Musikerziehung kostenlos und für jedes Kind

Musikerin, Dirigentin und Musikpädagogin Gabriela Heinen öffnet dem Nachwuchs in der Schleidener Kita St. Philippus und Jakobus das Tor zur Welt der Musik – KSK Euskirchen fördert das auf zwei Jahre angelegte Projekt

Die Schleidener KSK-BC-Leiterin Sabine Poll (v.l.) übergab einen Scheck in Höhe von 1600 Euro an den stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins der Kita St. Philippus und Jakobus Marcell Heinen sowie Kassierer Wido Küpper und Kita-Leiterin Brigitte Fachinger. Daneben Desiree Schink-Fußel, die Mutter eines der unterrichteten Kinder. Gabriela Heinen (kniend) leitet das ambitionierte Musikprojekt an der Kita. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Schleidener KSK-BC-Leiterin Sabine Poll (v.l.) übergab einen Scheck in Höhe von 1600 Euro an den stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins der Kita St. Philippus und Jakobus Marcell Heinen sowie Kassierer Wido Küpper und Kita-Leiterin Brigitte Fachinger. Daneben Desiree Schink-Fußel, die Mutter eines der unterrichteten Kinder. Gabriela Heinen (kniend) leitet das ambitionierte Musikprojekt an der Kita. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden – Wie klingt das Traben eines Pferdes? Mit welchem Instrument kann man einen Frosch imitieren? Warum schwingt Metall länger als Holz? Wie fühlt es sich an, die vibrierende Saite einer Gitarre zu berühren? Diesen und anderen Fragen gehen seit Anfang des Jahres die Kinder an der katholischen Kita St. Philippus und Jakobus auf den Grund. Denn seit Januar wurde dort ein ganz neues Projekt gestartet, das quasi die Musikschule an die Kita holt. Das hat nicht nur den Vorteil, dass das Elterntaxi fortan in der Garage bleiben kann, sondern dass vielmehr alle Kinder dieselbe Chance auf eine frühmusikalische Grundausbildung erhalten. Und das kostenlos.

„Ich habe noch kein Kind ohne musikalisches Talent erlebt“, berichtete Gabriele Heinen, die im Auftrag der Musikschule Schleiden das neue, zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt leitet. Die studierte Musikerin, die auch über eine Ausbildung zur elementaren Musikpädagogin verfügt, ist bereits jetzt begeistert vom Zuspruch ihres Angebots. „Ich arbeite hier mit drei Altersgruppen. Es geht von der Stimmentwicklung und Sprachfindung über das Kennenlernen von Instrumenten bis hin zum Erlernen von Noten“, berichtete sie. Und selbstverständlich wird auch viel musiziert, anfänglich vor allem auf Perkussionsinstrumenten, später dann auch auf Blas- und Streichinstrumenten.

Gabriela Heinen, die an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Saxophon und Klavier studierte und darüber hinaus auch als ausgebildete Dirigentin aktiv ist, kommt einmal die Woche für eineinhalb Stunden in die Kita nach Schleiden. „Mir kommt dieser Arbeit vor Ort sehr entgegen“, berichtete sie, „anders als an der Musikschule mit ihrem festen Programm kann man den Unterricht hier viel individueller gestalten.“

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Und die Musikerin hat noch viel vor: „Wir wollen Programme für verschiedene interne Veranstaltungen erarbeiten, angefangen von einer karnevalistischen Kindersitzung bis hin zu einem kleinen Musical und einem Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt“, verriet sie. Dabei stünden aber auch immer wieder mal kleinere Projekte im Vordergrund. So etwa eine Buchvertonung, in der die Kinder einen gelesenen Text mit Claves, Holzblöcken, Agogos, Cymbals, Rakataks und vielen anderen Perkussionsinstrumenten lautmalerisch begleiten dürfen. Dabei ist vor allem die Phantasie der Kleinen gefragt.

Stark gemacht für dieses Projekt hat sich der Förderverein der Kita, der auch die finanziellen Mittel für die musikalische Früherziehung vor Ort auftreibt. Der stellvertretende Vorsitzende Marcell Heinen und sein Kassierer Wido Küpper freuten sich daher, dass sie die Kreissparkasse Euskirchen (KSK) vom Kita-Musikprojekt überzeugen und mit ins Finanzorchester holen konnten. Bei der KSK, die seit Jahren den Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Regionalebene unterstützt, stieß man sogleich auf ein offenes Ohr für die Idee, die Musikschule an die Kita zu holen. Aus diesem Grund übergab Sabine Poll, Leiterin des KSK-Beratungscenters Schleiden, jetzt einen Scheck an den Förderverein in Höhe von 1600 Euro. Für Sabine Poll war es etwas ganz besonderes, den Scheck ausgerechnet in diese Kita zu bringen. Denn sie selbst hat diese Einrichtung in ihrer Kindheit besucht. „Damals gab es hier allerdings noch Nonnen, und die Räumlichkeiten sahen ganz anders aus“, erinnerte sie sich.

„Wir freuen uns, dass wir mit dieser Zuwendung das Angebot unserer Kita erweitern können“, sagte Brigitte Fachinger, die die viergruppige, inklusive Bewegungskindertageseinrichtung in Schleiden leitet, und fügte abschließend hinzu: „Damit können wir auch unseren Standort als Familienzentrum weiter stärken.“

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Eifeler Presse Agentur/epa

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