Königlich wohnen an der „Via Regia“

Euskirchener Projektentwickler F&S concept eröffnet neues Baugebiet in der Zülpicher Börde für Neu- und Altbürger – Landrat Wolfgang Spelthahn: „Wer nicht bereit ist, sich zu verändern, trägt dazu bei, dass die Region abgehängt wird“

So wie in vergangenen Zeiten das Herdfeuer für Behaglichkeit stand, soll ein Feuer statt Spatenstich allen künftigen Bauherren am „Königsweg“ als gutes Omen für komfortables Wohnen dienen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
So wie in vergangenen Zeiten das Herdfeuer für Behaglichkeit stand, soll ein Feuer statt Spatenstich allen künftigen Bauherren am „Königsweg“ als gutes Omen für komfortables Wohnen dienen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Vettweiß-Kelz – Mit ihren rund 9500 Einwohnern auf 83 Quadratkilometern ist die Gemeinde Vettweiß eine der größten Flächengemeinden im Kreis Düren. Während der Kernort sich stetig weiterentwickelt, war es im zweitgrößten Ortsteil Kelz allerdings bislang schwer, Bauland zu erwerben. „Mein Dank geht daher besonders an die Firma F&S concept, die sich an dieses Projekt herangewagt hat, viele Eigentümer unter einen Hut brachte, und uns so dabei hilft, der demografischen Entwicklung etwas entgegenzusetzen“, so der Bürgermeister von Vettweiß, Joachim Kunth. Kelz habe bereits an Einwohnern verloren, der letzte Tante-Emma-Laden sei vor zwei Jahren geschlossen worden, kurz: Man müsse etwas gegen diese Entwicklung unternehmen, indem man Platz für Neubürger schaffe.

Der Bürgermeister ging von 150 bis 180 Neubürgern aus und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass diese Menschen in das intakte Vereinsleben der Kelzer rasch integriert werden würden, wie er es auch in den Baugebieten in Vettweiß erlebt habe.

Wie wichtig die Erweiterung des verfügbaren Wohnraums nicht nur für die Neubürger, sondern für den gesamten Kreis Düren ist, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn (r.) in seiner Rede. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wie wichtig die Erweiterung des verfügbaren Wohnraums nicht nur für die Neubürger, sondern für den gesamten Kreis Düren ist, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn (r.) in seiner Rede. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Landrat Wolfgang Spelthahn erinnerte daran, dass das Statistische Landesamt NRW vor fünf Jahren prophezeit habe, dass der Kreis Düren schrumpfen und die Menschen wegziehen würden. Schon damals habe man sich entschlossen, gegenzusteuern. „Wir haben mit allen 15 Städten und Gemeinden gemeinsam eine Wachstumsoffensive ausgerufen, mit dem Ziel, bis 2025 im Kreis Düren 300.000 Einwohner zu zählen. Derzeit sind es bereits 270.000. Es muss also noch ein wenig zugelegt werden“, so der Landrat. Zu schaffen sei dies alles nur, wenn man sich zum Wachstum bekenne. Viele Menschen hätten Angst vor Veränderung. Das sei normal und nicht zu kritisieren. Aber wer nicht bereit sei, zu wachsen, der werde dazu beitragen, dass die Region abgehängt werde.

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„Die Gemeinde Vettweiß hat mit die besten Voraussetzungen, nette Mitbürger zu gewinnen, aber auch denen, die schon hier leben, attraktive Wohngebiet zu erschließen“, so Spelthahn weiter. Denn Vettweiß liege ideal zu den großen Metropolen und sei sehr gut angebunden. Die Neubürger würden nicht nach Vettweiß ziehen, um sich hier abzuschotten, sondern um sich dort am intakten Dorfleben zu erfreuen. Der Landrat bat deshalb, den Zuziehenden auch entsprechende Angebote zu unterbreiten und sie rasch zu integrieren.

Frühauf Über ökologisch wichtige Projekte im Rahmen der Neubaugebietserschließung, wie die Schaffung einer Streuobstwiese, berichtete Jörg Frühauf (r.), Geschäftsführer „F&S concept“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Frühauf
Über ökologisch wichtige Projekte im Rahmen der Neubaugebietserschließung, wie die Schaffung einer Streuobstwiese, berichtete Jörg Frühauf (r.), Geschäftsführer „F&S concept“. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

F&S-Geschäftsführer Jörg Frühauf betonte, dass das Neubaugebiet „Am Königsfeld“ ein Juwel im Städtedreieck Köln-Bonn-Aachen sei und zudem an historischer Stätte liege. Denn dort sei einst die „Via Regia“, die alte Königsstraße, entlanggegangen. Bei diesem Weg handelt es sich um ein Straßenbaudenkmal ersten Ranges, das im Stadtgebiet Zülpich von Sievernich (Vettweiß) kommend einst durch Wichterich nach Großbüllesheim (Euskirchen) verlief. Rund 30 Könige sind in einem Zeitraum von über 600 Jahren über diese alte Krönungsstraße von Frankfurt nach Aachen gereist, um die Weihe und Thronsetzung zu vollziehen.

„Wir brauchen pro Jahr in NRW 80.000 neue Wohnungen. Tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren aber nur zwischen 35.000 und 48.000 Wohnungen gebaut“, so Frühauf. Aus diesem Grund gebe es immer weniger bezahlbaren Wohnraum, woran die Gesellschaft leide und auseinanderzubrechen drohe. „Es ist daher dringend erforderlich, weiteres Bauland, wie das hier in Kelz, zu entwickeln“, mahnte Frühauf.

Freut sich über seine wachsende Kommune und lebt selbst in einem Neubaugebiet: Joachim Kuhnt (r.), Bürgermeister Vettweiß. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Freut sich über seine wachsende Kommune und lebt selbst in einem Neubaugebiet: Joachim Kuhnt (r.), Bürgermeister Vettweiß. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Insgesamt bestehe das Baugebiet „Am Königsfeld“ aus 41.700 Quadratmetern Bruttobauland. Die Größe der 63 Grundstücke betrage zwischen 350 und 850 Quadratmeter. Zugelassen seien Einzel- und Doppelhäuser in ein- und zweigeschossiger Bauweise.

Wie bei allen F&S-Baugebieten werde auch wieder großer Wert auf ökologische Maßnahmen gelegt. So sollen zum Schutz der Feldlerchen 10.000 Quadratmeter Ackerfläche mit doppeltem Reihenabstand und mit sogenannten „Feldlerchen-Fenstern“ angelegt werden. Die öffentlichen Grünflächen im Baugebiet betrügen 3000 Quadratmeter. „Darüber hinaus pflanzen wir eine 1500 Quadratmeter große Streuobstwiese, und jeder Grundstückskäufer erhält von uns einen standortgerechten Hausbaum aus ansässigen Fachbaumschulen“, so Frühauf. Insgesamt würden 74 heimische Laubbäume gepflanzt, 14 an Alleen plus 60 auf privaten Grundstücken. Des Weiteren würden die Neubürger kostenlos in Sachen naturnahe Gartengestaltung beraten.

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„Besonders stolz sind wir darauf, dass wir auch Altbürgern aus Kelz ein neues Baugrundstück anbieten konnten“, so Frühauf abschließend, der betonte, dass es nicht nur viele Neubürger aus den Metropolen gebe, die nach Kelz ziehen möchten, sondern auch Menschen vor Ort, die sich verändern möchten.

Eifeler Presse Agentur/epa

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