Region Aachen bewertet Beschluss der Kohlekommission positiv

Landrat Günter Rosenke zeigte auch Auswirkungen auf den Kreis Euskirchen auf: 205 Hektar große LEP-Fläche Euskirchen/Weilerswist könne zum „Green Battery Park“ werden, der als Campus sowohl Forschung und Entwicklung als auch die Produktion von modernen Speichersystemen und Batterien zum Inhalt habe

Günter Rosenke (v.l.), Dr. Tim Grüttemeier, Wolfgang Spelthahn, Prof. Dr. Christiane Vaeßen, Marcel Philipp, Stephan Pusch, Michael F. Bayer und Peter Deckers wollen gemeinsam den Strukturwandel in der Aachener Region anpacken. Bild: Andreas Schmitter/Region Aachen
Günter Rosenke (v.l.), Dr. Tim Grüttemeier, Wolfgang Spelthahn, Prof. Dr. Christiane Vaeßen, Marcel Philipp, Stephan Pusch, Michael F. Bayer und Peter Deckers wollen gemeinsam den Strukturwandel in der Aachener Region anpacken. Bild: Andreas Schmitter/Region Aachen

Region – Die Organisation des Strukturwandelprozesses in der Region Aachen war ein zentrales Thema des gestrigen Treffens, bei dem die Landräte Günter Rosenke (Kreis Euskirchen) Stephan Pusch (Kreis Heinsberg) und Wolfgang Spelthahn (Kreis Düren), der Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier, der Oberbürgermeister der Stadt Aachen Marcel Philipp, Michael F. Bayer und Peter Deckers als Hauptgeschäftsführer der regionalen Wirtschaftskammern und die Geschäftsführerin des Region Aachen Zweckverbands Prof. Dr. Christiane Vaeßen zusammenkamen.

„Wir sind mit dem Ergebnis des Beschlusses der Kommission ‚Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung‘ zufrieden“, sind sich die Spitzenvertreter der Region einig. „Nun gilt es für uns im Schulterschluss mit allen regionalen Akteuren die guten Ideen aus unserer Region umzusetzen sowie neue zu erarbeiten, um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten und unsere Region weiterzuentwickeln. Eine Voraussetzung für die Erzeugung von Wertschöpfung und zukunftssicheren Arbeitsplätzen ist die Realisierung der von uns benannten Infrastrukturprojekte, vor allem bezogen auf die Verkehrsträger Straße, Schiene und Luft.“

Für Landrat und Verbandsvorsteher des Region Aachen Zweckverbands, Stephan Pusch, kommt der Entwicklung des Tagebauumfelds eine besondere Bedeutung zu: „Es wäre wünschenswert gewesen, dass die Menschen, die am Tagebaurand leben, stärkere Beachtung im Abschlussbericht gefunden hätten. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Interessen dieser Menschen ein zentrales Handlungsfeld in der Region bleiben. Für den Kreis Heinsberg, der bereits einen Strukturwandel erfolgreich bewältigt hat, ist außerdem die Entwicklung der mehr als 200 Hektar umfassenden LEP-Fläche Geilenkirchen-Lindern von zentraler Bedeutung.“

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„Der Kreis Düren hat die Wasserstofftechnik als Projektidee mit europaweiter Strahlkraft für nachhaltige Antriebstechnik auf Straßen und Schienen eingebracht“, erläutert Landrat Wolfgang Spelthahn. „Denn nach dem Ende der Tagebaue im Kreis Düren soll ein großer Teil des Wasserstoffes in der Region produziert werden“. Um Zukunftsmobilität geht es auch auf dem Campus Aldenhoven. Die Anlage, auf der das autonome Fahren erforscht wird, soll weiter ausgebaut werden. Ein weiteres zentrales und bereits weit entwickeltes Projekt sei das interkommunale Gewerbegebiet Brainergypark mit einer innovativen sieben Hektar großen Sonderfläche, in der schwerpunktmäßig das Thema „Neue Energien“ abgebildet werde.

Dass die Hochschul- und Forschungslandschaft für die anstehende Wende in der Energie- und Mobilitätspolitik unverzichtbar ist, machten der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier übereinstimmend deutlich: „Es kommt jetzt darauf an, aus unseren Innovationspotenzialen in der Energieforschung Wertschöpfung durch regionale  Energieerzeugung, -speicherung und -verteilung sowie durch nachhaltige Mobilitätsangebote zu generieren. Mit dem Industriedrehkreuz Weisweiler-Inden-Stolberg, dem Forschungsflughafen Merzbrück oder der RegioTram haben wir kreative Ideen entwickelt, die nun gefördert und umgesetzt werden müssen.

Die zukunftsfähige Entwicklung und Nutzung von Flächen, vor allem für Unternehmen, die einen Beitrag zur Energiewende leisten, hat auch für den Kreis Euskirchen eine hohe Priorität, wie Landrat Günter Rosenke erläutert. „Die Entwicklung der insgesamt 205 Hektar großen LEP-Fläche Euskirchen/Weilerswist rückt im Rahmen des Strukturwandels in den Fokus einer neuen landesweit aufgestellten Kampagne. Demnach könnte dort unter dem markanten Namen »Green Battery Park« künftig eine Nutzung entstehen, die als Campus sowohl Forschung und Entwicklung als auch die Produktion von modernen Speichersystemen und Batterien zum Inhalt hat. Jetzt ist auch die Zeit, den Kreis Euskirchen verkehrlich besser anzubinden und den Lückenschluss der Autobahn A 1 zu realisieren.“

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Auch die Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftskammern, Michael F. Bayer und Peter Deckers, bewerten den Beschluss der Kohlekommission grundsätzlich positiv. Ziel müsse es sein, die Versorgung mit bezahlbarer Energie sicherzustellen, sozial ausgewogene Lösungen für Bergbaubeschäftigte zu finden, zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen, die Interessen von Zulieferbetrieben zu berücksichtigen und Wertschöpfung zu generieren.“

Die Projekte, die unsere Region eingebracht hat, beweisen: „Wir sind eine Chancenregion mit großem Potenzial“, so Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

Als eine von drei regionalen Entwicklungsgesellschaften im Rheinischen Revier arbeitet der Region Aachen Zweckverband gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, dem Köln/Bonn e.V. und der Standort Niederrhein GmbH daran, das Revier strategisch für die Zukunft zu positionieren und eine tragfähige Strategie für die bevorstehenden Aufgaben aufzubauen. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der teilräumlichen Interessen. „Mit den Leitlinien für einen erfolgreichen Strukturwandel in der Region Aachen 1.0 haben wir  bereits im letzten Jahr ein Konzept zur strukturellen Weiterentwicklung der Region Aachen aufgesetzt und damit eine wichtige Basis gelegt. Mit der jetzt zu erarbeitenden Version 2.0 werden Vision, Ziele und Lösungsansätze konkretisiert und Zukunftsfelder festgeschrieben“, erläutert Frau Prof. Vaeßen.

Alle Beteiligten senden abschließend ein starkes Signal aus: „Wir packen den Strukturwandel in der Aachener Region an – gemeinsam für unsere Bürgerinnen und Bürger!“

Die Region Aachen ist die regionale Entwicklungsgesellschaft der Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, der Stadt Aachen und der StädteRegion Aachen. Die Region Aachen organisiert die Kooperation der Partner und hat die Aufgabe, eine gemeinsame regionale und euregionale Strukturentwicklung für Wirtschaft und Fachkräfte, Bildung, Kultur, Gesundheit und Infrastruktur zu gestalten. (epa)

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