Fairplay Smart-Tour: Gemeinsam Strapazen überwunden

120 Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung radelten von Köln über Vogelsang nach Kall – Großer Zieleinlauf auf dem Hof der ene-Unternehmensgruppe – KSK Euskirchen sponserte die Tour in diesem Jahr gleich zwei Mal

Peter von Bodenheim (vorn v.l.), Sportlehrer an der LVR-Förderschule „Irena Sendler“, bedankte sich bei den Unterstützern Hartmut Cremer, KSK-Vorstandsmitglied, Tanja Scheuls, NEW, Schulleiterin Karin Hambach und Rita Witt, KSK-Vorstandsstab, ehe er wieder zusammen mit Menschen mit und ohne Behinderung in die Pedale trat. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Peter von Bodenheim (vorn v.l.), Sportlehrer an der LVR-Förderschule „Irena Sendler“, bedankte sich bei den Unterstützern Hartmut Cremer, KSK-Vorstandsmitglied, Tanja Scheuls, NEW, Schulleiterin Karin Hambach und Rita Witt, KSK-Vorstandsstab, ehe er wieder zusammen mit Menschen mit und ohne Behinderung in die Pedale trat. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – „So viele Spezialräder wie in diesem Jahr hatten wir noch nie auf der Tour dabei“, berichtete Lehrer Peter von Bodenheim am Donnerstagmorgen auf dem Hof der Irena-Sendler-Schule in Euenheim. Dort machten sich gerade gut 120 Schülerinnen und Schüler aus elf Kölner Schulen und drei aus dem Kreis Euskirchen – die Haupt- und Realschule Bad Münstereifel und die Irena-Sendler-Schule – fertig zur zweiten Etappe der diesjährigen Fairplay Smart-Tour, die sie nach Vogelsang führen sollte. Dem gelben Tross mit seinen 30 Begleitern saß die erste Etappe noch in den Knochen. Denn die Fahrt von Köln nach Euskirchen hatte zwei Stunden länger gedauert als geplant. Schuld daran war unter anderem ein umgestürzter Baum am Otto-Maigler-See bei Hürth. „Da mussten wir mit sämtlichen Fahrrädern den Radweg verlassen und durchs Unterholz um das Hindernis herumklettern“, berichtete von Bodenheim. Für die jungen Leute sei es allerdings ein tolles Abenteuer gewesen, das den Teamgeist enorm gestärkt habe.

Mit speziellen Tandem-Rädern wird auch motorisch beeinträchtigten Jugendlichen die Smart Tour ermöglicht. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit speziellen Tandem-Rädern wird auch motorisch beeinträchtigten Jugendlichen die Smart Tour ermöglicht. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Um 19 Uhr waren die meisten Radler schon wieder so fit, dass sie am selben Abend noch an einen Trommel-Workshop teilnehmen konnten“, berichtete von Bodenheim. Neu in diesem Jahr sei vor allem der Umweltschutzgedanke, den man jetzt auf der Tour praktizieren wolle. „Wir waren es leid, an jedem Etappenziel große Müllberge zu hinterlassen“, berichtete der Mit-Organisator. Aus diesem Grund setze man ab sofort auf wiederverwendbare Plastikflaschen und führe Wasserfässer mit sich. „Darüber hinaus hat eine Lehrerin mit ihren Schülern über 300 Müsli-Riegel gebacken, auch hier fiel kein Verpackungsmaterial mehr an“, freute sich der Pädagoge.

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In Vogelsang wurde vor der letzten Etappe erstmal ausgiebig gefrühstückt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
In Vogelsang wurde vor der letzten Etappe erstmal ausgiebig gefrühstückt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Tolle Unterstützung habe man wieder einmal vom CAP-Markt der Nordeifelwerkstätten (NEW) erhalten, der die Sportler mit Getränken versorgte. Die Kreissparkasse Euskirchen (KSK) gehört zu den größten Sponsoren der Tour. In diesem Jahr griff sie gleich zwei Mal tief in die Tasche, um nicht nur die Übernachtung, Abendprogramm und Versorgung in Euenheim zu ermöglichen, sondern auch die auf Burg Vogelsang. KSK-Vorstandsmitglied Hartmut Cremer und die Direktorin des KSK-Vorstandsstabs, Rita Witt, erhielten für ihr großes Engagement das diesjährige gelbe Trikot der Tour.

Rita Witt, Direktorin des KSK-Vorstandsstabs, hatte für die jungen Leute eine Fahrradtasche mitgebracht. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Bei der Smart-Tour geht es nicht nur ums Radeln. In sogenannten erlebnispädagogischen Trainings werden auch Teamgeist und „Fairplay“ eingeübt. Auf den Spezialrädern können Kinder mitfahren, die selbst nicht über genügend motorische Fähigkeiten verfügen, um ein eigenes Rad zu bedienen. So können auch schwerstmehrfachbehinderte Kinder an der Tour teilnehmen und sich den Fahrtwind ins Gesicht blasen lassen, was ihnen sichtlich Spaß bereitet.

