Nach den NEW steigen immer mehr Menschen in die Schutzmaskenproduktion ein

Mundschutz ist in vielen Ländern der Erde Mangelware – Menschen aus der Flüchtlingshilfe Caritas Euskirchen nähen ebenso wie Freiwillige der Caritas Eifel in Kooperation mit der Stadt Schleiden entsprechende Masken

Freiwillige wie hier bei der Caritas Euskirchen nähen Schutzmasken, um den entsprechenden Mangel in der Corona-Pandemie abzumildern. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen
Freiwillige wie hier bei der Caritas Euskirchen nähen Schutzmasken, um den entsprechenden Mangel in der Corona-Pandemie abzumildern. Foto: Carsten Düppengießer/Caritas Euskirchen

Kreis Euskirchen – Die Nordeifelwerkstätten (NEW) waren im Kreis Euskirchen die ersten, die in der Corona-Krise Schutzmasken nähten. Doch können die dort in Handarbeit hergestellten Mundmasken den enormen Bedarf nicht decken. Jetzt springen auch die Caritasverbände Euskirchen und Eifel ein, um den Mangel an Schutzmaterialien abzumildern.

Leistungsbereichsleiter Carsten Düppengießer von der Caritas Euskirchen:  „Wir mussten unser offenes Begegnungsangebot Café International bis auf weiteres für den Publikumsverkehr schließen. Unser Beratungsangebot und unserer Dienste laufen natürlich in angepasster Form weiter. Wir sind per Telefon und E-Mail und in dringenden Fällen, unter Einhaltung strenger Hygienevorgaben, auch persönlich erreichbar.“ Das Café International bietet aber zusammen mit den beiden Schulungsräumen etwa 100 Quadratmeter Platz, den nun die Mitarbeitenden der Migrations- und Flüchtlingshilfe nutzen, um dort dringend benötigte einfache Stoffmundschutze zu nähen.

„Wir haben hier die Möglichkeit, das Abstandsgebot sehr gut einzuhalten“, so Teamleiterin Ingrid Schiffer, die einige Tische in jeweils mindestens zwei Metern Abstand mit Nähmaschinen ausgerüstet hat. An diesen sitzen nun neben hauptamtlichen auch zwei ehrenamtliche Mitarbeitende des Wohlfahrtsverbands, die selbst einen Fluchthintergrund haben und produzieren Stoffmasken.

Schadi Nasif hat in seinem Herkunftsland als Schneider gearbeitet, für Parisa Farsi ist Handarbeiten ein liebgewonnenes Hobby. Beide freuen sich nun über die Gelegenheit, durch ihren Einsatz den Menschen, die sie in diesem Land aufgenommen haben, etwas zurückgeben zu können. „Natürlich wissen wir, dass diese Stoffmasken nicht zertifiziert sind und nicht gegen eine Ansteckung gegen das Corona Virus schützen, allerdings verringern sie beim Träger das Risiko, andere anzustecken“, so Düppengießer. Die Stoffmasken werden zunächst an Mitarbeitende und Klienten der Caritas Euskirchen verteilt. „Wenn wir hier versorgt sind nähen wir weiter und geben die Mundschutze natürlich auf Anfrage auch an externe Interessenten ab“, so Schiffer.

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Die Caritas der Region Eifel und die Stadt Schleiden haben mit drei fleißigen Näherinnen aus dem Stadtgebiet eine zentrale Nähaktion für Baumwollmundschutze ins Leben gerufen. Gesucht werden weitere ehrenamtliche Näherinnen und Näher, sowie Stoff- aber auch Geldspenden. Die Stoffabgabe kann montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 17 Uhr, freitags bis 13 Uhr, bei der Caritas in Schleiden erfolgen. Zu anderen Zeiten können die Stoffe vor der Tür deponieren werden. Es werden ausschließlich gewaschene Leinen- und Baumwolltücher benötigt. Finanzielle Spenden können auf eines der von der Stadt Schleiden eingerichteten Spendenkontos eingezahlt werden. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt.

Die fertigen Mundschutze sollen zunächst Risikopatienten und medizinische Einrichtungen/Dienstleister erhalten, anschließend Polizei, Feuerwehr, THW, DRK und Verwaltung, dann alle anderen Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen mit Bedarf. Die ersten 100 Masken wurden bereits an das Krankenhaus Schleiden überreicht.

Wichtig ist, dass dieser Baumwollmundschutz keine geprüfte Maske ersetzt, sondern nur eine sinnvolle Ergänzung ist, wenn man keinen geprüften Masken besitzt. Die Herstellung und Benutzung sind daher eigenverantwortlich. Das Tragen des Baumwollmundschutz kann aber die Aeresolbildung begrenzen. Dies ersetzt jedoch keinesfalls die allgemeinen Hygieneregeln, wie gründliches Händewaschen, Husten oder Niesen in die Armbeuge und das Abstandhalten.

Bestellungen von Baumwollmundschutz, Fragen oder Hilfsangebote an Nicole Müller, E-Mail einzelstueckebynicole@t-online.de, Mobil-Telefon 01 51-26 69 63 10 (Anrufe oder WhatsApp-Nachrichten zwischen 8 Uhr und 20 Uhr ), sowie Angela Niessen,  E-Mail angela-mundschutz-schleiden@gmx.de oder Christina Bollig,  E-Mail christina-mundschutz-schleiden@gmx.de.

(epa)

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