Mädchenkalender 2020 ermöglicht jungen Frauen Berufsorientierung

Der neue Mädchenkalender 2020 wurde jetzt von den Initiatoren, Macherinnen und Sponsoren im Berufskolleg Eifel in Kall vorgestellt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dank der Bürgerstiftung der KSK Euskirchen, dem Lions-Club Euskirchen-Nordeifel und dem Verein „Vielfalt Leben“ erhält jede Schülerin zwischen 13 und 17 Jahren im Kreis Euskirchen ein Exemplar des Taschenkalenders kostenlos

Kreis Euskirchen/Kall – Mädchen haben es bei der Berufsfindung nach wie vor schwerer als Jungen. Um ihnen aber zumindest alle Informationen an die Hand zu geben, die sie für die Berufs- und Studienorientierung benötigen, gibt es seit 2019 im Kreis Euskirchen den Mädchenkalender. Da der Kalender im vergangenen Jahr sehr gut bei den jungen Damen zwischen 13 und 17 Jahren ankam, hat man sich für 2020 zur Neuauflage entschlossen.

Nach einer Kooperation mit dem Thomas-Esser-Berufskolleg Euskirchen in 2019 war in diesem Jahr das Berufskolleg Eifel in Kall zur Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Bildungs- und Integrationszentrum (KoBiZ) aufgerufen. Insgesamt zehn Schülerinnen mit und ohne Migrationshintergrund trugen zusammen mit den Schulsozialarbeiterinnen Evelyn Drach und Susanne Dahmen Ideen zusammen, führten Interviews und recherchierten wichtige Infos für die jungen Frauen. Dadurch, dass der Kalender von Mädchen für Mädchen gestaltet wurde, ist sichergestellt, dass er auch inhaltlich und gestalterisch bei der Zielgruppe ankommt und nicht nur gut gemeint ist.

Gemeinsam mit Julia Gennet, pädagogische Mitarbeiterin des KoBiZ, wurden die Inhalte des Kalenders bezüglich einer Berufsorientierung für Mädchen und junge Frauen besprochen. Zuvor waren bereits mit Berufsschülerinnen des Berufskollegs Eifel in verschiedenen Ausbildungsgängen Interviews geführt worden. Diese Berufsportraits möchten Mädchen und jungen Frauen einen direkten Einblick in verschiedene Arbeitswelten geben.

Darüber hinaus gibt es viele Informationen rund um Berufs- und Lebensplanung sowie Freizeitaktivitäten von Mädchen und jungen Frauen im Kreis Euskirchen. Im Kalender selbst sind natürlich auch die wichtigsten Termine zum Thema Beruf und Studium vermerkt.

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„Eine Berufsorientierung ist aufgrund der Vielzahl von Angeboten für junge Leute manchmal sehr schwierig“, berichtete der kommissarische Leiter des Berufskollegs Eifel Holger Mohr. Umso hilfreicher sei es, wenn die Informationen gebündelt und vorsortiert würden.

Der Abteilungsleiter für Jugend und Familie beim Kreis Euskirchen, Erdmann Bierdel, lobte besonders die gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, die den Mädchenkalender 2020 erstellt hatten. Dank ging vor allem auch an die Sponsoren. So hatten die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), der Lions-Club Euskirchen-Nordeifel und der Verein „Vielfalt Leben“ wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Kalenders. Denn die 2000 Exemplare werden den jungen Mädchen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Druckkosten übernehmen die Sponsoren.

Rita Witt, Direktorin des Vorstandsstabs der KSK Euskirchen und Vorsitzende der KSK-Bürgerstiftung, lobte besonders, dass im Kalender auch vermerkt ist, dass Frauen bei gleicher Leistung im Durschnitt 21 Prozent weniger verdienen als Männer. „Ich finde es darüber hinaus gut, dass ihr aufgelistet habt, was man in welchem Ausbildungsberuf verdient und dabei auch die technischen, überwiegend von Männern dominierten Berufe erwähnt habt“, sagte sie an die Adresse der jungen Frauen, die den Kalender maßgeblich mitgestaltet hatten. Auch dort könnten sich Frauen behaupten.

Alexandra Dreiseidler vom Lions-Club wünschte sich hingegen, dass nicht nur Frauen mehr Männerberufe erobern, sondern umgekehrt auch Männer für typische Frauenberufe sensibilisiert würden.

Der Kalender steckt randvoll mit Infos. Es gibt Interviews mit einer donum-vitae-Mitarbeiterin, einer FSJlerin, einer Sozialarbeiterin und einer Köchin. Es werden verschiedene Schulsysteme vorgestellt, finanzielle Hilfen erläutert, Erlebnisberichte veröffentlicht und natürlich darf auch ein Zykluskalender nicht fehlen. Die junge Syrerin Kenaria hat darüber hinaus beispielsweise ganz praktisch gedacht und ein Rezept für „Tabuleh“, ein Gericht aus ihrer Heimat, beigesteuert, preiswert und schmackhaft.

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Die Mädchenkalender werden in den nächsten Tagen an den Schulen im Kreis Euskirchen verteilt.

Eifeler Presse Agentur/epa

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