Seit über 30 Jahren bringen die Haass-Freunde Hilfe nach Odessa

Neue Therapieräume an der Schwarzmeerküste eingeweiht

Odessas Bürgermeister Gennadij Truchanow begrüßte Armin Ahrendt bei der Einweihung des neuen Therapiezentrums. Bild: Wilhelm Stein
Odessas Bürgermeister Gennadij Truchanow (links) begrüßte den Vorsitzenden der Friedrich Joseph Haass Gesellschaft, Armin Ahrendt, bei der Einweihung des neuen Therapiezentrums in Odessa. Bild: Wilhelm Stein

Eifel/Odessa – Seit über 30 Jahren unterstützt die Friedrich Joseph Haass Gesellschaft bereits humanitäre Projekte in der ehemaligen Sowjetunion. Jetzt startete erneut eine Gruppe nach Odessa, um dort neue Therapieräume zu eröffnen. „Die  Gründung der Friedrich Joseph Haass-Gesellschaft am Geburtsort des »Heiligen Doktors von Moskau« hatte insbesondere das Ziel, im Geiste des deutschen Arztes humanitäre Hilfe zu leisten – zunächst in Osteuropa, inzwischen auch in anderen Weltgegenden“, berichtete der Vorsitzende der Gesellschaft Armin Ahrendt. Die hiesigen Haass-Freunde seien bald darauf aufmerksam geworden, dass eine Ärztin der Fachrichtung Neurologie, Prof. Dr. Irina Galina, in Odessa am Schwarzmeer den Mut aufgebracht habe, unmittelbar nach dem Ende der Sowjetunion eine Rehabilitationseinrichtung für behinderte junge Menschen zu gründen – in Privatinitiative und zunächst ohne öffentliche Förderung.

Armin Ahrendt (r.) gratulierte den beiden Leiterinnen des Janush-Korczak-Reha-Instituts, Prof. Irina Galina und Dr. Marina Igonina, zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung. Bild: Wilhelm Stein
Armin Ahrendt (r.) gratulierte den beiden Leiterinnen des Janush-Korczak-Reha-Instituts, Prof. Irina Galina und Dr. Marina Igonina, zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung. Bild: Wilhelm Stein

„Zur Unterstützung starteten die Haass-Freunde bereits Ende Mai 1991 einen ersten Hilfstransport von Bad Münstereifel aus mit Lebensmitteln, Kleidung, medizinischen Hilfsmitteln und Spielsachen“, so Ahrendt. „Über drei Jahrzehnte konnte durch die Förderung vieler Spender eine Tageseinrichtung für geistig und mehrfach Behinderte entstehen, die für mehr als 500 meist junge Patienten durch Frühförderung, Kindergarten, Schule, Anlernwerkstatt, Reha-Maßnahmen und betreutes Wohnen fachlich qualifizierte Hilfe bietet und sich zum beispielhaften Modell für die gesamte Ukraine entwickelt hat.“ Maßgebliche Unterstützung dabei habe auch die Geschäftsführung der Nordeifelwerkstätten in Person von Wilhelm Stein erbracht, der auch bei der jetzigen Reise nach Odessa mit dabei war, sowie der Rotaryclub Euskirchen-Burgfey.

Kinder und Jugendliche aus den Einrichtungen führten bei der Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Janusz-Korczak-Reha-Instituts ein buntes Bühnenprogramm vor. Bild: Wilhelm Stein
Kinder und Jugendliche aus den Einrichtungen führten bei der Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Janusz-Korczak-Reha-Instituts ein buntes Bühnenprogramm vor. Bild: Wilhelm Stein

In der Pfingstwoche konnten in Odessa Therapieräume für drei neue Gruppen Schwerstbehinderter eröffnet werden. „Das Behindertenzentrum in Odessa dankt mit den Haass-Freunden allen Spendern für die vielfältige Hilfe“, so Ahrendt abschließend.

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