Walberhof war einst Teil eines Königsgutes

Am Parkplatz Walberhof informiert eine neue Stele aus der Reihe ArcheoRegion Nordeifel über den nur wenige Meter entfernten gleichnamigen Walberhof

Stellten die Tafel am Walberhof vor: Gabriele Harzheim (Historikerin) v.l., Dr. Ulrike Müssemeier (Wissenschaftliche Referentin beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Dr. Erich Claßen (Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Helmut Keutgen (Nachfahre der letzten Pächter des Walberhofs), Sophia Eckerle (Stabsstelle Tourismus & Kultur), Ingo Pfennings (Bürgermeister der Stadt Schleiden) und Markus Vollmer (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Forstrevier Vogelsang). Bild: Stadt Schleiden
Stellten die Tafel am Walberhof vor: Gabriele Harzheim (Historikerin) v.l., Dr. Ulrike Müssemeier (Wissenschaftliche Referentin beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Dr. Erich Claßen (Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Helmut Keutgen (Nachfahre der letzten Pächter des Walberhofs), Sophia Eckerle (Stabsstelle Tourismus & Kultur), Ingo Pfennings (Bürgermeister der Stadt Schleiden) und Markus Vollmer (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Forstrevier Vogelsang). Bild: Stadt Schleiden

Schleiden-Walberhof – Am alten Verlauf der Landesstraße von Schleiden nach Aachen liegt auf Höhe Vogelsang der Walberhof. Die heute unscheinbare Anlage zählt zu den ältesten Höfen im Schleidener Stadtgebiet. Ihre Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück, einst war sie Teil eines Königsgutes. Mit dem Bau der NS-Ordensburg Vogelsang erwarb die „Deutsche Arbeitsfront“ den Hof für den Bau eines Schulflugplatzes. Militärisch genutzt wurde dieser bei dem deutschen Überfall auf die westlichen Nachbarländer sowie in der Endphase des Krieges durch amerikanische Einheiten, dann durch britische (1946–1951) und anschließend belgische Streitkräfte (1950–2005).

Heute liegt der Walberhof im Nationalpark Eifel und war im Oktober 2018 Station der Archäologietour Nordeifel. Zahlreiche Besucher nahmen an den Führungen der Referenten vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland und örtlicher Experten teil.

Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland Dr. Erich Claßen: „Sehr gerne werden, wie beim Walberhof geschehen, Vorschläge für ArchäologietourStationen aus der Bevölkerung vor Ort aufgegriffen. Auch heute unscheinbare Bodendenkmäler erzählen spannende Geschichten! Gerade der Walberhof ist ein gutes Beispiel dafür. Ein wesentliches Ziel der Archäologietour Nordeifel ist, die archäologischen und historischen Fakten zu ausgewählten Bodendenkmälern zu sichten und aufzubereiten. Kolleginnen und Kollegen aus dem LVR, aber auch externe Fachleute informieren dann unserer Gäste bei der Veranstaltung sozusagen »aus erster Hand«.“

Da bislang keine Infotafel die Besucher des Nationalparks Eifel auf den Walberhof und seine historische Bedeutung hinwies, ließ die Stabsstelle Tourismus- & Kulturförderung der Stadt Schleiden im Nachgang zur Archäologietour Nordeifel eine Stele produzieren und am Parkplatz Walberhof aufstellen. Für die inhaltliche und grafische Ausgestaltung zeichnet das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland verantwortlich. Unterstützt wurde es dabei von F.A. Heinen (Journalist und Sachbuchautor) sowie der Historikerin Gabriele Harzheim. Helmut Keutgen, dessen Vater noch auf dem Walberhof gelebt hat, steuerte historisches Bildmaterial bei. Das Aufstellen und Verankern der Stele mit Schraubfundamenten übernahm die Holzbauwerkstatt der Nationalparkverwaltung. Die Bundesfinanzverwaltung gab als Flächeneigentümerin ihr Einverständnis für die Installation der Infostele am Parkplatz Walberhof. Dieser Standort wurde bewusst ausgewählt, um die PKW- und Busanreisenden auf den Walberhof, der vom Parkplatz und der Bushaltestelle aus zunächst nicht sichtbar ist, aufmerksam zu machen.

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Bürgermeister Ingo Pfennings: „Die Kooperation des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege und der Stadt Schleiden sowie den – je nach Station wechselnden – Unterstützern bei der Archäologietour ist dauerhaft: Sieben der acht Infostelen wurden im Nachgang der jeweiligen Veranstaltung installiert. Somit ist gewährleistet, dass das anlässlich der Archäologietour zusammengetragene und aufbereitete Wissen über die jeweilige Station auch für nachfolgende Generationen und Besucher bewahrt wird und jederzeit zugänglich bleibt.“

Von den 55 aufgestellten Stelen ArcheoRegion Nordeifel in der gesamten Nordeifel stehen mittlerweile insgesamt acht Stelen in der Stadt Schleiden und weisen auf archäologischen Besonderheiten hin: Synagoge Gemünd, Jüdischer Friedhof Gemünd, Eisenwerk Mauel, Eisenhütte und Hammer von Oberhausen, Dorfwüstung Wollseifen und Walberhof im Nationalpark Eifel, Wasserburg Dreiborn und Historischer Ortskern Olef.

Dr. Ulrike Müssemeier: „Die ArchaeoRegion Nordeifel ist im Frühjahr 2013 mit 30 archäologischen und paläontologischen Entdeckertipps in der Nordeifel an den Start gegangen. Jährlich kommen weitere interessante Ziele dazu, von denen viele zuvor Station bei der Archäologietour Nordeifel waren. Die Website www.ArchaeoRegion-Nordeifel.LVR.de  und die Broschüre »ArchaeoRegion Nordeifel – 40 archäologische Entdeckertipps« informieren ausführlich zu den Stationen, an denen teilweise auch mehrere Tafeln die Besucher informieren. So kommen wir heute auf bereits 55 Stelen.“ (eB)

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