Zehn Jahre „Messe im Grünen“

Gemeinschaft und aktive Teilhabe für Menschen mit einer psychischen Erkrankung

Gemeinsam mit Besuchern und Organisatoren gestaltete Psychiatrieseelsorger Willi Wißkirchen (2.v.r.) die zehnte „Messe im Grünen“.Bild: Carsten Düppengießer
Gemeinsam mit Besuchern und Organisatoren gestaltete Psychiatrieseelsorger Willi Wißkirchen (2.v.r.) die zehnte „Messe im Grünen“.Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Bereits zum zehnten Mal konnten die sozialpsychiatrischen Dienste der Caritas Euskirchen jetzt gemeinsam mit Menschen mit einer psychischen Erkrankung die „Messe im Grünen“ in den Euskirchener Erftauen vorbereiten und feiern. Rund 50 Besucher nahmen an dem von Psychiatrieseelsorger Willi Wißkirchen zelebrierten Gottesdienst teil.

Neben psychisch erkrankten Menschen aus den verschiedenen Diensten und Wohnhäusern des Verbandes sowie Besuchern der Caritas-Seniorentagesstätte waren erstmalig in diesem Jahr auch Mitarbeitende anderer Caritas-Arbeitsfelder Gäste der „Messe im Grünen“.

Vor einem Jahrzehnt entstand in der Caritas-Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen die Idee, einmal im Jahr an einem schönen Platz in der Natur einen Freiluft-Gottesdienst zu feiern. „Weil das Angebot gut ankam, haben wir es als regelmäßige Veranstaltung in unseren Jahreskalender aufgenommen“, so Ergotherapeut Gerd Schäfer, der die „Messe im Grünen“ von Beginn an begleitet. Leitgedanke ist dabei stets, Menschen mit einer psychischen Erkrankung aktiv in die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes miteinzubinden.

Passend zum diesjährigen Jubiläum bereitete ein Team aus Besuchern und Mitarbeitenden der Tagesstätte gemeinsam mit Wißkirchen einen Gottesdienst zum Thema „Meine vergangenen 10 Jahre“ vor. Über ein halbes Jahr lang traf sich die Gruppe immer wieder, um unter der Leitung von Schäfer an der thematischen und inhaltlichen Gestaltung des Gottesdienstes zu arbeiten. „Wichtig war dem Team, die aktive Einbindung der Gottesdienstbesucher. Wir wollten allen den Raum geben, ihre ganz persönlichen vergangenen zehn Jahre Revue passieren zu lassen“. Jeder Gottesdienstteilnehmer erhielt das Angebot, auf einem Blatt wichtige Ereignisse, positive aber auch negative, schriftlich festzuhalten. „Diese konnten dann unter vorbereiteten Emojis während des Gottesdienstes angebracht und so vor Gott gebracht werden“, erklärt Schäfer.

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Seelsorger Wißkirchen gelang es auf einfühlsame Weise, die Gottesdienstbesucher anzusprechen und besonders den Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut zu machen und sie darin zu bestärken, ihr Potential und Ihre Fähigkeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten positiv zu nutzen. „Darum geht es uns auch bei der Messe im Grünen. Wir wollen das Selbstbewusstsein von Menschen mit einer psychischen Erkrankung stärken. Ihnen und auch anderen zeigen, dass Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben möglich ist“, so Caritasvorstand Bernhard Becker, der ebenfalls an der „Messe im Grünen“ teilnahm.

Nach dem Gottesdienst klang die Veranstaltung bei Würstchen und Salaten aus. Eine Gottesdienstbesucherin brachte die Stimmung auf den Punkt: „Der liebe Gott meinte es heute gut mit uns und bescherte uns Sonnenschein.“ (eB/epa)

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