Medizinische Hilfestellung auf den Philippinen

Pater H. Preußner berichtet von der diesjährigen „Medical Mission“ bei einer Mangyan-Gruppe im äußersten Nordwesten Mindoros – Unterstützung von der Friedrich-Joseph-Haass-Gesellschaft

Die "Medical Mission" machte Halt bei einer Mangyan-Gruppe im Nordwesten Mindoros. Bild: P. Hubert Kranz
Die „Medical Mission“ machte Halt bei einer Mangyan-Gruppe im Nordwesten Mindoros. Bild: P. Hubert Kranz

Eifel – Pater Hermann Preußner, der 16 Jahre lang Schulleiter am Hermann-Josef-Kolleg in Kall war, hatte sich 2012 entschieden, nach Manila auf den Philippinen zu gehen und im dortigen Noviziat bei der Ausbildung junger Salvatorianer zu helfen. Von dort berichtete er jetzt an den Vorsitzenden der Friedrich-Joseph-Haass Gesellschaft, Armin Ahrendt, von der diesjährigen „Medical Mission“, bei der wichtige Medikamente und ärztliche Hilfeleistungen zu Einheimischen gebracht werden, die von der medizinischen Versorgung entfernt leben.

Die „Medical Mission“ habe in diesem Jahr erst nach den Midterm-Wahlen stattgefunden. „Der Grund ist ein sehr einfacher: Während der Wahlkämpfe ist die Luft auf den Philippinen stets recht »bleihaltig«“, berichtet Preußner.

Die materielle Unterstützung der Friedrich-Joseph-Haass Gesellschaft und die aus dem Steinfelder Umfeld sei auch in diesem Jahr wieder Bedingung für die Durchführung der Aktion gewesen, weshalb sich Preußner bei den großzügigen Sponsoren bedankte.

Neben Medikamenten wurden vor Ort auch Untersuchungen angeboten. Bild: P. Hubert Kranz
Neben Medikamenten wurden vor Ort auch Untersuchungen angeboten. Bild: P. Hubert Kranz

Mindoro, so berichtet Preußner, der selber an der „Medical Mission“ in diesem Jahr nicht teilnehmen konnte, ist die nordwestlichste Insel der Visayas (das ist die mittlere Inselgruppe zwischen Luzon mit der Hauptstadt Manila im Norden und Mindanao im Süden). „Die Mangyans sind die Ureinwohnern Mindoros, die sich in acht recht unterschiedlich lebende Gruppen aufteilen. Sie sind natürlich Staatsbürger der Philippinen, leben aber in deutlicher Trennung von den »Tagalogs/Visayans« (der „normalen Mehrheit“ der Bevölkerung).“ Historisch seien sie wörtlich an die Ränder (meist in die Höhen der Bergwelt) verdrängt worden. In Wahlzeiten rückten sie allerdings als Wähler in den Fokus. Ihr Lebensstil seit sehr einfach und naturverbunden. Zur normalen medizinischen Versorgung hätten sie nur beschränkten Zugang. Im Unterschied zu den in den Bergregionen angesiedelten Mangyans, die in einfachsten Bambushütten lebten, lebten die um Paluan siedelnden Manngyan-Gruppen in Baracken bzw. »Steinhäusern« allerdings auch sehr bescheiden bis ärmlich, so der Pater.

Vor allem für Kinder sind die Bedingungen auf den Philippinen oft grenzwertig. BIld: Neben Medikamenten wurden vor Ort auch Untersuchungen angeboten. Bild: P. Hubert Kranz
Vor allem für Kinder sind die Bedingungen auf den Philippinen oft grenzwertig.  Bild: P. Hubert Kranz

Und weiter: „Geographisch richtete sich unsere Medical Mission vom 21. bis zum 23. Mai – wie im vergangenen Jahr – an eine Mangyan Gruppe in der Nähe der im äußersten Nordwesten Mindoros gelegenen Stadt Paluan. In Paluan gibt es einen Barangay-Captain und eine Gruppe von im Gesundheitsdienst Tätigen, die ihre Verantwortung für die Mangyan sehr ernst nehmen und die Vorbereitungen für die effektive Aktion vor Ort in der Mangyan-Siedlung getroffen hatten.“ Die Gruppe habe aus zwei Ordensschwestern bestanden, einem Salvatorianer, einem Allgemeinmediziner, einer Zahnärztin und einer Gruppe von medizinisch ausgebildetem Personal, sodann aus jungen Helfern: Novizen, ca. 10 Kandidaten und Jugendliche aus Talon.

Organisation und Durchführung lagen in der Verantwortung von P. Hubert Kranz SDS und Schwester Emma, selbst gebürtig auf Mindoro.

„Die Dienste bestehen aus medizinischen Checks und Beratung, Ausgabe von entsprechend notwendigen Medikamenten (meist Generika), Beschneidungen von Jungen (fast alle philippinischen Männer wurden aus hygienischen und/oder traditionellen Gründen als Kinder beschnitten), einfachen Trainingsprogrammen, zahnärztlichen Behandlungen, spielerische Einführung in Mundhygiene für Kinder und Verteilung von Zahnbürsten und Zahnpasta, Verteilung von Kleidung, Kochen und Verteilung einer guten Mahlzeit“, so Pater Preußner abschließend. (epa)

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