Ein Stück Regenbogen für Kinder von sucht- und psychisch kranken Eltern

Angebote von Kreis und Caritas Euskirchen für einen erlebnisreichen Sommer

Die Kinder der „Regenbogengruppe“ setzen sich auf kreative Weise mit ihrer Lebenssituation auseinander. Foto: Dorothee Koch
Die Kinder der „Regenbogengruppe“ setzen sich auf kreative Weise mit ihrer Lebenssituation auseinander. Foto: Dorothee Koch

Euskirchen – Im Sommer haben Kinder sich im Wasser abgekühlt, eine alte Festung erkundet, sind Tieren begegnet, haben eine Ausstellung mit Playmobil-Figuren besucht und sind in eine Ferienfreizeit gefahren. Caritasfachmitarbeiterin Dorothée Koch: „Also alles ganz normal, sollte man meinen. Allerdings ist ein solch unbeschwertes Erleben eines Sommers für manche Kinder alles andere als alltäglich.“ Etrwa für Kinder der „Regenbogengruppe“:  Dies ist ein Angebot der Caritas Euskirchen für Kinder, deren Eltern suchtkrank sind oder unter einer psychischen Erkrankung leiden.

Koch betreut die Regenbogengruppe der Caritas Euskirchen seit vielen Jahren. Deutschlandweit gehe es hierbei um etwa zwei Millionen Kinder, die häufig keine „normale“ Kindheit erleben dürften. „Die Eltern brauchen aufgrund ihrer Erkrankung Unterstützung in der Gestaltung des Alltags mit den Kindern und dies besonders in den Ferienzeiten.“, erklärt Koch, „deshalb bieten wir in den Ferienzeiten Aktionstage für die Kinder und deren Familien an. Wir wollen den Kindern mit unserem Angebot die Möglichkeit bieten, im geschützten Rahmen einmal ganz sie selbst und einfach nur Kind zu sein.“ Dazu gab es Fahrten in den Wassererlebnispark Gymnicher Mühle, zum Heider Bergsee, in den Jülicher Brückenerlebnispark oder den Ableger des Deutschen Museums in Bonn. Koch: „Allein die Fahrt mit Zug und Straßenbahn war für einige Kinder bereits ein Erlebnis.“

Den Höhepunkt des Regenbogensommers bildete eine viertägige Ferienfreizeit in der Vulkaneifel. „Neben dem Naturerlebnis stand die Kreativität der Kinder im Mittelpunkt“, so Koch. Unter der Anleitung der Künstlerin Saskia Niehaus gestalteten die sieben jungen Teilnehmenden aus dem gesamten Kreisgebiet  Masken und Kostüme aus Pappmaschee, Farben und Stoffen und entwickelten eine Tanzchoreografie. Hierbei gehe es auch darum, Potentiale zu wecken und das Selbstbewusstsein der jungen Menschen zu fördern. „Wie die Kinder in diese Arbeit eingetaucht sind hat mich sehr beeindruckt“ betont Koch. Die Ergebnisse wurden dann von den Kindern in einer Tanzvorführung in den Räumen der Caritas in Euskirchen präsentiert. Die Ferienfreizeit wurde über den Kulturrucksack NRW und Spenden finanziert.

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Auch für die bevorstehenden Herbstferien hat sich Koch bereits etwas überlegt. Gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Hermann-Josef Ehlen sollen „Familiengeschichten“ mit den Kindern über Schrift, Malerei und Fotografie erarbeitet werden. „Ziel ist, dass jedes Kind am Ende ein Fotobuch mit seiner Geschichte erhält“, so Koch. Wichtig sei ihr bei dem Projekt, etwaige Tabus aufzubrechen und sich mit der Erkrankung im Elternhaus auseinander zu setzen.

Die Regenbogengruppe ist ein wöchentliches Angebot der Caritas Euskirchen für Kinder von suchtbelasteten und/oder psychisch erkrankten Eltern und wird finanziert von der Abteilung Jugend und Familie des Kreises Euskirchen. Sie findet donnerstags von 15 Uhr bis 16.30 Uhr in der Kapellenstraße 14 in Euskirchen statt. Ansprechpartnerin ist Dorothee Koch, Tel. 0 22 51-65 03 50. (epa)

 

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