumfeld als „authentische Botschafter dieses tollen Bildungsangebots“ zu agieren.

Bürgermeister Ingo Pfennings bat die jungen Leute, sich in das Goldene Buch der Stadt Schleiden einzutragen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bürgermeister Ingo Pfennings bat die jungen Leute, sich in das Goldene Buch der Stadt Schleiden einzutragen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Studienkoordinator der RFH Köln, Prof. Dr. Alexander Pollack, verglich das berufsbegleitende Studium mit einer Teller-Jonglage. „Beruf, Studium und Freunde, das sind allein schon drei Teller, die Sie zu jonglieren hatten“, so Pollack: „Leute wie Sie, die nicht jammern, sondern sich etwas zutrauen, die braucht unsere Gesellschaft.“ Deutschland, so Pollack weiter, sei ein Land der Regionen. Große Unternehmen träfe man daher nicht selten in ländlichen Regionen an: „Und gerade dort leidet man unter Fachkräftemangel weitaus mehr als in den Metropolen, weshalb die heutigen sechs Absolventen ganz wichtige Leute sind, Fackelträger der Vision, dass Leben, Arbeiten und Bildung vor Ort möglich sind.“ Auch Pollack ermunterte die Absolventen, dieses Angebot mehr zu kommunizieren und mit demselben Mut, den man im Studium bewiesen habe, fortan auch in der Gesellschaft mitzuwirken.

Ihren RFH-Studiengang in Betriebswirtschaft schlossen jetzt sechs Absolventen am Studienort Schleiden ab. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Ihren RFH-Studiengang in Betriebswirtschaft schlossen jetzt sechs Absolventen am Studienort Schleiden ab. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Wie wichtig eine Studienmöglichkeit vor Ort für die Wirtschaft ist, machte der Personalleiter vom Schoeller Werk in Hellenthal, Stefan Mager, deutlich. „Bereits 2014 hat eine unserer Mitarbeiterinnen ein solches berufsbegleitendes Studium abgeschlossen, heute ist sie Personalreferentin in meinem Team“, so Mager. Das Schoeller Werk sei sehr daran interessiert, Fachleute zu gewinnen und zu halten. Und es nutzt dazu offensichtlich gern den Studienort Schleiden. Denn das Hellenthaler Unternehmen konnte sich an diesem Abend über gleich zwei neue Absolventen des Studiengangs Betriebswirtschaft freuen.

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Anne Hermes war in diesem Jahr auserkoren worden, den obligatorischen Studienrückblick der Absolventen zu halten. Hermes berichtete nicht nur von einer durch die Doppelbelastung recht harten Zeit, in der das Leben oft sehr eingeschränkt gewesen sei, sondern auch von einem außergewöhnlichen Teamgeist unter den Studierenden: „Unsere Gruppe hat sich sehr gut verstanden. Ich traf auf lauter Menschen, mit denen man lernen, aber auch Spaß haben konnte.“ Dabei warf die Absolventin auch einen humorvollen Blick auf ihre Dozenten: „Wir mussten hier quasi alles ertragen, vom bayerischen Akzent bis hin zum Oecher Platt.“

Ihre Abschlusszeugnisse im Studiengang Bachelor of Arts, Business Administration, erhielten: Niklas Zimmer (Schleiden), Gölz Blumenthal; Anne Hermes (Rheinbach), Schoeller-Werk; Jana Hermanns (Hellenthal), Stocko; Andreas Jöbges (Schleiden), Schoeller-Werk; Mariusz Machon (Stadtkyll), Stocko, sowie Edin Causevic (Schleiden).

Die musikalische Begleitung der Feierstunde übernahm „Holzwurm im Dreiklang“, ein Trio bestehend aus zwei Klarinetten und einem Saxophon der Musikschule Schleiden.

Die nächsten Informationstermine zum Studium der Betriebswirtschaft im Wintersemester 2019 am RFH Studienort in Schleiden finden statt am Mittwoch, 27. März, Mittwoch, 22. Mai, Donnerstag, 4. Juli, und Dienstag, 6. August. Beginn ist jeweils um 18 Uhr im Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (epa)

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