Gülle-Importe in den Kreis Euskirchen haben sich fast vervierzehnfacht

Von gut 4.800 Tonnen im Jahr 2017 auf über 67.000 Tonnen in 2018 angestiegen

Im Kreis Euskirchen gibt es bereits Nitratprobleme mutmaßlich durch übermäßige Düngung. Symbolbild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Im Kreis Euskirchen gibt es bereits Nitratprobleme mutmaßlich durch übermäßige Düngung. Symbolbild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Die Landesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der Grünen mitgeteilt, dass die Importe von Gülle aus den Niederlanden in den Kreis Euskirchen von gut 4.800 Tonnen im Jahr 2017 auf über 67.000 Tonnen in 2018 angestiegen sind. SPD-Kreisvorsitzender Markus Ramers dazu: „Die Gülle-Importe haben sich verdreizehnfacht. Das macht mir Sorge. Übermäßige Düngung mit Gülle kann unter anderem zu Nitratproblemen im Grundwasser führen. Und wir haben im Kreis Euskirchen schon einige Brunnen, die ein Nitratproblem haben.“

Man müsse fragen, woher die Steigerung von über 1.200 Prozent komme, so Ramers. Die große Mehrheit der Landwirte im Kreis Euskirchen habe eine starke Verbundenheit zu ihrer Heimat und gehe verantwortungsbewusst mit Natur und Umwelt um.

„Wir haben viele Gespräche mit Landwirten geführt, die selber ein Problem mit den wenigen schwarzen Schafen haben, die aus reinen Profitinteressen den Gülle-Tourismus anheizen“ so Ramers. Sein Stellvertreter Thilo Waasem: „Deutschland steht wegen nitratbelastetem Trinkwasser kurz vor einem horrenden Bußgeld von der Europäischen Kommission. Das ist nicht nur ein Problem von klassischen Rinder- oder Schweinehaltungsregionen.“

(epa)

 

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7 Gedanken zu „Gülle-Importe in den Kreis Euskirchen haben sich fast vervierzehnfacht“

  1. Wieso 5 fünf Gedanken zu diesem Thema. Ist doch wohl eher immer nur Gedanke: Der böse Bauer (schwarzes Schaf)

    Die Gedankengeber oder auch vlt. auch Kurzdenker sehen nur die tatsächlich riesige Zahl 13 mal soviel.
    Ohne hier auch andere Fragen (Gedanken) zu stellen.

    Mögliche Fragen wären: Wenn man 13 mal soviel Dünger ausbringt, hat der Bauer auch 13 mal soviel Ertrag – bzw. wurden neue Rekorderträge in dem Zeitraum durch die Presse veröffentlicht.
    Kann es nicht sein, daß die Gülle nur ein Ersatz für Kunstdünger ist?
    Düngeverordnung scheint doch eingehalten zu sein, da hier 67000 t Gülle dokumentiert wurden, mit N-Gehalt. Geht man von einem durchschnittlichen Stickstoffanteil von 6kg/t aus bei Schweinegülle kommen mal gerade 402 t Stickstoff zusammen. Jeder andere Kleingärtner braucht auf die Fläche gesehen viel mehr Dünger und er wendet es auch noch ohne entsprechendes Fachwissen an.
    Landwirte stelle ihr Land der Allgemeinheit zur Verfügung – Versickerung von Oberflächenwasser, Umwandlung von CO2, Natur- und Landschaftsschutz Insekten/Hecken Brachflächen etc. – und das alles für lächerliche Subventionen.
    Wieso Wasserpreiserhöhung? Wenn weiter so verschwenderisch mit Wasser umgegangen wird ist der Preis hier von ca. 1,40 € noch viel zu wenig.
    Lebensmittel in Deutschland sind mit am günstigsten.
    In nur wenigen anderen Ländern dieser Erde wird der Berufsstand des Landwirts bzw. Bauern so in den Dreck gezogen wie in Deutschland.

  2. Aus Scheiße Geld machen… und Otto-Normalverbraucher zahlt nicht nur jede Art von Unterstützung, sondern auch noch Erhöhung der Wasserpreise… und vor allem… die Nichteinhaltung der Gülleverordnung wird uns in Kürze 850000,00 EUR JEDEN TAG kosten… wer es zahlt? Nicht der Bauer … der produziert selber noch massig Fleisch weiter … nicht für uns hier in Deutschland. Hier wird immer weniger Schwein auf den Teller gebracht weil es einfach nicht mehr schmeckt und lange nicht mehr gesund ist … es wird für China produziert… Die Schweinebarone suhlen sich in Geld und in Deutschland bleibt die Gülle und das versaute Trinkwasser.

    1. Sehr geehrte Frau Gerne -Sonesson,

      leider haben Sie keine Ahnung und sind anscheinend auch noch schlecht informiert.
      Ihre und auch meine Scheiße trägt in Deutschland zu einem wesentlich höheren Anteil an der Nitratbelastung des Grundwasser bei als Rinder- und Schweinegülle. Das liegt an oft undichten Abwasserkanälen. Hierzu gibt es Untersuchungen von nicht landwirtschaftlichen Organisationen. Gerade in Städten ist dies ein großes Problem.
      Bei der Unterstützung für den Bauern sind sie auch schlecht informiert. Hierzu erbringt der Landwirt eine erhebliche Gegenleistung an die Gesellschaft. Dafür würden viele noch nicht mal einen Finger krumm machen.
      Beim Wasserpreis kann ich ihnen auch nicht zustimmen. 1,40 € pro 1000l ist nicht teuer – Sprudel von Aldi oder Nestle kostet erheblich mehr – und wird wie oben angeführt weit mehr durch undichte Kanäle belastet.
      850 Tsd ist für uns alle viel Geld. In einem Jahr 300. Mio – kann man viel mit machen. Aber auch hier liegt die Wahrheit wohl wieder aus meiner Sicht nur dazwischen. Komisch das nur ein Verfahren gegen Deutschland läuft. Laut diversen Berichten soll es aber ein Problem mit den Proben/Messstellen sein. Deutschland ist wieder der Musterschüler und hat alle belasteten Messstellen gemeldet im Gegensatz zu den anderen Ländern die alle Stellen melden (belastete und unbelastet). Siehe auch Messverfahren Luftverschmutzung in Innenstädten)
      Krankes Fleisch nach China zu verschicken macht eher strafbar, wir importieren ja schon genug Shrimps von da.
      Also besser auch andere Infos einholen und dann etwas sachlicher kommentieren.

  3. Gülle Import-Boom aus Holland: Was heißt hier „schwarze Schafe“? Es sind gerade einige „Großbauern“ die in der Eifel & Voreifel die Riesentonner aus Holland bestellen. Im Land der Massentierhaltung wird gerne die hochbelastete Gülle (Chemie, Pharma etc.) nach NRW exportiert, da sie sonst als Sondermüll entsorgt werden müsste – eben „EU-Arbeitsteilung“.

  4. Wieso können denn „nur“ einige schwarze Schafe so überdimensional viel auf ihre Äcker ausbringen. Ich dachte, das ist regelementiert?

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