Bevor es auf die letzte Etappe ging, gab es auf dem Adlerhof in Vogelsang das obligatorische Gruppenbild. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bevor es auf die letzte Etappe ging, gab es auf dem Adlerhof in Vogelsang das obligatorische Gruppenbild. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Anstieg bis nach Vogelsang gehörte wohl zur härtesten Etappe der Tour. Als die jungen Leute erschöpft an der Victor-Neels-Brücke eintrafen, ahnten sie noch nicht, dass sie noch eine 60-prozentige Steigung zu absolvieren hatten. Da hieß es: Runter vom Rad und schieben!

Trotz aller Strapazen besuchten die meisten Teilnehmer dann jedoch noch die Dauerausstellung im Forum Vogelsang zur NS-Diktatur sowie die „Wildnis(t)räume“. „Die Schülerinnen und Schüler waren sehr bewegt von den Eindrücken“, berichtete eine Lehrerin.

Am Freitagmittag erreichten die Tourteilnehmer den Hof der ene-Unternehmensgruppe, wo sie von ene-Geschäftsführer Markus Böhm, Pressesprecherin Sandra Ehlen und vielen Eltern bejubelt wurden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Bevor am Freitagmorgen die letzte Etappe der Tour startete, nutzte der Allgemeine Vertreter des Landrats und Aufsichtsratsvorsitzende von Vogelsang IP, Manfred Poth, die Gelegenheit, die jungen Leute auf dem „Adlerhof“ zu begrüßen. Er erinnerte daran, dass die Burg Vogelsang einst ein Ort der Indoktrination, der Menschenverachtung und des Rassenhasses gewesen sei und heute auf dem Weg wäre, ein internationaler Platz der Vielfalt und Demokratie zu werden. „Was passt da besser, als Vogelsang auch zu einem Etappenziel der Fairplay Smart-Tour werden zu lassen“, so Poth, der sich anschließend selbst aufs Rad schwang, um bei der Abschlussetappe dabei zu sein. Neben dem „Kuturrucksack“, einer Initiative des Kreises Euskirchen, hatte den Aufenthalt auf Vogelsang die KSK Euskirchen ermöglicht. Darüber hinaus war Rita Witt noch einmal zu den jungen Leuten gekommen, um ihnen eine Fahrradtasche mit auf den Weg zu geben, in der sich allerhand Nützliches verstauen ließ.

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Geschäftsführer Markus Böhm begrüßte die jungen Leute der Tour auf dem Hof der „ene“. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dann aber hieß es „Schussfahrt nach Kall“. Zwar musste bis zur Victor-Neels-Brücke das Rad noch einmal geschoben werden, schließlich aber ging es mehr oder weniger sacht zu Tal bis auf den Hof der ene-Unternehmensgruppe, die in diesem Jahr die 120 Radler in Empfang nahm und für die müden Sportler als Energieversorger im wahrsten Sinne des Wortes auftrat. Geschäftsführer Markus Böhm und sein Team rund um Sandra Ehlen hatten einen großen Zielbogen errichtet und alles perfekt getimt, so dass beim Eintreffen des Trosses auf Knopfdruck die Hymne der großen Fairplay-Tour ertönte. Auf dem Hof der „ene“ hatte sich darüber hinaus viele Eltern eingefunden, um ihre Schützlinge in Empfang zu nehmen und ihnen einen herzlichen Empfang zu bereiten.

Der „Urvater“ der Tour, Ralph Mertens (links), überreichte Markus Böhm für seine tolle Unterstützung der Fairplay Smart Tour das gelbe Trikot und ein Poster mit den Unterschriften aller Teilnehmer. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Das Radfahren eignet sich besonders gut, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken und gegenseitige Hilfe einzutrainieren“, begrüßte Markus Böhm, selbst ein passionierter Radfahrer, seine Gäste. Als Überraschungsgast war Ralph Mertens, Sportlehrer an der LVR-Schule Belvedere in Köln und „Urvater“ der Tour, nach Kall gekommen. Mertens hatte aufgrund einer Knieoperation in diesem Jahr nicht an der Tour teilnehmen können, aber den Zielleinlauf wollte er sich dennoch nicht entgehen lassen. Darüber hinaus hatte er auch gelbe Trikots für das ene-Team dabei und bedankte sich bei allen Helfern, die vor und hinter den Kulissen die Tour erst ermöglicht hatten.

Eifeler Presse Agentur/epa

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